Deutscher Gewerkschaftsbund

Minijob und Werkstudent

Hallo zusammen,
ich habe seit einem Jahr einen Minijob auf 450€ Basis, den ich flexibel am Wochenende oder unter der Woche ausführen kann und auf mindestens 30,05h im Monat kommen muss. Nun hätte ich die Option auf einen Werkstudentenjob mit 16h die Woche. Ich bin privat bei meinen Eltern mitversichert und will meinen Studentenstatus nicht verlieren. Würde die Kombination funktionieren, wenn ich den Minijob nur am We mache? Die Dame von der Versicherung hat dies zunächst verneint, wirkte generell aber verunsichert. Gibt es sonst noch Optionen beide Jobs zu machen? Vielen Dank!

Franziska L.: 04.11.2018 22:11:01 |
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  • RE: Minijob und Werkstudent

    Hallo Franziska,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Arbeitest du als Vollzeit immatrikulierte Studentin insgesamt nicht mehr als 20h/Woche, wirst du in der Sozialversicherung (SV) als sogenannte Werkstudentin angemeldet. Das bedeutet, dass von deinem Gehalt nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversichern musst du dich dann selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Kosten: 9,3% RV vom Gehalt + normalerweise eigene KV/PV (studentisch ca. 90€/Monat, ggf. "freiwillig" mind. 140€/Monat), wenn es bei deiner PKV keine Einkommensgrenze für die Familienversicherung gibt, kannst du dann auch dort verbleiben.

    Arbeitest du insgesamt regelmäßig mehr als 20h/Woche, wirst du als Arbeitnehmerin voll sozialversicherungspflichtig angemeldet. Dann werden von deinem Gehalt anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt. Du bist dann gesetzlich über den Job krankenversichert.
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt aus der 16h-Stelle (beim Minijob ändert sich nichts https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge).

    Der Werkstudent_innenstatus bleibt in der Regel nur dann bei einer Arbeitszeit von über 20h/Woche erhalten, wenn die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr durch befristete (!) Beschäftigungen/Arbeitszeiterhöhungen in die Semetserferien, auf abends, nachts oder das Wochenende fällt. Wochen mit einer Arbeitszeit von über 20h in den Semesterferien zählen auch in die 26 Wochen mit hinein.
    Arbeitest du aber unbefristet neben dem Studium ca. 24h/Woche, wirst du voll sv-pflichtig als Arbeitnehmerin. Die Lage deiner Arbeitszeit und die 26-Wochen-Regel spielen dann keine Rolle.
    Da du den Minijob ja schon länger, also dauerhaft, machst, ist eine Befristung auf maximal 26 Wochen im Jahr nicht mehr möglich, dementsprechend würde es dir auch nichts bringen, diesen nur am Wochenende auszuüben. Deine regelmäßige Arbeitszeit läge mit beiden Jobs zusammen auch dann über 20h/Woche.

    Das heißt aber nicht, dass du die beiden Jobs nicht machen kannst. Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.
    Du müsstest dann lediglich in der SV als Arbeitnehmerin angemeldet werden und entsprechend in die gesetzliche KV wechseln.
    Dies hat auch Vorteile: Du hast dann, wenn du aus anderen Gründen aus der privaten Familienversicherung fällst (wie z.B. Alter), nicht das Problem, dich teuer selbst privat weiterversichern zu müssen, sondern wärst bereits in der GKV. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I).

    Mehr hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi und hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 06.11.2018 13:18:47


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