Deutscher Gewerkschaftsbund

Unterhalt

Ein klassischer Weg, das Studium zu finanzieren, ist der Unterhalt von den Eltern oder einem Elternteil.

Dieser Anspruch ist aber oft von den Umständen des Einzelfalles abhängig. Wenn du dir unsicher bist, ob und in welchem Umfang deine Eltern für deinen Unterhalt aufkommen müssen, ist es sinnvoll, eine Rechtsauskunft einzuholen.

Dabei können dir die SozialberaterInnen, die es bei den Studierendenvertretungen (AStA/StuRa) an vielen Hochschulen gibt, oder die Mitarbeiter des BAföG-Amtes kostenlos helfen.

Wenn du bisher keinen Unterhalt von deinen Eltern bekommen hast, zum Beispiel weil du zu Hause gewohnt oder deinen Lebensunterhalt selbst verdient hast, solltest du deine Eltern in einem netten Gespräch oder Brief über den Beginn deines Studiums informieren und sie bitten, dich finanziell zu unterstützen.

Wie lange?

Die elterliche Unterhaltspflicht für Studierende soll eine angemessene, berufsqualifizierende Ausbildung gewährleisten.

Doch nicht nur wenn das Studium deine Erstausbildung ist, hast du Anspruch auf Unterhalt. Auch wer bereits in einer Ausbildung stand oder ein anderes Studium durchgeführt hat, kann im (neuen) Studium noch Anspruch auf Unterhalt von den Eltern haben, wenn ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen beiden Ausbildungen besteht oder sie aufeinander aufbauen.

Grundsätzlich besteht der Unterhaltsanspruch bis zum 27. Lebensjahr, viele Gerichte haben aber einen Anspruch über die Dauer der Regelstudienzeit hinaus in Ausnahmefällen anerkannt.

Zuletzt hat der Bundesgerichtshof 2011 bestimmt, daß der Unterhaltsanspruch auch später noch bestehen kann, wenn sich wegen Schwangerschaft oder Kindererziehung der Start von Ausbildung oder Studium verzögert.

Wieviel?

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Der Umfang der Unterhaltspflicht ist vom Einkommen eurer Eltern abhängig. Ein gesetzlicher Anspruch auf eine bestimmte Höhe besteht nicht, weil Unterhaltsfragen einzelfallbezogen bewertet werden. Für Studierende wird in der Regel von einem Unterhaltsanspruch bis zur Höhe des BAföG-Höchstsatzes ausgegangen. 

Orientierung bietet im Übrigen die so genannte Düsseldorfer Tabelle, die Unterhaltsansprüche einkommensbezogen auflistet.

Danach kann der Unterhaltsanspruch eines Volljährigen bis 781 Euro (Wert 2013, inkl. Kindergeldanspruch) monatlich betragen. Hinzu kommen ggf. die Kosten für die studentische Kranken- und Pflegeversicherung. Allerdings sind ihre Werte nicht verbindlich.

Seit 2008 haben zudem die Unterhaltsansprüche minderjähriger Kinder und von Elternteilen, die minderjährige Kinder betreuen, Vorrang vor allen anderen Ansprüchen. Dein Kindergeldanspruch wird bei der Berechnung des Unterhaltsanspruches ebenfalls berücksichtigt.

Was noch?

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Können deine Eltern aufgrund ihrer ökonomischen Situation nicht für deinen Unterhalt aufkommen, werden sie von dieser Pflicht durch die Gewährung des staatlichen BAföG befreit.

Sollte ein Elternteil verstorben sein, erhältst Du evt. als Ersatz für den Unterhalt eine Hinterbliebenenrente.

Und Kindergeld?