Deutscher Gewerkschaftsbund

Freibeträge - Steuerklasse

Steuerklasse

Die Höhe der anfallenden Einkommensteuer richtet sich nach der Höhe eures steuerpflichtigen Einkommens. Je nachdem, in welche Steuerklasse ihr eingruppiert seid, kommt es zu unterschiedlichen Lohnsteuereinzügen. Zu welcher Steuerklasse ihr gehört, ist vor allem vom Familienstand abhängig. Je nach Steuerklasse sind unterschiedliche Freibeträge vermerkt, die eine annähernde Berechnung des Lohnsteuereinzugs ermöglichen sollen. Je nach Höhe des zu versteuernden Einkommens werden mindestens 14 Prozent und höchstens 45 Prozent fällig, dazu kommen automatisch auch der Solidaritätszuschlag und ggf. die Kirchensteuer.

Steuerfreies Einkommen

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Allerdings ist das Einkommen nicht schon ab dem ersten Cent steuerpflichtig. Der jährliche Grundfreibetrag liegt bei 9.000 Euro (Stand 2018, 2017 waren es 8.820 Euro). Erst danach werden Steuern fällig und auch nur für den Anteil, der drüber liegt. Hinzu kommt ggf. die Werbekostenpauschale (siehe unten).
Dazu kommen können aber zum Beispiel auch noch weitere Frei- bzw. Entlastungsbeträge für Alleinerziehende, Kinder oder Ehepaare. Informiert euch hier direkt zu eurer Situation.

Nicht einkommensteuerpflichtig sind zudem Zuschläge für tatsächlich geleistete Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit. Übernimmt die_der Arbeitgeber_in zusätzlich zum Arbeitslohn deine Studiengebühren, wird diese Zahlung bei der Berechnung der Einkommensteuer nicht berücksichtigt, soweit das Studium im ganz überwiegenden betrieblichen Interesse des_der Arbeitgebers_in ist.

Werbungskosten, Sonderausgaben

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Außerdem wird von Einkommen aus abhängiger Beschäftigung stets eine Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro pro Jahr abgezogen.
Wer höhere Werbungskosten hat, kann den Freibetrag erhöhen - muss die Werbungskosten dann aber ab dem 1. Cent nachweisen. Zu den Werbungskosten zählen Bewerbungskosten, Gewerkschaftsbeiträge oder berufliche Fortbildungskosten, nicht aber Kosten für die private Berufsunfähigkeitsversicherung. Für Fahrtkosten, Dienstreisen (zum Beispiel als Seminarleitung) und anderes mehr gibt es Pauschalen. Sind die Werbungskosten höher als die Gesamteinkünfte des Jahres, können sie als Verlustvortrag teilweise z.B. auf das folgende Steuerjahr übertragen werden.

Auch Sonderausgaben können die Steuerschuld verringern. Zu den Sonderausgaben zählen z.B. Kirchensteuer, Spenden, Kosten für Kinderbetreuung oder Kosten für die eigene Berufsausbildung (hierzu zählen mittlerweile auch Kosten für das Studium von bis zu 6.000 €/Jahr, zum Beispiel für Bücher, Immatrikulationsgebühr etc.). Mit Einschränkungen sind zudem auch die Sozialversicherungsbeiträge und Beiträge zu bestimmten privaten Versicherungen (Haftpflicht, Riesterrente u.a.m.) abziehbar. Sonderausgaben können nur in dem Kalenderjahr, in dem sie anfallen, angerechnet werden.

Werbungskosten während der Ausbildung geltend machen

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Gegebenenfalls können Ausbildungs- oder Studienkosten als Werbungskosten nach der Ausbildung in den ersten Berufsjahren mit einem Verlustvortrag geltend gemacht werden. Dazu müsst ihr eine Steuererklärung beim zuständigen Finanzamt machen. Die Steuererklärung ist für Arbeitnehmer_innen und Menschen ohne steuerpflichtige Einkünfte grundsätzlich 4 Jahre rückwirkend möglich.
Lasst euch dazu am besten vorher bei steuerrechtlich geschulten Expert_innen beraten! Ver.di-Mitglieder können die Lohnsteuerberatung ihrer Mitgliedsgewerkschaft nutzen oder ihr könnt Mitglied im LBG - Lohnsteuerberatung für Gewerkschaftsmitglieder werden und euch dort beraten lassen.

Steuererklärung?

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Wer genug verdient, um steuerpflichtig zu sein, sollte sich für die Steuererklärung Hilfe holen, um genau prüfen zu können, welche Ausgaben "abgesetzt" werden können. Möglich sind Steuerratgeber, ein PC-Programm für die Steuererklärung oder auch die Beratung in einem Lohnsteuerhilfeverein oder der eigenen Gewerkschaft.

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