Deutscher Gewerkschaftsbund

Arbeitszeit

Hallo!!
Ich hatte mich nach dem Abi schon fürs Studium eingeschrieben, aber aufgrund von Berufswahlproblemen erst ein paar Jahre später mit dem Studium tatsächlich angefangen.
Somit müsste ich für die Werksstudenteneigenschaft die Vermutung, dass das Studium nicht mehr im Vordergrund steht, widerlegen. Was ist für diese Widerlegung erforderlich? Reicht eine einfache Glaubhaftmachung mit Stundenplan?
Desweiteren gibt es ja die Möglichkeit in den Semesterferien Vollzeit mithin 40 Stunden zu arbeiten und nach der 26 Wochen Regel ist dies nicht auf die Semesterferien begrenzt. Kommt es demnach nur auf die Stunden auf das ganze Jahr gesehen an? Wenn das so wäre könnte man ja das ganze Jahr 30 Stunden arbeiten oder 20 Stunden und in den Semesterferien 40 Stunden. Das würde ja auf die gleiche Anzahl an Stunden pro Jahr hinauslaufen. Oder ist diese Regel so zu verstehen, dass nur 26 Wochen im Jahr über 20 Stunden gearbeitet werden darf und dann ist es egal wie viele Stunden darüber hinaus gehen? Also unabhängig von der Stundenzahl pro Jahr?
Vielen Dank im Voraus!!
Viele Grüße

Julia: 05.10.2018 18:18:07 |
Tags:
  • RE: Arbeitszeit

    Hallo Julia,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.
    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung(en), je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe und auch deiner Fachsemesterzahl musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden.

    Beim sogenannten Werkstudent_innenstatus handelt es sich lediglich um einen Status innerhalb der Sozialversicherung (SV), den Vollzeitstudent_innen i.d.R. immer dann innehaben, wenn sie nicht mehr als 20h/Woche arbeiten. Ab dem 25. FS wird angenommen, dass dein Studium nicht mehr im Vordergrund steht und der Werkstudent_innensttaus entfällt auch dann, wenn du diese Vermutung nicht widerlegst. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi
    Wie diese Vermutung widerlegt wird, entscheidet dein_e Arbeitgeber_in. Diese_r muss dich korrekt in der SV anmelden und im Zweifel dazu deinen Status dort prüfen. Manche Arbeitgeber_innen wollen einen Stundenplan, andere eine Übersicht über geplante Leistung, eine zwingende rechtliche Vorschrift, wie das zu prüfen ist, gibt es nicht.

    Der Unterschied:
    Wirst du in der SV als Werkstudentin angemeldet, bedeutet das, dass von deinem Gehalt nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversichern musst du dich dann selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Kosten: 9,3% RV vom Gehalt + eigene KV/PV (studentisch ca. 90€/Monat, ggf. "freiwillig" mind. 140€/Monat)

    Wirst du als Arbeitnehmerin voll sv-pflichtig angemeldet (z.B., weil du mehr als 20h/Woche arbeitest oder weil du das 25. FS überschritten hast und nicht nachweist, dass dein Studium weiterhin im Fordergrund steht), werden von deinem Gehalt anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt.
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt, dafür keine extra Kosten für KV/PV.

    Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudentin, insbesondere, wenn man bereits freiwillig versichert ist, ist der Status als Arbeitnehmerin meistens günstiger. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit. Am relevantesten ist dafür deine regelmäßige Arbeitszeit. Hasst du also vor regelmäßig 30h/Woche zu arbeiten, müsstest du sowieso voll sv-pflichtig angemeldet werden - egal in welchem Fachsemester du bist.

    Die Ausnahmen in der vorlesungsfreien Zeit und unter bestimmten Umständen bei Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit sind dann möglich, wenn die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr durch befristete(!) Beschäftigungen/Arbeitszeiterhöhungen zustandekommt. Wochen mit einer Arbeitszeit von über 20h in den Semesterferien zählen auch in die 26 Wochen mit hinein.
    Arbeitest du aber ganz regulär neben dem Studium regelmäßig 30h/Woche, wirst du voll sv-pflichtig als Arbeitnehmerin. Die 26-Wochen-Regel spielt dann keine Rolle.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inS oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 08.10.2018 13:42:38


Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.



Ich habe die DGB-Jugend Datenschutzerklärung gelesen.

WIR IM SOCIAL WEB