Deutscher Gewerkschaftsbund

Sofort deutlich anheben

DGB und Deutsches Studentenwerk (DSW) haben Eckpunkte entwickelt, wie das BAföG auszusehen hat.

DGB und DSW haben im Dezember 2009 gemeinsame Eckpunkte für die von der Bundesregierung geplante BAföG-Erhöhung zum 1. Oktober 2010 vorgelegt. Unabdingbar sei, dass die Preis- und Einkommensentwicklung von Herbst 2007 bis Herbst 2010 zugrunde gelegt werde. Die Förderbeträge müssten um bis zu vier Prozent, die Elternfreibeträge um bis zu fünf Prozent angehoben werden.

"Wir brauchen eine deutliche Erhöhung des BAföG, um mehr jungen Menschen aus einkommensschwachen Familien den Weg zur Hochschule zu ebnen", sagt die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock. Das BAföG "trockne aus", wenn die Bundesregierung nicht schleunigst Bedarfssätze und Freibeträge deutlich anhebe.

Lebenslanges Lernen nicht nur zu predigen, sondern auch zu praktizieren, das bedeutet nach Auffassung der Gewerkschaften beim BAföG: Abschaffung der Altersgrenze von bisher 30 Jahren. Wer zum Beispiel nach Berufstätigkeit oder Kindererziehung wieder an die Universität will, darf nicht an starren und lebensfernen Vorschriften scheitern.

DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde kritisiert, dass das BAföG bislang zu wenig auf die Studienabschlüsse Bachelor und Master eingestellt sei: "Das BAföG muss rasch Bologna-kompatibel gemacht werden. Wir brauchen eine kontinuierliche Förderung beim Übergang vom Bachelor zum Master sowie eine erweiterte Förderung von Master-Studiengängen."

DGB und DSW fordern mit ihrem Papier die Politik auf, endlich die soziale Selektivität im Hochschulsystem aufzubrechen. Denn in Deutschland studieren von 100 Akademiker-Kindern 83, aber von 100 Kindern aus Familien ohne akademischen Hintergrund nur 23.

"Die Verbesserung von Bildungschancen muss zentrale Aufgabe der neuen Bundesregierung sein. Die wichtigste Säule der staatlichen Studienfinanzierung ist und bleibt das BAföG", heißt es dazu im Eckpunkte-Papier.

Von besonderer Bedeutung ist dabei auch die Wiedereinführung eines Schüler-BAföG für die Oberstufe: Schüler/-innen aus einkommensschwachen Familien sollen schon auf dem Weg zum Abitur eine bessere finanzielle Unterstützung erhalten.

Das Eckpunktepapier gibt’s unter www.dgb-jugend.de/studium

(aus der Soli aktuell 1/2010, Autor: Soli aktuell)

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