Deutscher Gewerkschaftsbund

Au Pair

Au Pair - was ist das eigentlich?

Au-pairs sind keine billigen Haushaltshilfen! Au-pairs leben als Teil einer Familie ein Jahr mit, um das Leben der Menschen ihres Gastlandes kennenzulernen und ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Dafür helfen sie im Haushalt und bei der Kinderbetreuung und sind in das Familienleben ihrer Gastfamilie integriert.

"Au-pair-Mädchen" können übrigens auch Jungen werden!

Rechtliche Rahmenbedingungen Au-pairs leben nicht im rechtsfreien Raum! Im Gegenteil: der Europarat hat 1969 ein "Europäisches Abkommen über die Au-pair-Beschäftigung" verabschiedet. Das Abkommen hat in Deutschland zwar keinen verbindlichen Rechtscharakter, weil es nicht ratifiziert wurde, seine Inhalte werden aber im Wesentlichen anerkannt. Die Bundesagentur für Arbeit und seriöse Vermittlungsagenturen vertreten die wesentlichen Punkte des Abkommens.

Eckpunkte eines seriösen Au-pair Vertrages sind demnach:

  • Au-pairs: 17 Jahre bis 25 Jahre; bei Minderjährigen bedarf es einer schriftlichen Einverständniserklärung der gesetzlichen VertreterInnen; gute Grundkenntnisse der deutschen Sprache werden bei der Bewerbung vorausgesetzt.
  • Gastfamilie: als Gastfamilie kommen Ehepaare mit oder ohne Kind, unverheiratete Paare oder Alleinerziehende mit Kind, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, in Frage. In den Familien muss Deutsch als Muttersprache gesprochen werden; Ausnahmefälle für ausländische Familien, in denen Deutsch Umgangssprache ist, sind möglich.
  • Haupttätigkeiten: leichte Hausarbeiten und Kinderbetreuung
  • Arbeitszeiten: nicht mehr als fünf Stunden täglich, bei einem freien Tag pro Woche und mindestens vier freien Abenden pro Woche.
  • Urlaubsanspruch: vier Wochen bezahlter Urlaub im Jahr; bei weniger als 12 Monaten Beschäftigung gilt ein Urlaubsanspruch von 2 Werktagen pro Monat.
  • Unterkunft und Verpflegung: Au-pairs haben Anspruch auf ein eigenes Zimmer sowie kostenlose Verpflegung.
  • Bezahlung: Au-pairs bekommen in der Regel ein monatliches Taschengeld von etwa 205 Euro.
  • Versicherung: Gastfamilien müssen für ihr Au-pair einen Kranken- und Unfallversicherung abschließen.
  • Sprache, Kultur und Religion: Gastfamilien müssen Au-pairs den Besuch von Sprachkursen, Kulturveranstaltungen und eine freie Religionsausübung ermöglichen. Entstehende Kosten trägt das Au-pair selbst.
  • Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis: Au-pairs aus Ländern, die nicht der Europäischen Union (EU) angehören, benötigen eine Arbeits- und eine Aufenthaltserlaubnis. Das Visum für die Einreise nach Deutschland muss bei der deutschen Auslandsvertretung im Herkunftsland beantragt werden. Es wird erteilt, wenn die am Wohnort der Gastfamilie zuständige Ausländerbehörde grünes Licht gibt. (Achtung: Au-pairs dürfen bei der Visums-Beantragung noch keine 25 Jahre alt sein.) Die Arbeitserlaubnis wird nach der Einreise für maximal 12 Monate vom zuständigen Arbeitsamt erteilt. Voraussetzung hierfür ist eine gültige Aufenthaltsgenehmigung. Eine Verlängerung ist nicht möglich. Bei Au-pairs aus den EU-/EWR-Staaten muss lediglich binnen drei Monaten nach der Einreise bei der Ausländerbehörde eine so genannte "Aufenthaltserlaubnis-EG" beantragt werden.
  • Au-pair-Vertrag: Alle Rechte und Pflichten sollten in einem Vertrag festgeschrieben werden. Damit haben beide Parteien eine Basis, auf die sie sich berufen können. Das Au-pair-Verhältnis endet nach Ablauf der vereinbarten Zeit. Wurde eine Kündigungsfrist vereinbart, kann der Vertrag vorzeitig im gegenseitigen Einvernehmen aufgehoben werden. Aus schwerwiegenden Gründen ist eine fristlose Kündigung möglich.

Vermittlung

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Die Vermittlung von Au-pairs in Deutschland ist seit der Deregulierung der Arbeitsvermittlung nicht mehr notwendigerweise an kontrollierte Agenturen gebunden! Jede/r kann die Vermittlung betreiben, auch private Organisation eines Au-Pair Aufenthaltes ist möglich. Dies wird von vielen in dem Bereich Au-pair engagierten Menschen und Organisationen sehr bedauert, weil die Absicherung der Au-pairs durch erfahrene Organisationen viel dazu beiträgt, Missbrauchsfälle zu vermeiden. Nur eine seriöse Organisation gewährleistet zum Beispiel die Möglichkeit, "falls alles schief läuft" die Gastfamilie zu wechseln. Auch die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt die Inanspruchnahme einer seriösen Vermittlungsagentur.

Als Au-pair ins Ausland: Was sollte ich beachten?

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Ein Au-pair-Aufenthalt ist eine tolle Erfahrung. Integriert in eine Familie erhältst du einen unverfälschten Einblick in Lebensweise und Kultur deines Gastlandes und kannst deine Sprachkenntnisse perfektionieren. Ein Au-pair-Aufenthalt muss aber gut vorbereitet und betreut sein. Achte bei der Auswahl einer Agentur auf die oben genannten Eckpunkte eines seriösen Au-pair-Vertrages oder wende dich gegebenenfalls für Beratung an die Bundesagentur für Arbeit!

Au-pair-Programme und hilfreiche Links