Deutscher Gewerkschaftsbund

Mobbing / Belästigung

Mobbing wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales als „schikanöses, tyrannisierendes oder ausgrenzendes Verhalten“ von Seiten des Arbeitgebers gegenüber oder untereinander von Arbeitnehmer_innen definiert. Es handelt sich dabei nicht um einmaliges, sondern um wiederholtes, eventuell aufeinander aufbauendes und systematisches Verhalten, dass nicht geplant sein muss. Weil es die Persönlichkeitsrechte oder andere im Grundgesetz geschützte Rechte wie die Ehre oder die Gesundheit der oder des Betroffenen verletzt um eine Straftat, gegen die vor dem Arbeitsgericht auf Unterlassung und Schadensersatz geklagt werden kann. Ein solches Verhalten muss der Arbeitgeberin bekannt gegeben werden, dann ist diese in der Pflicht, Maßnahmen dagegen zu ergreifen.

Leider ist Mobbing nicht im Gesetz eindeutig definiert, außer es handelt sich um eine Benachteiligung oder Belästigung im Zusammenhang mit "Rasse", ethnischer Herkunft, dem Geschlecht, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität der_des Betroffenen. Dann greift das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und erleichtert dem Opfer die Einforderung seiner_ihrer Rechte. Es regelt vor allem die Pflicht der Arbeitgeberinnen, Maßnahmen zur Unterbindung zu ergreifen, das Beschwerde- und ein Leistungsverweigerungsrecht sowie den Schadensersatz. Allerdings gilt: Die Beweislast liegt beim dem_der Klagenden, sprich beim Opfer der Belästigung oder Benachteiligung.

Auch sexuelle Belästigung fällt in den Geltungsbereich des Gesetzes. Sexuelle Belästigung liegt vor, wenn „ein unerwünschtes sexuell bestimmtes Verhalten bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird, insbesondere wenn ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird.“ Unter „unerwünschtes sexuell bestimmtes Verhalten“ fallen sexuelle Handlungen oder Aufforderungen zu diesen, Berührungen oder Bemerkungen sexuellen Inhalts, auch per SMS – aber auch das unerwünschte Zeigen und sichtbare Anbringen von pornographischen Darstellungen.

Mobbing und Belästigungen anderer Art können psychisch sehr belastend sein. Hast du das Gefühl, die Situation nicht durch Gespräche mit deinen Kolleg_innen, dem Betriebsrat oder dem_der Arbeitgeber_in zu klären, empfiehlt sich der Besuch einer spezialisierten Beratungsstelle (siehe unten).