Deutscher Gewerkschaftsbund

20 Wochenstunde Grenze

Liebes S@W-Team,

meine Frage ist über wie viel man als Student arbeiten darf.
Ich arbeite als Studentische Hilfskraft und Werkstudent (10+10 Stunden / Woche). Daneben hätte ich eventuell freiberufliche Tätigkeiten auch, für die ich Rechnung stelle, und (als Mitglied der KSK) Versicherung und Steuer bezahle.
Meine Frage ist: geht das zusammen? Kann man mehr als 20 Stunde / Woche arbeiten, wenn die freiberufliche Arbeit abends oder Wochenende passiert?

Vielen Dank und beste Grüsse,

Janos

Janos: 05.10.2018 14:05:51 |
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  • RE: 20 Wochenstunde Grenze

    Hallo Janos,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Student darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.
    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung(en), je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden.

    Dabei wird die sogenannte 20h-Regel als Orientierungsgrenze herangezogen:
    Arbeitest du als Vollzeit immatrikulierter Student insgesamt nicht mehr als 20h/Woche, wirst du in der SV als Werkstudent angemeldet. Das bedeutet, dass von deinem Gehalt/deinen Gehältern nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversichern musst du dich dann selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Kosten: 9,3% RV vom Gehalt + eigene KV/PV (studentisch ca. 90€/Monat, ggf. "freiwillig" mind. 140€/Monat) https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Arbeitest du insgesamt regelmäßig mehr als 20h/Woche, entfällt der Werkstudent_innenstatus und du wirst als Arbeitnehmer voll sozialversicherungspflichtig angemeldet. Dann werden von deinem Gehalt anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt.
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt, dafür keine weiteren Kosten für KV/PV. Das rechnet sich vor allem, wenn man bereits "freiwilig" krankenversichert ist!
    Dann ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudent. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Ausnahmen: Der Werkstudent_innenstatus bleibt in der Regel dann bei einer Arbeitszeit von über 20h/Woche erhalten, wenn die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr durch befristete (!) Beschäf-tigungen/Arbeitszeiterhöhungen auf abends, nachts oder das Wochenende fällt. Wochen mit einer Arbeitszeit von über 20h in den Semesterferien zählen auch in die 26 Wochen mit hinein.
    Arbeitest du aber regelmäßig und auf Dauer angelegt neben dem Studium mehr als 20h/Woche, wirst du in deinen abhängigen Beschäftigungen voll sv-pflichtig als Arbeitnehmer. Die 26-Wochen-Regel spielt dann keine Rolle und auch nicht, dass du deine freiberufliche Tätigkeit am Abend oder Wochenende ausübst.

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2y oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 08.10.2018 13:24:34


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