Deutscher Gewerkschaftsbund

Krankheit

Bei Krankheit: Lohnfortzahlung

Wer krank ist, muss auch essen. Darum hat jede_r Arbeitnehmer_in auch im Krankheitsfall Anspruch auf hundertprozentige Lohnzahlungen. Das gilt selbst bei Nebenjobs mit variierenden Wochenarbeitszeiten, in denen man mehr oder weniger kurzfristig für einen "Dienst" eingesetzt wird: Ist dein Einsatz vereinbart und du wirst kurzfristig krank, bekommst du trotzdem vollen Lohn. Bei längerer Krankheit ist der durchschnittliche Verdienst ausschlaggebend.

Diese Regelung aus dem so genannten "Entgeltfortzahlungsgesetz" des Bundes greift vier Wochen nach Beginn des Arbeitsverhältnisses und gilt zum Beispiel auch für ärztlich verordnete Kuren. Bei kurzen aneinanderliegenden befristeten Arbeitsverhältnissen beim selben Arbeitgeber wird ausnahmsweise von einem einheitlichen Arbeitsverhältnis ausgegangen, die Wartezeit gibts dann nur einmal.

Voraussetzung ist natürlich eine ärztliche Krankschreibung, die der Arbeitgeberin vorgelegt wird.

Nur in sehr besonderen Ausnahmefällen, zum Beispiel wenn der_die Arbeitnehmer_in ihre_seine Genesung mutwillig oder ungewöhnlich leichtfertig verzögert, kann die Lohnfortzahlung womöglich verweigert werden. Oder wenn du eine bsonders gefährliche Sportart ausübst, und dich abei verletzt, weil du dich deutlich überschätzt hast oder grob gegen die Regeln verstoßen hast.

Die Lohnfortzahlung gibt es nicht ohne Grund. Wer krank ist, würde nicht nur unverschuldet weniger verdienen. Viele Arbeitnehmer_innen würden aus Angst um ihren Verdienst krank zur Arbeit gehen - was noch kranker macht. Und so toll ist kein Stundenlohn, dass man ihm die Gesundheit opfern muss. Also: Nimm die Lohnfortzahlung in Anspruch.

Die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers gibt es nur einmal pro Krankheit, auch wenn du zwischendurch arbeitsfähig warst und nun erneut wegen derselben Sache krank geschrieben bist (zum Beispiel weil es einen Rückfall gab). Wenn mehrere Krankheiten gleichzeitig oder nacheinander auftreten, endet die Lohnfortzahlung nach sechs Wochen, es sei denn, man war zwischendurch gesundgeschrieben.

Nach 6 Wochen: Krankengeld

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Wer länger ans Bett gefesselt ist, erhält sogar für sechs Wochen den vollen Lohn vom Arbeitgeber. Danach springt normalerweise die Krankenkasse mit Krankengeld in Höhe von 70 Prozent des üblichen Lohnes ein.

Allerdings haben Studierende keinen Anspruch auf Krankengeld. Ausnahme: Wer wegen dauerhafter Überschreitung der 20-Wochenstundengrenze nicht von der Sozialversicherungspflicht befreit ist, bekommt auch Krankengeld, ebenso - aber mit Einschränkungen - wer freiwillig versichert ist.

Sogar Selbständige können bei vielen gesetzlichen Krankenkassen einen Krankengeldanspruch erwerben - gegen einen zusätzlichen Beitrag.

Krank gekündigt?

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Krankschreibungen, auch wenn sie öfter auftreten oder länger andauern, sind kein zulässiger Kündigungsgrund. Sonst würden diejenigen, die öfter krank sind als andere, entlassen werden - und jede_r Arbeitnehmer_in würde aus Angst um seinen_ihren Job auch dann zur Arbeit gehen, wenn sie_er krank ist - was noch kranker macht. Um dem vorzubeugen gibt es dieses Gesetz.

Nur wer dauerhaft mehr krank ist als am Arbeitsplatz - ohne die Aussicht, das sich das bald ändert - kommt gegen eine Kündigung nur schwer an - zumal, wenn die Fehlzeiten dem Betrieb erheblich schaden und auch ein Arbeitsplatzwechsel innerhalb des Betriebes keine Abhilfe schaffen kann.

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