Deutscher Gewerkschaftsbund

Studienkredite

Parallel mit der Einführung von Studiengebühren in den meisten Bundesländern in Westdeutschland hat sich ein großer Markt für Kredite entwickelt, mit denen sich Studierende ein Studium finanzieren sollen. Neben dem Modell der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank) haben auch immer mehr private Banken Angebote für Studierende entwickelt. Da ein Kredit immer mit der Aufnahme von Schulden verbunden ist, solltest Du genau abwägen, ob es keine andere Möglichkeit gibt, Deine monatlichen Kosten abzusichern. Da es jedoch Situationen gibt, in denen Studierende die Aufnahme eines Kredites erwägen, geben wir hier ein paar Tipps:

Der Kredit der KfW ist als "Bildungskredit" gesetzlich verankert, er umfaßt bis zu 24 Monatsraten á 300 Euro zu relativ günstigen Konditionen und kann sowohl zusätzlich zum Bafög als auch, wenn kein Bafög-Anspruch besteht, in Anspruch genommen werden. Er wird regelmäßig erst in einer fortgeschrittenen Phase der Ausbildung und nur bis zum 36. Lebensjahr bzw. bis zum 12. Hochschulsemester gewährt. Die Kreditschulden sind aber nicht - wie beim BAföG - unverzinstes Darlehen, sie werden verzinst. Dadurch ist die Rückzahlsumme deutlich höher als die Kreditsumme. Die Zinsen können sich zudem regelmäßig ändern (bisher sind sie nur gesteigen).

Auch private Banken bieten mittlerweile Kredite für Studierende an. Am prominentesten sind dabei die Studienkredite der Deutschen Bank und der Postbank, aber auch einige Sparkassen und Volksbanken bieten auf Studierenden zugeschnittene Kredite an. Die Modelle unterscheiden sich nach den Aufnahme- und Rückzahlungsbedingungen, vor allem dem Zinssatz, sowie in der Höhe der monatlichen Darlehen.

Neben dem klassischen Bankkredit gibt es auch das aus dem angelsächsischen Raum übernommene Konzept des Bildungsfonds, in dem private Träger einzahlen, um Geld für Studierende zur Verfügung zu stellen. Die DKB hat ein solches Angebot auf den Markt gebracht.

Falls du überlegst, einen solchen Kredit anzunehmen, prüfe zuvor, ob es keine andere Möglichkeit gibt, die anfallenden Kosten zu tragen. In vielen Fällen ist es günstiger Ersparnisse aufzubrauchen, die Eltern anzupumpen oder gar neben dem Studium zu jobben, als sich - vielleicht zusätzlich zum Bafög - zu verschulden. Zu Beginn des Studiums kannst Du überlegen, ob ein Stipendium für Dich in Frage kommt. Am Ende eines (längeren) Studiums hilft oft ein günstiges Studienabschlußdarlehen - oder es besteht Anspruch auf Wohngeld o.ä.

Wenn dein Studium beendet ist, willst du vielleicht eine Familie gründen, in die Selbständigkeit einsteigen,  mußt umziehen - oder Du bekommst einfach nicht den erhofften gutbezahlten Job - dann kann sich eine leichtfertige Kreditaufnahme rächen. Vor allem die Kredite der Privatbanken bergen fast immer ein Risiko: Meist wird spätestens zwei Jahre nach Studienende die erste Rückzahlungsrate fällig. Wer dann nicht genug verdient, kann sogar in die Privatinsolvenz rutschen.

Kommst du um einen Kredit nicht herum, suche auf jeden Fall eine Beratung bei deiner Studierendenvertretung oder beim Studentenwerk auf. Auch die Verbraucherzentralen bieten eine fundierte unabhängige Kreditberatung an.

Abwägungshilfen

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