Deutscher Gewerkschaftsbund

Befristete Beschäftigung

Inhaltsverzeichnis

Grundsätzliches

Sollte dein Arbeitsverhältnis auf einen bestimmten Zeitraum befristet sein, ist besondere Aufmerksamkeit gefragt. Die Befristung muss bei Beginn des Arbeitsverhältnisses schriftlich vereinbart sein, sonst ist sie nicht gültig. Dafür reicht auch, dass der Zweck der Arbeitsleistung vereinbart ist, wenn sich aus diesem die Befristung unzweifelhaft ergibt (zum Beispiel "Unterstützung beim Wahlkampf zur Bundestagswahl").

Wichtige Gründe für eine Befristung können zum Beispiel Schwangerschafts-/Elternzeitvertretung (ist auch mehrmals hintereinander für dieselbe Kollegin zulässig), Saisonarbeit sein.

Ein befristeter Arbeitsvertrag darf nicht beliebig verlängert werden. Wenn die Befristung nicht aus wichtigem Grund erfolgt, ist deine Chefin spätestens nach zwei Jahren oder dreimaliger Verlängerung gesetzlich verpflichtet, den folgenden Arbeitsvertrag unbefristet auszustellen. Einen Rechtsanspruch auf einen Folgevertrag hast du leider nicht.

Gar nicht zulässig ist eine Befristung ohne wichtigen Grund, wenn zuvor bereits ein befristetes oder unbefristes Arbeitsverhältnis mit demselben Arbeitgeber bestand. Das gilt aber - nach neuester und sehr umstrittener Rechtsprechung -nur, solange das letzte Arbeitsverhältnis mit demselben Arbeitgeber höchstens drei Jahre zurückliegt. Gerichtlich anfechtbar ist bei mehrfacher Befristung übrigens regelmäßig nur der aktuelle Vertrag.

Eine Befristung des Arbeitsverhältnisses bis zu dem Zeitpunkt, an dem der/die ArbeitnehmerIn den StudentInnenstatus in der Sozialversicherung verliert und ie/der ArbeitgeberIn folglich die vollen Sozialversicherungsbeiträge für ihn/sie entrichten muss, ist nicht zulässig. Es handelt sich hierbei nicht um einen Befristungsgrund.

Ausnahmen

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Es gibt eine Sonderregelung für Unternehmensgründungen. Ist deinE ChefIn einE ExistenzgründerIn kann er/sie deinen Arbeitsvertrag in den ersten vier Jahren seiner Selbständigkeit beliebig oft verlängern, ohne dass du zu einer Festangestellten wirst.

Eine weitere Ausnahme gilt für Arbeiten in der Wissenschaft. Hier werden laschere Befristungsregeln angewandt, die nach einem eigenen Gestez geregelt sind, siehe unten 'Befristung und Lohn'.

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