Deutscher Gewerkschaftsbund

Nach dem Studium (ausländische Studierende in Deutschland)

Abschluss aus dem Ausland - Jetzt in Deutschland

Wer bereits mit einem ausländischen Hochschulabschluss nach Deutschland eingewandert ist, erhält bei der Otto-Brennecke-Stiftung Beratung und Unterstützung zur Eingliederung in den deutschen Arbeitsmarkt. 

Abschluss in Deutschland - aber kein/e EU-BürgerIn

Wer in Deutschland einen Hochschulabschluss erworben hat, dessen Aufenthaltserlaubnis kann direkt nach dem Abschluss zum Zwecke der Suche eines der Ausbildung angemessenen Arbeitsplatzes bis zu 18 Monate verlängert werden. In dieser Zeit gibt es keine beschränkte Beschäftigungserlaubnis für abhängige Beschäftigungen. Durch die Neuregelung im August 2012 ist eine selbstständige Tätigkeit ebenfalls zulässig. Jede Art der Erwerbsarbeit muss der Sicherung des Lebensunterhalts dienen.

Ist eine Stelle gefunden, die dem Hochschulabschluss entspricht, muß keine Vorrangprüfung durchgeführt werden. Will der/die Arbeitsplatzsuchende arbeiten, benötigt er/sie eine Zusicherung durch die Agentur für Arbeit. Dafür muss man einen entsprechenden Antrag bei der zuständigen Ausländerbehörde stellen.

Wenn die Beschäftigung (oder eine vergleichbare) mindestens zwei Jahre ausgeübt wurde, ist es möglich, unbefristetes Aufenthaltsrecht zu beantragen.

Ausnahmen gibt es z.B. für AbsolventInnen mit türkischem Pass. Sie haben nach einem EU-Türkei-Abkommen nach Abschluss einer Berufsausbildung oder eines Studiums in einem EU-Staat dort ein Aufenthaltsrecht, wenn ein Elternteil seit mehr als drei Jahren in diesem Staat legal gearbeitet hat.

Abschluss in Deutschland - und dazu EU-BürgerIn

EU-BürgerInnen haben in Deutschland automatisch Aufenthaltsrecht, auch wenn sie nicht studieren - zum Beispiel, um hier eine Arbeit zu suchen. Wenn ihr Heimatland das europäische Fürsorgeabkommen unterzeichnet hat, haben sie sogar Anspruch auf ALG II - entschied das Bundessozialgericht im Herbst 2010.

Studierende aus Kroatien sind aufenthaltsrechtlich den anderen EU-BürgerInnen gleichgestellt. Sie genießen aber aufgrund der Beitrittsverträge noch keine volle Arbeitnehmerfreizügigkeit. Für sie gelten daher ähnliche Regelungen wie für Studierende aus "Nicht-EU-Staaten".