Deutscher Gewerkschaftsbund

Krankenversicherung

Allgemein

Studierende (an staatlich anerkannten inländischen Hochschulen) müssen krankenversichert sein - zu Beginn des Studiums wird der Versicherungsstatus sogar von der Hochschule abgefragt. Dann kann man sich entscheiden, in welchem System man für die Dauer des Studiums sein will: In der gesetzlichen oder in der privaten Krankenversicherung. Diese Entscheidung gilt für die gesamte Dauer des Studiums, unabhängig davon, ob man vielleicht irgendwann die Fachrichtung wechselt, an eine andere Uni geht oder das Studium für einige Zeit ganz unterbricht. Sie gilt so lange, bis ein Studium abgeschlossen ist und eine neue Lebenssituation eintritt.

Die Infos auf dieser Seite gelten - wenn nicht ausdrücklich anders vermerkt - nur für die gesetzliche Krankenversicherung (Krankenkassen).

Achtung: Wer für die Dauer seines Studiums von der/dem ArbeitgeberIn beurlaubt ist, aber weiterhin als angestellt gilt und auch weiter Gehalt bekommt, muss daraus wie vor dem Studium Beiträge zur Krankenversicherung zahlen.

Familienversicherung

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Viele Studierende nutzen die Möglichkeit, kostenlos bei einem Elternteil oder der/dem Ehegatten_in mitversichert zu werden (so genannte Familienversicherung nach § 10 SGB V). In dem Fall muss der/die Studierende keinen Beitrag zahlen. Allerdings gibt es für diese Familienversicherung Grenzen.

  • Altersgrenze: Wer bei einem Elternteil mitversichert ist, kann das während der Ausbildung höchstens bis zum 25. Geburtstag (plus die Zeit eines Pflicht- oder Freiwilligendienstes) bleiben. Für die Zeit bis zum 1. Juli 2011 gilt als Voraussetzung für die Verlängerung, dass das Studium durch einen Pflichtdienst (Wehr- oder Zivildienst) unterbrochen oder verzögert wurde. Aufgrund der Einführung des Bundesfreiwilligendienstes wurde der entsprechende Paragraph verändert. Seit dem 1. Juli 2011 gilt deshalb auch ein freiwilliger Wehrdienst, ein Bundesfreiwilligendienst, Jugendfreiwilligendienst oder ein freiwilliges ökologisches oder soziales Jahr als Verlängerungsgrund in der Familienversicherung (vergleiche SGB V § 10). Für die Familienversicherung beim eigenen Ehegatten gibt es keine Altersgrenze.
  • Einkommen des/der Studierenden: Wer familienversichert ist, darf (egal, ob Student_in oder nicht) regelmäßig nicht mehr als 450 Euro beim Minijob oder 425 Euro (plus Werbungskostenpauschale in Höhe von ca. 83,3 Euro) bei einem Midijob (Stand 2017; bis einschließlich 2016: 415 Euro) monatlich verdienen. Ausschlaggebend ist das Gesamteinkommen (§ 16 SBG IV): Alle steuerpflichtigen Einkünfte (brutto) werden zusammengerechnet, bei schwankendem Einkommen wird ein Jahresdurchschnitt (wenn nicht das ganze Jahr gearbeitet wird: Durchschnitt der Beschäftigungsmonate) errechnet.
    Ungeplante, einmalige Einkünfte werden nicht berücksichtigt. Kindergeld, Elterngeld oder Mutterschaftsgeld zählen hier nicht als Einkommen. Ebensowenig zählen das BAföG oder ein einkommensteuerfreies Stipendium (z.B. aus der Begabtenförderung des BMBF) dazu. Entgelt aus einem Pflichtpraktikum oder einer Bachelorand_innenentätigkeit wird hingegen mitgezählt, da es einkommensteuerpflichtig ist.
    Bei schwankendem Einkommen muss im Einzelfall geprüft werden, ob die Familienversicherung noch möglich ist.
  • Einkommen der Eltern: Wenn ein Elternteil privat krankenversichert ist und dessen Einkommen höher liegt, als das des gesetzlich Versicherten und ausserdem die Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt (2017: 57.600 Euro brutto), ist die kostenlose Familienversicherung für Kinder beim gesetzlich versicherten Elternteil nicht möglich.

Studentische Krankenversicherung

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Studierende, die nicht kostenlos familienversichert sein können, müssen sich selbst pflichtversichern. Dafür bieten alle gesetzlichen Krankenkassen eine studentische Krankenversicherung an. Der Beitrag liegt einheitlich bei 66,33 Euro plus kassenindividuelle Zusatzbeiträge. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt bei 1,1 Prozent, er dient den Krankenkassen als Richtwert. (Brauchen die Kassen mehr Geld, können sie einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag für Arbeitnehmer_innen selbst festlegen)
Hinzu kommt der Beitrag zur Pflegeversicherung. Wenn deine Krankenkasse Zusatzbeiträge erhebt, musst du auch die zusätzlich zum Beitrag zur studentischen Krankenversicherung leisten.

Allerdings gilt dies nur für Studierende, die das 14. Fachsemester oder das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Wer diese Grenze überschreitet, kann eine freiwillige Krankenversicherung (siehe unten) bei einer gesetzlichen Krankenkasse abschließen (Kosten ab 110 Euro pro Monat, genaue Beträge erfahrt ihr bei der Krankenkasse eurer Wahl) oder sich privat krankenversichern.

Ausnahmsweise kann aber die studentische Krankenversicherung nach Einzelfallprüfung verlängert werden. Möglich ist eine begrenzte Verlängerung vor allem auf familiären oder persönlichen Gründen oder wegen ehrenamtlichen studentischen Engagements. Ebenso ist es möglich, auch mit über 30 studentisch krankenversichert zu bleiben, wenn die Hochschulzugangsberechtigung auf dem zweiten oder dritten Bildungsweg erworben wurde und dadurch jetzt die Altersgrenze erreicht wurde. Hier kommt es auf die Umstände des Einzelfalles an, haben auch andere Gründe - z.B. reguläre Arbeitstätigkeit - dazu geführt, dass du dein Studium erst spät aufnimmst, wird eine Ausnahmeregelung schwierig.

Den Student_innenstatus in der gesetzlichen Krankenversicherung verlierst du, wenn du nebenbei arbeitest und dafür mehr als 20 Stunden je Woche aufbringst (Ausnahmen sind kurzfristige Beschäftigungen und Jobs, die in den Semesterferien ausgeübt werden, sowie Nacht- und Wochenendarbeit). Wenn du also mehr als 20 Stunden arbeitest, musst du statt der studentischen Beiträge 7,3% vom Brutto-Verdienst als Krankenversicherungsbeitrag abführen.

Dasselbe gilt, wenn du während eines Urlaubssemesters arbeitest und dabei regelmäßig mehr als 450 Euro verdienst. In diesem Fall kannst du aber problemlos nach dem Urlaubssemester wieder den Student_innenstatus annehmen.

Wenn du den Student_innenstatus in der gesetzlichen Krankenversicherung/Arbeitslosenversicherung verlierst, also voll Sozialversicherungspflichtig wirst und deshalb für deine_n Arbeitgeber_in nicht mehr so günstig bist, ist das kein personenbedingter Kündigungsgrund.

Freiwillige Krankenversicherung

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Studierende, die wegen Überschreitens der Alters- oder Einkommens- oder Hochschulsemestergrenzen nicht familienversichert und auch nicht studentisch krankenversichert sein können, müssen das Angebot der sogenannten "freiwilligen Versicherung" nutzen. Der Name ist tradiert und heute irreführend: Da eine Krankenversicherungspflicht besteht, kann man nicht freiwillig entscheiden, ob man diese Versicherungsart wählt oder lieber ganz auf eine Krankenversicherung verzichtet.

Der Mindestbeitrag zur freiwilligen Versicherung umfasst die Beiträge zur Kranken- (je nach Krankenkasse 14,6 % plus Zusatzbeitrag) und Pflegeversicherung entsprechend der Höhe deines Einkommens. Du musst dabei i.d.R. Arbeitgeberinnen- und Arbeitnehmeranteil in voller Höhe selbst tragen. Liegt das Einkommen unter 991,67 Euro (also im Minijob und im Midijob; Stand 2017) oder liegt gar kein Einkommen vor, wird ein Mindestbeitrag fällig. Dieser Mindestbeitrag ist mehr als doppelt so hoch wie der Beitrag zur studentischen Kranken- und Pflegeversicherung. Die Werkstudent_innenenregelung gilt (für 'ordentliche' Studierende) trotzdem, weder Arbeitgeber_innen noch Arbeitnehmer_innen zahlen also im Midijob aus dem Arbeitseinkommen direkt Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Bei einem monatlichen Einkommen über 991,67 Euro steigt der Beitrag zur freiwilligen Krankenversicherung entsprechend der Höhe des Einkommens. Für diese Einkommensberechnung gelten strenge Kriterien, neben Lohn und Honoraren zählen auch BAföG- oder Sozialhilfezahlungen zu den beitragspflichtigen Einnahmen (§ 240 SGB V).  Auch andere Einkünfte, die steuerfrei sind, werden als beitragspflichtige Einnahmen angesehen, soweit sie dazu gedacht und geeignet sind, deinen Lebensunterhalt zu decken. Auch Begabtenstipendien können nach einem Urteil des Sozialgerichts Hannover aus dem Herbst 2009 als Einkommen angerechnet werden - müssen sie aber nicht (die Krankenkasse kann das aber in ihrer Satzung selbständig regeln). Zudem können Verluste aus einer Einkommensart (z.B. Selbständigkeit) nicht mit anderen Einkunftsarten verrechnet werden.

Für unverheiratete Promotionsstudierende, die älter als 25 Jahre sind, bleibt i.d.R. nur die freiwillige Versicherung, die studentische Krankenversicherung wird für sie nicht angeboten und für die Familienversicherung fehlen die Voraussetzung.

Beitragsschulden

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Zum 1.8.2013 trat ein neues Gesetz in Kraft, das Beitragsschuldengesetz. Es verändert die Situation für diejenigen grundlegend, die nicht krankenversichert sind bzw. die ihre Beiträge für die Krankenversicherung nicht gezahlt haben.

Sind Studierende betroffen?
Es gibt zwei Gruppen von Studierenden für die die neuen gesetzlichen Regelungen relevant sind.
1. In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gilt für die über 30jährigen oder diejenigen, die im höheren als dem 14. Fachsemester studierenden:  Sie sind nicht mehr über die studentische Pflichtversicherung abgedeckt. Sie müssen sich in der GKV ‚freiwillig’ Pflichtversichern. Der Name ‚freiwillige Versicherung’ stammt noch aus Zeiten, da es keine gesetzliche Krankenversicherungspflicht gab und meint im Grunde, dass man sich selbst versichern muss. Manche Krankenkassen sagen ihren Versicherten nicht Bescheid und so gibt es einige Student_innen, die es kalt erwischt, wenn sie plötzlich 150€ monatlich für ihre KV zahlen sollen.
2. In der privaten Krankenversicherung (PKV): Hier kommt die Überraschung schon etwas früher. Die meisten erwischt es mit erreichen des 25ten Lebensjahres, denn hier endet die Familienversicherung. Die Studierenden müssen sich dann selbst versichern und sind mit sehr hohen Beitragskosten konfrontiert. Da sie zu Beginn ihres Studiums die gesetzliche Versicherungspflicht abgetreten haben, können sie bis zum Ende ihres Studiums nur dann in die GKV wechseln, wenn ein neuer Versicherungsgrund eintritt. Das kann ein voll sozialversicherungspflichtiges Arbeitverhältnis sein. Die Versicherungspflicht in der GKV hält dann aber nur solange an, wie der Job besteht. Danach geht es für das restliche Studium wieder zurück in die PKV.

In beiden Fällen kann es leicht zur Anhäufung von Schulden kommen, wenn die Beiträge nicht gezahlt werden können. Dann besteht kein Versicherungsanspruch und die Schulden steigen trotzdem, da es durch die gesetzliche Krankenversicherungspflicht nicht mehr möglich ist, nicht Mitglied einer Krankenkasse zu sein.

Durch die neuen Regelungen wird es einfacher wieder in die KV und den Genuss eines richtigen Versicherungsschutzes zurück zu kehren. Bisher mussten die Kosten für den gesamten zurückliegenden Zeitraum nachgezahlt werden, in dem keine Beiträge bezahlt wurden. Da die Säumnisgebühren enorm hoch waren (12%), wuchsen die Schulden schnell an. Durch die Neuregelungen liegen die Säumniszinsen noch bei 1%.
Hinzu kommt, dass es Regelungen zum Schuldenerlass gibt, für diejenigen, die sich in diesem Jahr, also noch bis zum 31. Dezember 2013 zurück melden. Ausführliche Informationen findet ihr dazu in den zwei Fallkonstellationen, die für die PKV und GKV  vom Ministerium zusammen getragen wurden:
Gesetzliche Krankenversicherung
und
Private Krankenversicherung

Private Krankenversicherung

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Wer sich zu Beginn ihres/seines Studiums (oder nach Erreichen der Altersgrenze für die studentische Krankenversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse) entschieden hat, nicht gesetzlich sondern privat krankenversichert zu bleiben, sollte sich bei der zuständigen Krankenversicherung über die dort geltenden Grenzen und Beiträge informieren. Wer privat familienversichert ist und neben dem Studium in einer regulären studentischen Beschäftigung steht, braucht eine gesetzliche Krankenkasse, die für ihn/sie die Rentenversicherungsbeiträge einzieht - in der Regel kümmert sich aber der/die Arbeitgeber_in darum.

Grundsätzlich gilt: Die Entscheidung für private Krankenversicherungen gilt unwiderruflich für die gesamte Dauer des Studiums. Auch sonst kann ein privater Krankenversicherungsvertrag nur gekündigt werden, wenn man in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig wird oder eine Familienversicherung eintritt.

Auch wer bisher bei ihren/seinen privat krankenversicherten Eltern kostenfrei oder kostengünstig mitversichert war, sollte sich genau überlegen, inwieweit eine studentische Krankenversicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse günstiger ist. Da es keine sehr detaillierten gesetzlichen Festlegungen für die privaten Krankenversicherungsverträge gibt, kann zu Beginn des Studiums schwer Vorhersehbares wie Auslandsaufenthalte, Schwangerschaft oder eigene Kinder, überlange Studiendauer oder Einkünfte aus Nebenjobs eine private Krankenversicherung später teurer werden lassen.

Achtung: Wer sich vom Studium beurlauben läßt und trotzdem arbeiten geht, wird, wenn das regelmäßige Einkommen 450 € monatlich übersteigt, voll sozialversicherungspflichtig. Dann müssen auch Studierende, die während des Studium privat krankenversichert sind, entsprechend der Höhe des Einkommens Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlen.

Ansprechpartner bei Problemen mit einer privaten Krankenversicherung ist der Ombudsmann der privaten Krankenversicherungen.

Regelungen zur Zuzahlung

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Ein Großteil der verschriebenen Medikamente ist heute zuzahlungspflichtig.
Trotz ihres geringeren Budgets sind Studierende von diesen Regelungen nicht ausgenommen. Damit die Ausgaben für Medizin jedoch nicht ins Unermeßliche steigen, hat der Gesetzgeber eine Deckelung der Zuzahlung beschlossen. So müssen nur maximal 2 Prozent des jährlichen Einkommens - bei chronischen Krankheiten maximal 1 Prozent - für Medikamente aufgewendet werden. Wer höhere Ausgaben hat, kann sich bei seiner Krankenkasse befreien lassen.

Wie wird die Einkommensgrenze berechnet?

  • Wenn du noch bei deinen Eltern wohnst oder kostenlos familienversichert bist und bei deinen Eltern noch gemeldet bist (ggf. genügt auch der Nebenwohnsitz), ist nicht dein Einkommen relevant. Alle Einkünfte der Familie (auch von den Familienmitgliedern, die nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind) werden zusammengerechnet, von dieser Summe dürfen bis zu 2 Prozent für Zuzahlungen (Summe der Zuzahlungen aller Familienmitglieder) ausgegeben werden.
  • In allen anderen Fällen zählt nur dein eigenes Einkommen (ggf. freilich zusammen mit dem Einkommen deiner/s Ehegattin_en oder Lebenspartner_in_s, deiner Kinder etc.), von dem 2 Prozent für Zuzahlungen aufgebracht werden müssen.

Was zählt zum Einkommen dazu?

Neben Einkünften, die auch steuerpflichtig sind (zum Beispiel. aus Arbeit, Miete, Kapital), zählen z.B. auch Unterhaltszahlungen oder Hinterbliebenenrente, Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Tätigkeit und ein Teil vom Elterngeld zum Einkommen. Nicht zum Einkommen zählen zum Beispiel Stipendien, Wohngeld, Kindergeld und Kinderzuschlag.

Wie hoch ist der Mindestzuzahlungsbetrag?

Liegt gar kein oder nur geringes Einkommen vor, das für die Berechnung der Zuzahlungshöhe relevant ist (zum Beispiel weil du nur oder überwiegend vom Bafög lebst), wird der ALG-II-Regelsatz von derzeit 409 Euro (Stand 2017) als fiktives Mindesteinkommen angenommen und als Grundlage der Berechnung verwendet.

Krankenversicherung im Ausland

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Wer zum Studieren ins Ausland geht, kann auch dort familienversichert belieben. Wenn die Voraussetzungen zur Familienversicherung nicht erfüllt sind, kannst du eine freiwillige Versicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse abschließen. In diesem Fall sind die Beiträge zur freiwilligen Versicherung genauso hoch sind wie die Pflichtbeiträge, die inländische Studierende zur studentischen Krankenversicherung entrichten – solange die Voraussetzungen für die studentische Krankenversicherung erfüllt werden.

Ob du im Gastland dennoch eine heimische Krankenkversicherung abschließen musst oder ob die Versicherung aus Deutschland anerkannt wird, solltest du jedenfalls vorab klären.

Diplomand_innen/Bachelorand_innen etc.

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Für Diplomand_innen, also Studierende, die ihre Diplomarbeit (oder eine andere Abschlussarbeit) erstellen, gelten die normalen Regelungen für Studierende. Ausnahme: Wer zur Erstellung ihrer/seiner Diplomarbeit in einem Unternehmen tätig ist und dabei ausschließlich mit Tätigkeiten betraut wird, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erstellung der Diplomarbeit stehen, gilt nicht als Arbeitnehmer_in. Wenn das Unternehmen, zum Beispiel weil es an den Ergebnissen der Arbeit interessiert ist, für diese Zeit eine Vergütung zahlt, müssen aus dieser Vergütung keine Beiträge an die Krankenversicherung gezahlt werden.

Bei Beendigung des Studiums

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Wenn das Studium beendet ist und du exmatrikuliert wurdest, endet auch die studentische Krankenversicherung. Die kostenlose Familienversicherung bei den Eltern kann ebenfalls enden, denn sie kann nur in Anspruch genommen werden, wenn du in Ausbildung bist. Falls du nicht sofort einen ordentlichen Job hast oder einen Nebenjob aus dem Studium, der kein Minijob ist, weiterführst (in diesen Fällen müsstest du nämlich aus dem Bruttolohn Beiträge zur Krankenversicherung zahlen und wärst so versichert), solltest du dich arbeitslos melden. Du hast i.d.R. Anspruch auf ALG II und wirst dann auch übers Arbeitsamt krankenversichert. Wenn du im Anschluss an dein Studium promovierst, guck weiter unten nach.

Zusatzbeitrag

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Zum erstenmal haben 2010 einige gesetzliche Krankenkassen einen Zusatzbeitrag zusätzlich zum gesetzlichen Beitrag zur Krankenversicherung erhoben, weil ihre Kosten nicht aus den Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen und Zuschüssen gedeckt werden können. Brauchen die Kassen mehr Geld, können sie einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag für Arbeitnehmer_innen selbst festlegen.

Dieser Zusatzbeitrag wird u.a. fällig

  • wenn man studentisch krankenversichert ist
  • wenn man freiwillig krankenversichert ist
  • wenn man ganz normal aus dem Arbeitseinkommen Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlt.

Ein Zusatzbeitrag wird nicht fällig für Versicherte, die kostenlos über die Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen versichert sind. Unabhängig vom Zusatzbeitrag gelten weiterhin die Regelungen für Zuzahlungen. Führt Deine Krankenkasse einen Zusatzbeitrag ein, kannst Du sehr leicht zu einer anderen Kasse wechseln - dafür gibt es ein Sonderkündigungsrecht.

Wer den Zusatzbeitrag nicht zahlt, sollte mit einem Mahn- und Inkassoverfahren der Krankenkasse rechnen. Der Versicherungsschutz geht allerdings erst verloren, wenn man mit zwei vollen Monatsbeiträgen im Rückstand ist. Dann gibts nur noch eine Notversorgung auf Kassenkosten.

Die Höhe des Zusatzbeitrages wird von der jeweiligen Krankenkasse festgelegt. Anders als 2010 gilt: Der Beitrag wird einkommensunabhängig erhoben und ist für alle Versicherten der Kasse gleich hoch. Damit niemand zu stark belastet wird, gibt es einen Sozialausgleich vom Bund: Das Bundesgesundheitsministerium legt einen "durchschnittlichen Zusatzbeitrag" fest. Wenn der höher ist, als das zwei Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen des Krankenversicherten, zahlt das Ministerium einen Ausgleich. Dieser Ausgleich wird aber an alle gesetzlichen Versicherten gezahlt, ganz gleich, ob ihre Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt oder nicht und wie hoch der tatsächlich ist. Wer eine teure Kasse hat, zahlt also drauf, wer eine preiswerte hat, kriegt noch was dazu.

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