Deutscher Gewerkschaftsbund

Urlaub/Feiertage

Urlaubsanspruch

Jede_r Arbeitnehmer_in muss sich zwischenzeitlich auch einmal erholen. Darum garantiert das Bundesurlaubsgesetz allen Arbeitnehmer_innen und arbeitnehmerähnlich Beschäftigten vier Wochen bezahlten Urlaub pro Jahr.

Der genaue gesetzliche Mindesturlaubsanspruch beträgt 24 Werktage pro Jahr (bei einer Sechs-Tage-Woche) bzw. 20 Arbeitstage (bei einer Fünf-Tage-Woche). Dein individueller Urlaubsanspruch kann aber höher sein, wenn ein Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder ein Arbeitsvertrag das festlegen. Nur niedriger geht nicht!

Zur Berechnung des genauen Urlaubsanspruchs, ibs. bei Teilzeitbeschäftigten, siehe Berechnungsbeispiel ganz unten.

Der volle Urlaubsanspruch besteht erst, wenn das Arbeitsverhältnis schon sechs Monate andauert. Vorher und bei auf höchstens sechs Monate befristeten Beschäftigungen wird pro Arbeitsmonat ein Zwölftel des Jahresurlaubs gewährt. Nach sechs Monaten besteht auch dann der volle Jahresurlaubsanspruch, wenn der Job erst im Laufe des Jahres aufgenommen wurde.

Der Urlaubsanspruch kann nur in begründeten Ausnahmefällen ins nächste Kalenderjahr mitgenommen oder übertragen werden. Er muss dann aber bis 31.03. abgegolten sein, sonst verfällt er i.d.R.
Dazu muss die Urlaubsübertragung von einem Kalenderjahr in das nächste förmlich beantragt werden. Ist ein solcher Antrag gestellt worden, kann der Resturlaub aus dem Vorjahr bis zum 31.03. des darauf folgenden Jahres genommen werden. Wird der Antrag nicht gestellt, erfolgt auch keine Übertragung des Urlaubs - er verfällt.

Urlaub wird nur in Absprache mit dem_der Arbeitgeber_in genommen, die_der kann ihn aber nur aus wichtigen Gründen verweigern. Ein einmal gewährter Urlaub kann nicht ohne weiteres, sondern allenfalls aus dringenden betrieblichen Gründen wiederrufen werden. Eine Abgeltung des gesetzlichen Urlaubsanspruches mit dem Gehalt oder durch ein höheres Gehalt ist während der Dauer eines Arbeitsverhältnisses rechtlich unzulässig, eine dahingehende Vereinbarung, auch im Arbeitsvertrag, nichtig. Einen Urlaubszwang in Form von Betriebsferien kann der Arbeitgeber nur mit Rücksicht auf die Interessen der Arbeitnehmerin und unter Einbeziehung des Betriebsrates festlegen.

Wenn du während des Urlaubes krank wirst, werden die Tage der Krankschreibung nicht auf deinen Urlaubsanspruch angerechnet, das gilt auch in den Betriebsferien. Da du dich im Urlaub erholen sollst, darfst du während des Urlaubs natürlich nicht ohne Einverständnis deines Arbeitgebers einer anderen Erwerbsarbeit nachgehen.

Urlaubsgeld, Urlaubsentgelt

Während des Urlaubs wird dein Lohn natürlich weiter gezahlt (als so genanntes Urlaubsentgelt). Wenn du nicht jede Woche dieselbe Stundenzahl arbeitest, wird in der Regel das durchschnittliche Einkommen der letzten 13 Wochen vor Urlaubsantritt während der Urlaubszeit weitergezahlt. Hierzu gibt es detaillierte Rechtsprechung und zahlreiche Ausnahmen.

Manchmal wird kein Urlaubsentgelt gezahlt - wer Urlaub macht, bekommt in dieser Zeit keine Dienste und darum auch kein Geld. Das ist rechtswidrig, deshalb kann Urlaubsentgelt auch rückwirkend, sogar noch nach einer Kündigung, eingefordert (und auch eingeklagt) werden:

  • wenn man bisher keinen Urlaub genommen hat, bis 31.03. für das zurückliegende Jahr;
  • wenn man nachweislich in Rücksprache mit der Arbeitgeberin Urlaub gemacht, aber kein Entgelt bekommen hat, bis zu vier Jahre rückwirkend.

Vom Urlaubsentgelt ist das Urlaubsgeld zu unterscheiden, dies ist eine zusätzliche Leistung des Arbeitgebers. Das Urlaubsgeld wird meistens in einem Tarifvertrag bzw. im Arbeitsvertrag geregelt.

Sonderurlaub (Bildung, Pflege)

Nach oben

Weitere Ansprüche auf bezahlten Urlaub können dir für Weiterbildung und für gewerkschaftliche, parteipolitische oder gesellschaftliche Tätigkeiten gewährt werden. Regelungen hierzu können unter anderem im Tarifvertrag oder im Arbeitsvertrag stehen. Viele dieser Sonderurlaubsansprüche sind allerdings in den letzten Jahren zunehmend gestrichen worden und mittlerweile recht selten.

Ein gesetzlicher Anspruch auf bis zu zehn Tage unbezahlten Urlaub besteht im Falle einer unerwartet auftretenden Pflegebedürftigkeit einer_s nahen Angehörigen. Die Zeit soll für die häusliche Pflege genutzt werden - und für die Organisation einer Unterbringung in geeigneten Pflegeeinrichtungen.

Bildungsurlaub

Nach oben

Der Begriff Bildungsurlaub benennt das Recht auf bezahlte Freistellung von der Arbeit für bestimmte anerkannte Bildungsmaßnahmen unabhängig von dem übrigen Urlaub, der dir darüber hinaus weiterhin zusteht.
Wer nur Teilzeit arbeitet, hat einen entsprechenden Teilzeitanspruch.

Ein Bildungsurlaub kann ein Sprachaustausch nach Spanien sein, ein Computerkurs oder auch ein gewerkschaftliches Bildungsseminar. Da Bildung bei uns Ländersache ist, gibt es in jedem Bundesland unterschiedliche Regelungen und Handhabungen. In einigen Bundesländern gibt es leider überhaupt keine gesetzliche Regelung für Bildungsurlaube. Das muss aber nicht heißen, dass du nicht trotzdem Anspruch darauf hast, denn möglicherweise gilt für dich ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung, die dir einen Bildungsurlaub erlauben.

Bezahlte und unbezahlte Freistellung

Nach oben

Neben dem Urlaubsanspruch besteht ein gesetzlicher Anspruch auf bezahlte Freistellung bis zu fünf Tagen bei Geburten, Hochzeiten, Krankheits- oder Todesfällen, für ehrenamtliche Richter_innen, für gerichtliche oder behördliche Ladungen, notwendige Arztbesuche, Stellensuche bei Arbeitsplatzwechsel und ähnliches mehr. Dieser Anspruch kann aber durch Arbeits- oder Tarifvertrag ausgeschlossen, erweitert (zum Beispiel bei Umzug) oder eingeschränkt sein.

Ein gesetzlicher Anspruch auf bezahlte oder unbezahlte Freistellung für den arbeitsintensiven Zeitraum von Prüfungen oder für die Dauer von Pflichtpraktika besteht nicht. Nichtsdestotrotz kannst (und solltest) du versuchen, mit deiner_m Arbeitgeber_in ggf. eine unbezahlte Freistellung für diese Zeit auszuhandeln, falls der Urlaub hierfür nicht ausreicht oder du keinen Urlaub nehmen möchtest.

Feiertage

Nach oben

An einem gesetzlichen Feiertag musst du in den meisten Berufen nicht arbeiten, hast aber trotzdem Anspruch auf Lohnzahlungen. Die gibts natürlich nur, wenn du üblicherweise an dem Wochentag arbeitest, auf den der Feiertag fällt.

Wer nicht Vollzeit arbeitet und ihre_seine Arbeitszeit frei einteilen kann oder wechselnden Arbeitszeiten unterliegt (auch bei Schichtarbeit), wird anteilig für den Feiertag bezahlt. Beispiel: Wer pro Woche zehn Stunden arbeitet (fünf-Tage-Woche), muss, wenn in der Woche ein Feiertag liegt, ein Fünftel, also zwei Stunden weniger arbeiten, bekommt aber trotzdem zehn Stunden bezahlt. Wird in der fraglichen Woche (z.B. wegen starrer Schichtlänge) mehr gearbeitet, muss entsprechend mehr Lohn fließen oder ein Freizeitausgleich in den kommenden Wochen erfolgen.

Wer die ganze Woche arbeitet und - zum Beispiel in der Krankenpflege oder der Gastronomie - an einem Feiertag arbeiten muss, hat gesetzlichen Anspruch auf Freizeitausgleich. Das heißt, innerhalb von zwei Wochen muss man an einem normalen Werktag nicht arbeiten, wird aber trotzdem bezahlt - ggf. mit Feiertagszuschlägen (Durch den Ausgleichstag musst du also effektiv einen Tag weniger arbeiten, wirst aber voll bezahlt.).

Wer Vollzeit in wechselnden Schichten arbeitet und an einem Feiertag keine Schicht hat, bekommt den Feiertag auch nicht bezahlt (Beispiele siehe unten).

Wer nur fünf Tage pro Woche oder weniger in einem Betrieb arbeitet, in dem auch feiertags gearbeitet wird, hat nach aktueller Rechtsprechung kein Anspruch auf einen zusätzlichen Ausgleichstag für die Feiertagsarbeit.

Zur Regelung bei Sonntagsarbeit steht mehr im Bereich Arbeitszeit.

Beispiele Feiertage - Schichtarbeit: Was wird bezahlt?

Nach oben

Deine Arbeitszeit beträgt regelmäßig sechs Arbeitstage pro Woche in einem Betrieb, in dem Vollzeitbeschäftigte sechs Tage pro Woche arbeiten.

  • Du arbeitest Mo-Sa, dabei ist der Montag ein Feiertag. Dann wirst Du am Montag normal bezahlt (ggf. plus Feiertagszuschläge), weil du ja arbeitest, bekommst aber für den Feiertag einen Ausgleichstag (innerhalb der kommenden Wochen einen regulären Werktag frei - ohne Lohneinbußen). Wäre der Montag kein Feiertag, würdest du den Ausgleichstag nicht erhalten.
  • Du arbeitest Di-So, dabei ist der Montag ein Feiertag. Dann wirst du am Sonntag normal bezahlt (ggf. plus Sonntagszuschläge), weil du ja arbeitest, bekommst aber für den Sonntag einen Ausgleichstag (innerhalb der kommenden Wochen einen regulären Werktag frei - ohne Lohneinbußen). Wäre Montag kein Feiertag, müsstest du da auch arbeiten gehen oder einen Ausgleichstag nehmen.
  • Du arbeitest Di-Sa, dabei ist Montag ein Feiertag. Du bekommst - wie in den beiden anderen Fällen - deinen normalen Lohn für diese Woche (ohne Feiertags/Sonntagszuschlag), obwohl du nur fünf Tage gearbeitet hast. Dafür gibts aber auch keinen Ausgleichtag.

Weitere Infos