Deutscher Gewerkschaftsbund

Famlienversicherung trotz 2 Minijobs

Hallo,
Ich arbeite zurzeit als 450€ Kraft und würde für die Sommermonate gerne einen zweiten 450€ Job annehmen die Laufzeit wäre 3 Monate. Kann ich dann trotzdem familienversichert bleiben oder muss ich mich selbst versichern ?
Mit freundlichen Grüßen neele

Neele: 20.05.2017 13:36:59 |
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  • RE: Famlienversicherung trotz 2 Minijobs

    Hallo Neele,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Zunächst: Für die Frage, ob du in der familienversichert bleiben kannst oder nicht zählt prinzipiell dein Gesamteinkommen. Du darfst regelmäßig nicht mehr als 425 Euro im Midijobstatus (+83,3 Euro Werbungskostenpauschale monatlich) oder 450€ im Minijob verdienen. Wenn du in einzelnen Monaten mal mehr in anderen dafür aber weniger verdienst, aber die ganze Zeit beschäftigt bist, so wird es erst zum Problem wenn du im Schnitt mehr verdienst.

    Es gibt dazu allerdings Ausnahmen bei gelegentlichem und nicht vorhersehbarem Überschreiten der Gesamteinkommensgrenze. Die interessante Frage bei dir ist nun, ob deine Krankenkasse deinen zweiten Job als ein nur gelegentliches Überschreiten wertet.
    Grundlage hierfür könnte sein, dass die zweite Beschäftigung eine kurzfristige Beschäftigung ist (von vornherein auf maximal 3 Monate bzw. 70 Arbeitstage befristet), sie sollte dann aber auch so angemeldet sein und nicht als zweiter Minijob.
    Die Kombination aus Minijob und kurzfristiger Beschäftigung ist nämlich problemlos möglich, zwei Minijobs hingegen werden zusammengerechnet und bewirken, dass es gar keinen Minijob mehr gibt sondern beide zusammen als Midijob oder reguläre Beschäftigung gelten (je nach Einkommenshöhe). Mehr zur Kombination von Minijobs mit anderen hier: http:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge . Mehr zum Thema kurzfristige Beschäftigung findest du hier: http:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhU und mehr zu Midijobs hier: http:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhb

    Wonach entscheidet sich nun ob deine Tätigkeit nur als gelegentliches Überschreiten der Einkommensgrenze gilt? Nach dem Rundschreiben von 2008 (das ist die Grundlage, auf deren Basis die Krankenkassen das entscheiden müssen), gilt ein Zeitraum dann als gelegentlich, wenn er bis zu zwei Monate andauert. Das stammt allerdings aus einer Zeit, in der die Grenze für kurzfristige Beschäftigungen nicht bei drei sondern bei zwei Monaten lag. Es könnte also sein, dass die Krankenkasse auch drei Monate akzeptiert. Das Rundschreiben findest du z.B. hier: https:/​/​www.vdek.com/​vertragspartner/​mitgliedschaftsrecht_beitragsrecht/​familienversicherung/​_jcr_content/​par/​download/​file.res/​gr_gesamteinkommen.pdf die maßgebliche Regelung und Beispiele dort auf S. 17.

    Wenn du sicher gehen möchtest, kannst du einfach deine Krankenkasse fragen. Lass dir die Aussagen am besten schriftlich geben.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich in unserem Büro bei dir vor Ort beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X29 oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße,
    Valentin
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 14.06.2017 15:59:09


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