Deutscher Gewerkschaftsbund

Sozialversicherung für Selbstständige

Wer selbständig tätig ist, ist nicht voll sozialversicherungspflichtig. Es entsteht aber auch kein Anspruch aus den Sozialversicherungszweigen.

Krankenversicherung

Du musst dich selbst krankenversichern, wenn nicht die Voraussetzungen für eine Familienversicherung oder die studentische Krankenversicherung vorliegen. Beachte bei deiner Kostenkalkulation: der niedriegste Beitrag liegt deutlich über dem Betrag für Studierende oder freiwillig Versicherte, denn du musst den Beitrag komplett selbst zahlen.
Gegen einen Zusatzbeitrag kannst Du Dir bei vielen Krankenkassen sogar Anspruch auf Krankengeld sichern.

Für die studentische Krankenversicherung gibt es bei abhängiger Beschäftigung die 20h-Regel. Eine ähnlich klare Regelung gibt es für Selbstständige nicht. Je nach Krankenkasse und wirtschaftlicher Bedeutung deiner Tätigkeit und wieviel Zeit in Anspruch genommen wird, wird geprüft. Zur eigentlichen Arbeitszeit kommt hinzu, dass Selbstständige noch Vor- und Nachbereitungszeit haben. Deshalb wird als weiche Grenze eher 15-18h pro Woche angesetzt.

Rentenversicherung

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In einigen Fällen sind auch Selbständige rentenversicherungspflichtig. Das betrifft zum einen manche Freiberufler_innen, zum Beispiel Erzieher_innen, Pfleger_innen oder Publizist_innen. Auch wer gegen Honorar wie ein_e Lehrer_in arbeitet, z.B. als Fitnesstrainer_in, ist in der Regel rentenversicherungspflichtig. Zum anderen sind aber Selbständige, die auf Dauer vorwiegend für eine_n Auftraggeber_in tätig sind und niemanden beschäftigen, der_die aus dieser Tätigkeit mehr als 450 Euro bezieht, rentenversicherungspflichtig.

Dabei ist es egal, ob du vielleicht zusätzlich zur selbständigen Tätigkeit noch eine abhängige Beschäftigung ausübst, in der du bereits rentenversicherungspflichtig bist.

Wenn du Zweifel hast, ob du unter diese Regel fällst, kannst du dich an die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung wenden. Dort wird individuell geprüft, ob für dich Rentenversicherungspflicht besteht.

Wenn du in deiner rentenversicherungspflichtigen selbständigen Tätigkeit höchstens 450 Euro im Monat verdienst, ist sie beitragsfrei, du kannst dich aber freiwillig rentenversichern. Die Regeln für Mini-Jobs gelten in diesen Fällen entsprechend. Verdienst du mehr als 450 Euro monatlich, musst du dich bei der Deutschen Rentenversicherung melden. Es fällt in der Regel der volle Rentenversicherungsbeitrag von 18,7 Prozent des Einkommens an. Deshalb ist es sinnvoll, zu deinem Honorar zusätzlich 10 Prozent Beteiligung an der Rentenversicherung auszuhandeln (vergleichbar der Regelung für ordentliche Arbeitnehmer_innen).

Wer sein Einkommen nicht offen legt, erhält von der Deutschen Rentenversicherung eine Pauschalforderung von gut 450 Euro, auch bis zu vier Jahren rückwirkend. Dafür schreibt die Deutsche Rentenversicherung sogar flächendeckend Bildungsträger an, um nach den Adressen ihrer Honorarkräfte zu fragen.

Wer nicht rentenversicherungspflichtig ist, kann sich in der gesetzlichen Rentenversicherung freiwillig versichern. Der Mindestbeitrag beträgt monatlich 84,15 Euro und der Höchstbeitrag 1.187,45 Euro (Stand 2017).

Künstlersozialkasse

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Künstler_innen und Publizist_innen bekommen die Unterstützung der staatlichen Künstlersozialkasse, kurz KSK. Die KSK übernimmt wie ein_e Arbeitgeber_in die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge, darüber hinaus muss die soziale Absicherung selbständig aus dem Einkommen finanziert werden. Das Aufnahmeverfahren der KSK ist sehr umfassend und für Berufsanfänger_innen eine Herausforderung. Studierende können nur unter bestimmten Umständen aufgenommen werden.

Unfallversicherung

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Selbständige können sich bei den Berufsgenossenschaften (wo alle abhängig Beschäftigten unfallversichert werden) freiwillig unfallversichern. Für einige Freiberufler_innen besteht sogar Versicherungspflicht bei der Berufsgenossenschaft. Die Beiträge sind sehr verschieden, beginnend bei zirka 5 Euro pro Monat können sie sich je nach Berufsrisiko vervielfachen.

Arbeitslosenversicherung

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Auch gegen Arbeitslosigkeit sind Selbständige nicht abgesichert - fehlt es an Aufträgen, hilft oft nur der Griff zum Ersparten.
Zugang zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung hat, wer sich aus einer arbeitslosenversicherungspflichtigen Beschäftigung oder aus dem Arbeitslosengeldbezug heraus selbstständig macht.