Deutscher Gewerkschaftsbund

ca.30-35 h wöchentliche Arbeitszeit

Liebes dgb-Team,
mich würde interessieren ob ich in meiner Situation etwas beachten muss.
Ich studiere im 6.Semester. Bisher hatte ich eine Festanstellung (kein Werkstudentenstatus, sondern Arbeitnehmer) mit 15h und eine Honorartätigkeit mit 5 h. Nun ist noch ein Minijob hinzugekommen.

Alle "Parteien" sind informiert.
Habe ich durch die Annahme des Minijobs irgendwelche "Dinge" zu beachten?

Muss ich dieses noch jemandem melden ausser den mich bezahlenden "Parteien"?
Danke für die Hilfe.

Lisa: 09.10.2018 08:28:02 |
Tags:
  • RE: ca.30-35 h wöchentliche Arbeitszeit

    Hallo Lisa,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Ich vermute, dass du dich verschrieben hast und bisher nicht auf 15h, sondern mehr angestellt bist. Nur so lässt sich deine bisherige Anmeldung als Arbeitnehmerin und die im Betreff durch Aufnahme eines zusätzlichen Minijobs geschätzten 30-35h/Woche Arbeitszeit erklären.

    Sollte ich das so richtig verstanden haben und wissen tatsächlich beide Arbeitgeber_innen über alle Jobs bescheid, musst du nichts weiter beachten.

    Vielleicht noch ein Hinweis: Im Minijob fallen 3,6% Rentenversicherungsbeitrag, wovon du dich zwar befreien lassen, dann aber dementsprechend keine Rentenansprüche daraus erwirbst. Hier lohnt sich die Überlegung, ob man die 3,6% doch bezahlt. Damit erwirbst du gehaltsanteilig die gleichen Ansprüche wie bei nicht-geringfügigen Jobs bei einem Beitragsasatz von 9,3%! https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    Steuerlich werden Minijobs in der Regel pauschal mit 2% versteuert. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden.
    Nur wenn der Minijob über deine Steuer-ID abgerechnet wird, fällst du dort in Steuerklasse 6. . Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann. In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9000€/Jahr (plus ggf. 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
    Du kannst dann aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen.

    Welche Variante für dich günstiger kommt, hängt davon ab, was du insgesamt verdienst und was du eventuell noch an Werbungskosten, Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen oder zusätzlichen Freibeträgen geltend machen kannst.
    Die Pauschalsteuer kannst du nämlich nicht mit einer Steuererklärung zurückbekommen, über die Steuer-ID zu viel eingezogene Steuern aber ggf. schon. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inb

    Was du grundsätzlich alles beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2y oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 09.10.2018 13:21:29


  • Alleinerziehend und Gelder

    Hallo ,
    Mich würde interessieren, ob folgende Kombination für mich möglich ist :
    Ich bin 29 und lebe mit meiner 9 jährigen Tochter zusammen.
    Ich habe im Oktober zu studieren begonnen.Bafög ist gerade durch , Wohngeld läuft noch , sollte aber klappen, da ich alleinerziehend bin.
    Wie sieht es mit einem Minijob bzw. Teilzeitjob aus .
    Ich habe relativ viel freie Zeit, meine Tochter ist in der Schule, sodass ich überlege , spätestens wenn sie 10 Jahre alt wird ( Wegfall des Kinderzuschlages beim Bafög) nebenbei etwas Geld zu verdienen.
    Was wäre denn bei der Kombi aus Bafög und Wohngeld überhaupt rechtlich erlaubt ?!
    Danke.

    Anja : 16.10.2018 11:04:02


  • RE: ca.30-35 h wöchentliche Arbeitszeit

    Hallo Anja,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Rechtlich erlaubt ist so ziemlich jeder Job ;-)
    Welche Auswirkungen welcher Job/welche Jobkombi in den unterschiedlichen Bereichen BAföG, Wohngeld, Steuern und Sozialversicherung hat, hängt maßgeblich von Art und Umfang der einzelnen Beschäftigung(en) und der jeweiligen (sowie gesamten) Einkommenshöhe ab.

    Nehmen wir mal das Beispiel Minijob. Im Minijob kannst du bis zu 450€/Monat sozialversicherungsfrei dazuverdienen. Hier fallen nur 3,6% Rentenversicherungsbeitrag an, wovon du dich auch befreien lassen kannst. Dann erwirbst du allerdings entsprechend keine Rentenansprüche daraus. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    Beim BAföG beträgt der Einkommensfreibetrag für dich 290€/Monat. Dein Erwerbseinkommen wird noch um die Sozialpauschale von 21,2% bereinigt sowie um (ggf. anteilige) Werbungskosten in Höhe von 1000€/Jahr für deine abhängige Beschäftigung.
    So kommst du auf maximal 5400€/Jahr, die du durch abhängige Beschäftigung beim BAföG anrechenfrei hinzuverdienen kannst. Das entspricht 450€/Monat, so dass hier ein Minijob komplett anrechnfrei bleibt.

    Für jedes Kind des Auszubildenden wird zusätzlich ein Freibetrag von 520€/Monat gewährt.
    Alles was deine Freibeträge inkl. Sozialpauschale und Werbungskosten übersteigt, mindert deine BAföG-Zahlungen. Ausschlaggebend ist dein Gesamteinkommen im Bewilligungszeitraum (also in der Regel Oktober bis September). http:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhj

    Beim Wohngeld wiederum gibt es keine festen Grenzen. Je mehr ihr an Einkommen habt, desto niedriger fällt die Wohngeldzahlung aus. Ist Wohngeld für dein Kind erstmal bewilligt, musst du Einkommensänderungen erst mitteilen, wenn dieses um 15% oder mehr steigt, dann wird neu berechnet. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XVC

    Gegebenfalls könntest du auch Anspruch auf ergänzende Leistungen vom JobCenter haben (v.a. Mehrbedarf wegen Alleinerziehung, Sozialgeld und anteilige Miete für dein Kind). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XVS
    Am besten lässt du dich mal persönlich zu all dem beraten. Alle ASten der drei großen Unis bieten studentische Sozialberatungen zu Studieren mit Kind und zu BAföG an. Schau mal hier: https:/​/​www.refrat.de/​beratung.html
    https:/​/​asta.tu-berlin.de/​oeffnungszeiten und https:/​/​www.astafu.de/​beratungen
    An der HU und der TU gibt es zudem Büros von uns, wo du dich zu arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Themen beraten lassen kannst. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inS

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

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    S@W: 16.10.2018 11:37:53


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