Deutscher Gewerkschaftsbund

Lohn

Du hast Anspruch auf regelmäßige Lohnzahlungen in der vereinbarten Höhe. Ob du das Geld zur Monatsmitte oder am Monatsende erhältst, ist im Arbeitsvertrag geregelt. Zahlungen in unregelmäßigen Abständen sind nicht zulässig.

Die Höhe des Lohnes ist nicht nur Verhandlungssache, für fast alle Arbeitsbereiche gibt es Tarifvereinbarungen oder Richtwerte, die selten um mehr als 20 % unterschrittten werden dürfen. Wenn dein Lohn um mehr als ein Drittel unter dem ortsüblichen Lohn für eine vergleichbare Tätigkeit liegt, ist er sogar sittenwidrig und damit ungesetzlich. Welcher Lohn für deine Arbeit angemessen ist, und ob du einen Anspruch auf eine bestimmte Lohnhöhe hast, erfährst du bei der zuständigen Gewerkschaft.

In der Regel sollte dein Lohn nicht höher oder niedriger sein als der Lohn deiner Kollegin, die dieselbe Arbeit verrichtet. Nur in Ausnahmefällen dürfen Unterschiede bestehen – der_die Arbeitgeber_in muss sie aber sehr gut begründen können. Unzulässig ist es jedenfalls, studentischen Beschäftigten (resp. Werkstudent_innen) den tarifvertraglich vereinbarten Lohn vorzuenthalten. Ebenso unzulässig ist, dass die Höhe der Grundvergütung je nach Alter der Arbeitnehmer_innen variiert.

Der Lohn, den die_der Arbeitgeber_in mit dir vereinbart, ist natürlich der Bruttolohn. Je nachdem, welche Art Beschäftigungsverhältnis du eingehst, werden davon womöglich Steuern und Sozialversicherungsabgaben abgezogen. Übrig bleibt der Nettolohn, der auf dein Konto fließt. Auch daran musst du denken, wenn du deinen Lohn aushandelst.

Zuschläge zur normalen Lohnhöhe können zum Beispiel bei Nacht-, Schicht-, Wochenend-, Feiertagsarbeit oder Überstunden fällig werden. Diese Zuschläge sind i.d.R. auch einkommensteuerfrei. Allerdings gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf solche Zuschläge (Ausnahme: Seeschiffahrt). Sie müssen im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung festgelegt sein.

Es besteht ebenfalls keine gesetzliche Verpflichtung zu sogenannten Sondervergütungen. Dazu können gehören Weihnachtsgeld, Treueprämien oder Jahresabschlußvergütungen. Werden Arbeitnehmer_innen in einem Betrieb jedoch unterschiedliche behandelt und es besteht ein Verdacht auf einen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz, kann ein Zahlungsanspruch für die Benachteiligten entstehen. Auch hier solltest du dir Unterstützung holen beim Betriebsrat oder deiner Gewerkschaft.

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