Deutscher Gewerkschaftsbund

Besondere Problematik

Die DGB-Jugend NRW hat ein Positionspapier zur Qualität an Berufskollegs beschlossen.

Der Qualität der beruflichen Erstausbildung kommt in einer Zeit des immer schneller werdenden Wandels in allen Branchen eine bedeutende Rolle zu. Sie ermöglicht Zukunftschancen und Teilhabe junger Menschen und sichert qualifizierte Fachkräfte für Unternehmen. Die DGB-Jugend in Nordrhein-Westfalen hat deshalb ein Positionspapier verabschiedet, indem sie sich dafür einsetzt, das duale Ausbildungssystem mit den beiden Ausbildungsorten Betrieb und Schule zu sichern und kontinuierlich zu entwickeln.

Denn die Frage der Qualität der dualen Ausbildung hängt auch von der quantitativen Situation am Ausbildungsmarkt ab. Trotz demografischer Entlastung reicht auch in Zukunft das Angebot an Ausbildungsplätzen nicht aus. Schon heute ist nur noch jeder zweite Schüler, jede zweite Schülerin in einer beruflichen Fachklasse, macht also eine duale Ausbildung in Betrieb und Berufskolleg.

Die andere Hälfte befindet sich in vollzeitschulischer Ausbildung, in berufsvorbereitenden Maßnahmen oder in Warteschleifen wie zum Beispiel den Klassen für SchülerInnen ohne Berufsausbildung mit Pflichtschulunterricht.

Ein Großteil dieser Jugendlichen möchte eine qualifizierende duale Ausbildung machen, erhält jedoch keine Chance. Nach wie vor sind ArbeitgeberInnen in der Lage, Druck auf junge Menschen ausüben zu können, während auf der anderen Seite die Berufskollegs viele Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen haben: Berufsschulunterricht für die Auszubildenden, allgemeinbildender Schulunterricht zur Erreichung eines höheren Schulabschlusses, Weiterbildungsangebote für besonders Qualifizierte, Berufsorientierungsangebote und Pflichtschulunterricht für arbeitslose Jugendliche im schulpflichtigen Alter seien hier als Beispiele genannt.

Es sei daher von hoher Bedeutung, das Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen zu erhöhen, um auch die Qualität verbessern zu können.

Zum Positionspapier  geht's hier.


(aus der Soli aktuell 6/10, Autor: Jürgen Kiontke)

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