Deutscher Gewerkschaftsbund

Kindergeld

Kindergeld ist für viele Studierende und Eltern eine wichtige zusätzliche Finanzierungsquelle.

Bis zum Alter von 25 Jahren wird das Kindergeld an deine Eltern weitergezahlt, wenn du dich in einer Ausbildung oder in einem Freiwilligen Dienst befindest. Die Altersgrenze wird nur für diejenigen erweitert, die einen Zivil- oder Grundwehrdienst geleistet haben. Für sie wird die abgeleistete Zeit hinten dran gehängt. (Da die letzten Dienste 2011 geleistet wurden, wird das 2016 das letzte Mal der Fall sein.)

Für alle Freiwilligen Dienste im Sinne des Jugendfreiwilligendienstegesetzes, dem Bundesfreiwilligendienst oder internationalen Jugendfreiwilligendienst gilt das nicht, da während der Dienstzeit das Kindergeld nicht ausgesetzt wurde.

Wer hat Anspruch?

Als kindergeldrelevante Ausbildung

  • gilt ein ernsthaft betriebenes Hochschulstudium im In- oder Ausland,
  • gelten Auslandssemester, für die ein vergleichbares Studium im Inland unterbrochen wird,
  • gilt ein ernsthaft betriebenes Promotionsstudium,
  • gilt die Referendarzeit für angehende LehrerInnen und JuristInnen,
  • gelten Pflichtpraktika während des Studiums sowie davor und danach,
  • gelten freiwillige Praktika während des Studiums sowie davor und danach, soweit ein Ausbildungscharakter besteht,
  • werden Zeiten der Beurlaubung vom Studium ausnahmsweise betrachtet, wenn sie wegen Krankheit, Mutterschaft, Prüfungsvorbereitung oder für eine weitere Qualifikation (ggf. Auslandssemster oder Praktikum) anfallen.

Kindergeld wird auch dann während des Studiums gezahlt, wenn man vor Beginn des Studiums wegen Berufstätigkeit oder ähnlichem für längere Zeit kein Kindergeld bekommen hat. In Ausnahmefällen wird Kindergeld auch gezahlt, wenn man sich zwischen zwei Ausbildungen befindet, zum Beispiel:

  • Für vier Monate wird Kindergeld auch beim Übergang von der Schule zum Studium/Pflichtdienst und vom Pflichtdienst zum Studium gezahlt.
  • Wenn sich nach dem Staatsexamen der Eintritt ins Referendariat verzögert, weil nicht genügend Plätze zur Verfügung stehen, wird Kindergeld gezahlt. Die Ausbildung gilt dann als unterbrochen. Wenn von vornherein feststeht, dass aktuell kein Referendariatsplatz frei ist, brauchst du dich nicht einmal zu bewerben.
  • Kein Anspruch besteht hingegen, wenn du dich nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung für ein Studium bewirbst, zwischenzeitlich aber ein Gewerbe anmeldest.

 Wer, wieviel und wie?

Wenn deine Eltern dir - aus welchen Gründen auch immer - keinen Unterhalt oder zumindest weniger als das Kindergeld zahlen, kannst du auch die Auszahlung des gesamten Kindergeldebetrages an dich selbst beantragen (Abzweigeantrag). Ansprechpartnerin ist die Familienkasse des Arbeitsamtes. Kindergeld wird auch rückwirkend gezahlt, wenn deine Eltern die rechtzeitige Beantragung mal vergessen haben, die Voraussetzungen aber vorlagen.

Für jedes Kind besteht ein monatlicher Anspruch auf 192 Euro Kindergeld. Wenn deinen Eltern für drei oder mehr Kinder Kindergeld zusteht, werden für das dritte Kind 198 Euro und für das vierte und jedes weitere 223 Euro pro Monat ausgezahlt (Stand 2017). Dennoch sind die Anteile von der Gesamtkindergeldsumme, auf die die einzelnen Kinder Anspruch haben, gleich groß.

Seit dem 1. Januar 2016 muss bei der Familienkasse neben der Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) des beantragenden Elternteils auch die Steuer-ID des Kindes angegeben werden. Die Steuer-ID findet sich im jeweiligen Mitteilungsschreiben des Bundeszentralamtes für Steuern. Bei Neuanträgen muss die Steuer-ID des Kindes sowieso angegeben werden. Wird bereits Kindergeld bezogen, muss die Steuer-ID des Kindes im Laufe des Jahres 2016 nachgereicht werden. Nur wenn dem trotz Aufforderung nicht nachgekommen wird, stellt die Familienkasse die Kindergeldzahlung ein. Weitere Informationen Angabe der Steuer-Identifikationsnummer ab 1. Januar 2016 beim Kindergeld findet ihr beim Bundeszentralamt für Steuern.

Kindergeld und Dazuverdienen

Seit 2012 gelten folgende Regelungen:
Volljährige Kinder, die Anspruch auf Kindergeld haben, dürfen im Erststudium ohne Einschränkung hinzuverdienen. Soweit bereits ein Studium oder eine Berufsausbildung abgeschlossen wurde, kann das Kindergeld weiterhin während einer zweiten Ausbildung bezogen werden, wenn keiner anspruchsschädlichen Erwerbstätigkeit nachgegangen wird. Von unschädlicher Erwerbsarbeit wird ausgegangen, wenn

 

Weiterführende Informationen