Deutscher Gewerkschaftsbund

Familienversicherung als Werkstudent

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Dezember bekam ich von meiner Krankenversicherung eine Mitteilung zum einsenden meiner Lohnabrechnungen. Bei der Prüfung hat sich herausgestellt, dass ich angeblich übers Jahr gesehen zu viel verdient habe und aus der Familienversicherung hinausfalle. Nun musste ich eine Nachzahlung über 13 Monate machen. Die Erklärung der KV war, dass in unserem Fall die werbungskostenpauschale von 83,33€ nicht auf den Freibetrag von 425€ oben drauf gerechnet werden darf, da ich keine Steuer zahle. Allerdings bin ich als Werkstudent tätig, und meines Wissens nach ist eine werkstudententätigkeit generell steuerpflichtig. Können Sie mir sagen, wie das genau geregelt ist mit der werbungskostenpauschale?

Frederik: 15.03.2017 12:41:14 |
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  • RE: Familienversicherung als Werkstudent

    Hallo Frederik,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Selbstverständlich gilt die Werbungskostenpauschale auch für Werkstudent_innen! Sie gilt für alle abhängig Beschäftigten, unabhängig davon, ob ihr Einkommen so hoch ist, dass sie schon Steuern zahlen müssen oder eben nicht.

    Um familienversichert bleiben zu können, kannst du im Monat also bis zu ca 508€ brutto verdienen (2016: bis zu ca 498€ brutto).
    Warum deine Krankenkasse behauptet, dein Einkommen könnte nicht um die Werbungskostenpauschale bereinigt werden, erschließt sich mir nicht. Da muss eine_r der Mitarbeiter_innen ein Fehler unterlaufen sein.

    Wie in der Sozialversicherung, also auch bei der Krankenversicherung dein Einkommen zu ermitteln ist, ist im gemeinsamen Rundschreiben zum Gesamteinkommen definiert: "Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit sind nach § 2 Abs. 2 Nr. 2 EStG der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten (§§ 8 - 9a EStG). Bei der Ermittlung des Gesamteinkommens sind daher die Werbungskosten von den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit abzuziehen (BSG, Urteile vom 22.07.1981 - 3 RK 7/80 -, USK 81123, 09.09.1981 - 3 RK 19/80 -, USK 81223, 28.10.1981 - 3 RK 8/81 -, USK 81190 und 26.10.1982 - 3 RK 35/81 -, USK 82151)." (Punkt 2.1.1 Seite 8)
    Auf dieses Rundschreiben kannst du deine Krankenkasse gerne verweisen! Schau dir die Post von der KV genau an. Sollte es sich um eine Bescheid handeln (mit Rechtsbehelfsbelehrung), musst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Sollte kein Rechtsbehelf (das ist ein Hinweis meist am Ende des Schreibens darauf, wie rechtlich die nächsten Schritte aussehen, bis wann Widerspruch eingelegt werden kann) vorhanden sein, hast du erstmal keine Frist. In eigenem Interesse solltest du dennoch schnellstmöglich widersprechen. Parallel kannst du auch versuchen, das so zu klären. Wenn deine KV ihren Irrtum einsieht, kannst du den Widerspruch auch wieder zurückziehen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße,
    Andrea
    students at work

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    S@W: 20.03.2017 17:46:04


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