Deutscher Gewerkschaftsbund

Über 20 Wochenstunden als Werkststudent

Sehr geehrtes DBG-Jugend-Team,
ich wurde von meinem zukünftigen Arbeitgeber eingeladen, meine Masterarbeit als bezahlter Masterand bei ihnen zu schreiben. Nach der mündlichen Absprache soll ich jetzt im Oktober 40 Wochenstunden und danach 20 Wochhenstunden leisten.

Allerdings beginnt die Vorlesungszeit in der dritten Oktoberwoche, wo ich nominell nur noch 20h Wochenstunden leisten darf. Ich dürfte aber am Wochenende oder Nachts mehr Stunden leisten, vorrausgesetzt ich erscheine als ordentlicher Student. "Vom Erscheinungsbild eines Studenten ist jedoch nicht mehr auszugehen, wenn eine der-
artige Beschäftigung mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden ohne zeitliche Befris-
tung ausgeübt wird oder auf einen Zeitraum von mehr als 26 Wochen befristet ist"

Der Werksstudentenvertrag ist unbefristet, enthält aber die Formulierung, dass ich innerhalb der Semesterferien bis zu 40 und während der Vorlesungszeit bis zu 20 Wochenstunden leiste. Bin ich nach dem Zitat des vorigen Absatzes dann noch ein ordentlicher Student, da mein Vertrag keine dauerhafte Überschreitung des 20h-Limits vorsieht oder muss der Vertrag richtig befristet sein?

Thomas: 10.09.2018 18:06:01 |
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  • RE: Über 20 Wochenstunden als Werkststudent

    Hallo Thomas,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Student darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss. Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Bestimmung deines Status dort (und nur dort!).

    Dabei haben den sogenannten Werkstudent_innenstatus Vollzeitstudent_innen i.d.R. immer dann inne, wenn sie nicht mehr als 20h/Woche arbeiten https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi Das bedeutet, dass von deinem Gehalt nur 9,3% Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, aber keine in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversichern musst du dich dann selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht. Arbeitest du mehr als 20h/Woche, wirst du voll sv-pflichtig als Arbeitnehmer angemeldet. Dann werden von deinem Gehalt anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt (insgesamt knapp 20%, dafür keine weiteren Kosten für die KV).
    Arbeitsrechtlich hat das alles keine Relevanz (dein Arbeitsvertrag gilt also auch dann weiter, wenn sich dein Status in der SV ändern sollte).

    Alles, was du in deiner Anfrage zitierst, bezieht sich also nur darauf, wie du bei abhängiger Beschäftigung während deines Studiums in der SV eingestuft und angemeldet wirst.

    In der SV haben Masterand_innen allerdings nochmal einen eigenen Status. Wenn du ausschließlich zur Erstellung der für den Studienabschluss erforderlichen Abschlussarbeit in einen Betrieb gehst und dort neben der Erstellung deiner Abschlussarbeit keine für den Betrieb verwertbare Arbeitsleistung erbringst, gehörst du nicht zu den abhängig Beschäftigten. Stattdessen zählst du als Masterand. Einkommen aus Masterand_innentätigkeiten sind komplett sozialversicherungsfrei, der Werkstudent_innenstaus spielt dort dann also gar keine Rolle.
    Die Zeit, die du im Betrieb verbringst, wird dann auch nicht auf die 20-Stunden-Regelung bei der Sozialversicherung angerechnet. sondern zählt als Zeit für dein Studium. Du kannst dann also auch regelmäßig 40h/Woche im Betrieb sein, solange die strengen Krietrien für Masterand_innen eingehalten werden, ist die Vergütung sozialversicherungsfrei.
    Mehr hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhT

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 11.09.2018 11:39:30


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