Deutscher Gewerkschaftsbund

"Schwarzarbeit"

'Schwarz arbeiten' bedeutet, für eine Arbeit Geld zu bekommen, dafür aber weder Sozialversicherungen noch Lohnsteuer zu zahlen, obwohl du bzw. dein/e ArbeitgeberIn dazu verpflichtet ist. Zunächst könnte man ja annehmen, dass einem diese Form unangemeldeter, illegaler Arbeit Vorteile bringt – man bekommt alles Geld ohne Abzüge ausgezahlt. Tatsächlich hat aber nur der/die ArbeitgeberIn davon einen Vorteil. Sie/Er kann euch um vieles leichter um

  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • Urlaubsentgelt

prellen. Auch ist es schwieriger, auf dem vereinbarten Lohn zu bestehen und nicht mit weniger als erhofft oder - im schlimmsten Fall - mit gar nichts nach Hause zu gehen - denn wenn ihr den Lohn einklagen wollt (und das ist letztlich auch bei unangemeldeter Arbeit möglich), wird immer auch euer Arbeitsverhältnis offenbar. Dasselbe gilt auch für andere Ansprüche gegen die Arbeitgeberin, zum Beispiel bei der Haftung für Schäden, die während der Arbeit entstanden sind.

Hinzu kommt, dass ohne Zahlungen in die Sozialversicherung auch kein Anspruch entsteht:

  • Bei einem Arbeitsunfall zahlt die Unfallversicherung möglicherweise nicht - ob der Arbeitgeber genug Geld hat, um deine Unfallfolgekosten zu tragen, ist fraglich.
  • In der Rentenversicherung entsteht kein Anspruch - und da kriegst du am Ende ohnehin schon kaum was heraus.
  • Auch in der Kranken- oder der Arbeitslosenversicherung entstehen keine Ansprüche, selbst wenn man nicht unter das WerstudentInnenprivileg fiele.

Weil die Sozialversicherungen durch unangemeldete Arbeit Einnahmeausfälle haben, sind die Beiträge für die übrigen Beschäftigten höher - oder die Leistungen werden für alle beschnitten (z.B. bei der Krankenversicherung). Wird unangemeldete Arbeit entdeckt, können die Beiträge aber auch lange rückwirkend eingefordert werden. Genauso schädlich ist der Verlust bei den Steuereinnahmen (Lohnsteuer, Umsatzssteuer) - das Geld fehlt letztlich auch bei der Finanzierung von Hochschulen, Nahverkehr, Polizei und Straßenbau. Auch die hinterzogenen Steuern könnnen nachträglich eingefordert werden.

Und schließlich bildet sich ein Teufelskreis: Je mehr unangemeldete, illegale Arbeit es gibt, die ja für die ArbeitgeberInnen billiger und bequemer ist, um so schwieriger ist es, einen ordentlich bezahlten legalen Job zu finden. Deshalb ist unangemeldete Arbeit strafbar und wird - je nach Schwere - mit Ordnungs- oder Strafgeldern zwischen einigen hundert und 25.000 € belegt.

Nach Einschätzung des DGB machte unangemeldete Arbeit Ende 2008 fünf bis sieben Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus, zehn Jahre zuvor konstatierte die Kommission für Zukunftsfragen der Freistaaten Bayern und Sachsen sogar einen Anteil von 10 % Bruttoinlandsprodukt. Durch die legale Vergabe von Arbeiten, die heute schwarz erledigt werden, könnten bis zu 1,5 Mio. versicherungspflichtige Arbeitsplätze entstehen.

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