Deutscher Gewerkschaftsbund

Kurzfristige Beschäftigung

Wie lange?

Wenn dein Job (oder mehrere Jobs zusammen) auf 70 Tage beziehungsweise 3 Monate im Jahr befristet ist, handelt es sich um eine so genannte "kurzfristige Beschäftigung". (Bis 2014 waren es 50 Tage beziehungsweise 2 Monate im Jahr. Diese Regelung ist bis zum 31.12.2018 begrenzt.)
Die Beschäftigung darf nicht berufsmäßig ausgeübt werden, das heißt sie muss von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung sein und darf nicht auf Dauer angelegt sein. Folgende Varianten sind damit denkbar:

  • Du arbeitest bis zu 3 Monate am Stück mindestens 5 Tage je Woche bei einem/r Arbeitgeber_in, zum Beispiel vom 1. April bis 31. Mai oder vom 17. Juli bis 16. Oktober.
  • Du arbeitest mehrmals im Jahr für weniger als 3 Monate mindestens 5 Tage je Woche (zum Beispiel vom 13. Juni bis 8. Juli und später - bei derselben oder bei einem anderen Arbeitgeber_in - vom 27. August bis 2. Oktober). In diesem Fall dürfen alle Beschäftigungen zusammengerechnet nicht mehr als 70 Kalendertage ausmachen (im Beispiel: 26+36=62 Kalendertage; eine weitere Vollzeitbeschäftigung, die bis zu 8 Kalendertage andauert, ist möglich).
  • Du arbeitest regelmäßig oder unregelmäßig an weniger als 5 Tagen je Woche (zum Beispiel 10 Wochen lang Dienstag bis Donnerstag und später - bei derselben oder bei einem anderen Arbeitgeber_in - noch einmal 4 Tage hintereinander). Dann werden nur die Arbeitstage zusammengezählt (im Beispiel 30+4=34 Arbeitstage). Es dürfen zusammen höchstens 70 Arbeitstage sein. (Im Beispiel dürfen also noch weitere Beschäftigungen, die insgesamt bis zu 36 Arbeitstage ausmachen, hinzukommen.)
  • Du arbeitest für weniger als drei Monate mindestens 5 Tage je Woche, ein anderes Mal weniger als 5 Tage je Woche (zum Beispiel vom 13. Juni bis 8. Juli an 6 Tagen je Woche und später - bei bei demselben oder bei einem anderen Arbeitgeber - 7 Wochen lang von Dienstag bis Donnerstag). In diesem Fall werden ebenfalls die Arbeitstage zusammengezählt. (Im Beispiel 26+21=48 Arbeitstage). Es dürfen zusammen wieder höchstens 70 Arbeitstage sein. (Im Beispiel dürfen also noch weitere Beschäftigungen, die insgesamt bis zu 22 Arbeitstage ausmachen, hinzukommen.)

Dauert eine kurzfristige Beschäftigung über den Jahreswechsel an, werden nur die Arbeits-/Kalendertage, die im jeweiligen Kalenderjahr liegen, bei der Berechnung berücksichtigt. Eine Vollzeitbeschäftigung vom 15. November bis zum 14. Februar im Folgejahr erlaubte also weitere kurzfristige Beschäftigungen im alten Jahr und im Folgejahr.

Während einer kurzfristigen Beschäftigung entstehen Urlaubsansprüche. Wird der Urlaub nicht während der Vertragsdauer in Anspruch genommen, entsteht ein Entgeltanspruch, der aber bei der Berechnung der Beschäftigungsdauer nicht berücksichtigt wird.

Was ist zu zahlen?

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Das Geld, das du während einer kurzfristigen Beschäftigung verdienst, ist sozialversicherungsfrei, das heißt es werden keine Beiträge für Kranken- oder Rentenversicherung abgezogen. Auch der/die Arbeitgeber_in zahlt keine (Pauschal-) Beiträge. Bei kurzfristigen Beschäftigungen gibt es keine Lohnobergrenzen und keine Begrenzung der wöchentlichen Arbeitsstunden – aber diese Jobs sind steuerpflichtig. Die/der Arbeitgeber_in hat zwei Möglichkeiten:

  • Du gibst deine Lohnsteuerkarte bei der Arbeitgeberin ab und wirst individuell besteuert. Das Geld kannst du dir eventuell im Lohnsteuerjahresausgleich zurückholen. Für die meisten Studierenden ist dieser Weg günstiger, weil sie so wenig verdienen, dass sie eigentlich keine Steuern zahlen müssten.
  • Du gibst keine Lohnsteuerkarte beim Arbeitgeber ab. Dann zahlt der Arbeitgeber aber pauschal 25 Prozent Steuern (in der Landwirtschaft 5 Prozent) von deinem Lohn. Das geht nur, wenn du für höchstens 18 zusammenhängende Tage und nicht regelmäßig wiederkehrend bei dieser Arbeitgeberin beschäftigt bist und du höchstens 12 Euro pro Stunde sowie durchschnittlich höchstens 62 Euro pro Tag verdienst. Diese Variante lohnt sich nur, wenn man eigentlich einen höheren Steuersatz hat, denn das Geld kann man nicht vom Finanzamt "zurückholen".

 

Kombination mit weiteren Beschäftigungen

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Eine kurzfristige Beschäftigung, die parallel zu einem 450-Euro-Job, aber bei einer/m anderen Arbeitgeber_in ausgeübt wird, bleibt sozialversicherungsfrei.
Allerdings können nicht bei der selben Arbeitgeberin eine kurzfristige Beschäftigung und ein 450-Euro-Job zeitgleich ausgeübt werden, beide Beschäftigungsverhältnisse werden dann zusammengerechnet. Auch können 450-Euro-Jobs und kurzfristige Beschäftigung beim selben Arbeitgeber nicht unmittelbar aufeinander folgen. Zwischen beiden Arbeitsverhältnissen muss mindestens ein Monat liegen.

Eine kurzfristige Beschäftigung, die parallel zu einer regulären Beschäftigung ausgeübt wird, bleibt sozialversicherungsfrei, solange beide Beschäftigungen bei verschiedenen Arbeitgeber_innen ausgeübt werden.

Eine kurzfristige Beschäftigung, die parallel zu einer selbständigen Tätigkeit ausgeübt wird, bleibt sozialversicherungsfrei.