Deutscher Gewerkschaftsbund

Midijobs

Gleitzone/ Niedriglohnsektor/ 850-Euro-Job

Allgemeine Regelungen

Der Midijob ist eine reguläre Beschäftigung, in der lediglich die Beiträge zur Sozialversicherung ermäßigt werden. Im Übrigen gelten alle Regelungen zur regulären Beschäftigung auch hier.

Für die studentischen Arbeitnehmer_innen ist dementsprechend nur ein Teil des Lohnes rentenversicherungspflichtig. Auf ihn werden die vollen Rentenversicherungsbeiträge erhoben. Der Rest des Lohnes bleibt rentenversicherungsfrei. Ohne den Studierendenstatus (Werkstudent_innen) in der Sozialversicherung besteht nicht nur in der Rentenversicherung Beitragspflicht, sondern ganz regulär in allen Zweigen der Sozialversicherung.

Wie groß der rentenversicherungspflichtige Anteil ist, wird mit der folgenden Formel errechnet:  F x 450 ([850/(850-450)] - [450/(850-450)] x F ) x (AE - 450).
(Ihr findet einen Gleitzonenrechner ganz unten.)
F ist eine Variable (welcher der durchschnittliche Sozialversicherungssatz zu Grunde liegt) und beträgt im Jahre 2017: 0,7509. AE ist das tatsächliche Arbeitsentgelt.

Den Beitrag teilen sich Arbeitgeber_innen und Arbeitnehmer_innen. Die/der Arbeitgeber_in zahlt soviel, als ob der Lohn vollständig rentenversicherungspflichtig wäre (der AN-Anteil liegt bei 9,35 Prozent, also die Hälfte von 18,7 Prozent). Den Rest der tatsächlich anfallenden Beiträge zahlen die Arbeitnehmer_innen.

Der/die Arbeitnehmer_in kann durch schriftliche Erklärung auf die Reduzierung des Rentenbeitrages verzichten.

Sonderfall 1 - Schwankendes Einkommen

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Ausschlaggebend für die Bewertung als Midijob ist das regelmäßige Einkommen. Wenn das Einkommen schwankt, wird das monatliche Durchschnittseinkommen für das ganze Kalenderjahr errechnet - liegt das über 450 € und unter 850 €, handelt es sich um einen Midijob. Dann wird in jedem Monat separat ausgerechnet, welcher Teil des Einkommens sozialversicherungspflichtig ist:

  • in Monaten, in denen das tatsächliche Einkommen zwischen 450 € und 850 € liegt, nach der in den allgemeinen Regeln aufgeführten Formel;
  • in Monaten, in denen das tatsächliche Einkommen 850 € erreicht oder übersteigt, ist das gesamte Einkommen sozialversicherungspflichtig;
  • in Monaten, in denen das tatsächliche Einkommen höchstens 450 € beträgt, wird das Einkommen einfach mit den Faktor F multipliziert, um den sozialversicherungspflichtigen Teil des Einkommens zu errechnen.

Sonderfall 2 - Mehrere Jobs

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Grundsätzlich können neben Jobs, die mehr als 450 € im Monat erbringen, auch Jobs, die weniger erbringen, sozialversicherungspflichtig sein. Jobs, die höchstens 450 € im Monat einbringen, fallen nämlich nicht immer unter die Minjobregeln (vgl. hierzu Minijobs). Im Ergebnis ist es möglich, daß man zwei oder mehr Jobs ausübt, die jeder für sich sozialversicherungspflichtig sind, zusammen aber nicht mehr als 850 € im Monat erbringen und dadurch unter die Midijobregeln fallen. Es gilt: 

  • Fall 1: Bestehen sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen, die jede für sich nicht mehr als 850 Euro brutto monatlich erbringen, zusammengerechnet aber höchstens 850 Euro, werden sie wie ein Midijob behandelt. Für jede Beschäftigung wird der sozialversicherungspflichtige Anteil des Einkommens separat berechnet. Für Beschäftigungen, die ein Einkommen erbingen, das unter 450 €/Monat liegt, gilt die unter Sonderfall 1 aufgeführte Berechnungsregel.
  • Fall 2: Bestehen sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen, die jede für sich nicht mehr als 850 Euro brutto monatlich erbringen, zusammengerechnet aber mehr als 850 Euro, ist das Einkommen aus allen diesen Jobs normal sozialversicherungspflichtig (mit Werkstudent_innenstatus: nur rentenversicherungspflichtig).

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