Deutscher Gewerkschaftsbund

Arbeit auf Abruf

Wird mit dem/der ArbeitgeberIn vereinbart, dass du nicht jede Woche dieselbe Stundenzahl arbeitest, sondern nach anfallender Arbeit oder auf Abruf (z.B. an der Kino- oder Supermarktkasse etc.), muss trotzdem eine wöchentliche Mindestarbeitszeit vereinbart werden - am besten schriftlich.
Wenn keine Mindestwochenarbeitszeit individuelle (z.B. im Arbeitsvertrag) vereinbart ist, gilt automatisch eine Mindestwochenarbeitszeit von 10h - die auch bezahlt werden müssen.
Wenn deinE ArbeitgeberIn dir nicht genug Schichten oder Einsätze anbietet, um den vereinbarten Wochenarbeitsumfang zu erreichen, hast du trotzdem Anspruch auf Bezahlung. Arbeitest du mehr als mindestens vereinbart, wird freilich auch mehr bezahlt.

Auch für einen einzelnen Arbeitstag gibt es gesetzliche Grenzen. Wenn deinE ArbeitgeberIn dich für einen bestimmten Tag zum Dienst ruft, muss der Dienst mindestens drei Stunden dauern - dauert er nicht so lange, müssen trotzdem drei Stunden bezahlt werden. Ausnahme: Im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag o.ä. wurde eine mögliche kürzere Dauer vereinbart.

Für Tages- und Wochenarbeitszeit gelten unabhängig davon auch hier die üblichen gesetzlichen Höchstgrenzen.

Wichtig: Der/die ArbeitgeberIn muss rechtzeitig Bescheid geben, wann du gebraucht wirst. Einen Dienst, der nicht vier Tage im Voraus bei dir angekündigt ist, musst du nicht antreten. Als Ankündigung kann ein Telephonat mit dir genügen, ebenso der Aushang am üblichen Dienstplan im Betrieb (soweit du vier Tage oder länger vorher im Betrieb bist und ihn dort finden konntest). Bist du rechtzeitig zu einem Dienst bestellt, musst du auch kommen - und bezahlt werden (selbst, wenn dem Arbeitgeber plötzlich - oder einen Tag vorher - auffällt, dass er dich doch nicht braucht). Fragt deine Arbeitgeberin kurzfristiger als vier Tage zuvor an und du sagst zu (was du ja nicht musst), sind natürlich trotzdem beide Seiten an diese Zusage gebunden.

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