Deutscher Gewerkschaftsbund

Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherung

Ob eine Versicherung gegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit sinnvoll ist, hängt von der persönlichen Situation ab. Grundsätzlich gilt: Wer nach 1960 geboren ist, hat keinen Anspruch auf Leistungen der staatlichen Deutschen Rentenversicherung wegen Berufsunfähigkeit. Wegen Erwerbsunfähigkeit (auch bei teilweiser Erwerbsunfähigkeit) gibt es zwar weiterhin einen Rentenanspruch bei der staatlichen Rentenversicherung, der besteht aber in der Regel nur, wenn man bereits längere Zeit Rentenversicherungsbeiträge gezahlt hat.

Der Unterschied ist übrigens: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung springt ein, wenn man den erlernten Beruf gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben kann (zum Beispiel an Archivare, die eine Papierallergie entwickeln), eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung springt nur ein, wenn man gesundheitsbedingt gar nicht mehr arbeiten kann (also auch nicht als Straßenfeger oder Pförtner).

In der Regel genügt es, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung nach Studienende abzuschließen. Wer aber älter als 25 Jahre ist und eventuell schon eine regelmäßiges Einkommen erwirtschaftet oder eigene Kinder zu versorgen hat, sollte auch als StudentIn eine solche Versicherung erwägen. Schließlich sind die Prämien auch vom Einstiegsalter und vom Gesundheitszustand abhängig. Wichtig ist: Vorher genau an unabhängiger Stelle (Verbraucherzentralen, Stiftung Warentest etc.) informieren, welche Tücken ein solcher Versicherungsvertrag haben kann – sonst zahlt man am Ende umsonst.