Deutscher Gewerkschaftsbund

HiWi-Job und Werkstudentin als ausländische Studierende

Hallo Zusammen,

ich habe neben dem Studium seit eine Weile eine HiWi-Job ausgeübt mit 40 Std/Monat. Sofern ich weiß. HiWi-Job an der Uni zählt nicht als Arbeit sondern als studentische Nebentätigkeit und berührt nicht meine Arbeitszeitsgrenze (als ausländische Studentin von Nicht EU-Land habe ich eine Grenze von 120 volle Tage / 240 halbe Tage im Jahr sowie unbegrenzte studentische Nebentätigkeit).

Da mir die 400€ von der HiWi-Job nicht ausreicht, möchte ich gerne eine Werkstudent-Stelle annehmen.
Jetzt mal meine Frage:
1. Da HiWi-Job als eine studentische Nebentätigkeit zählt, heißt das, dass ich nebenbei noch 20 Std/ Woche zur Verfügung habe?
2. Wie wäre dann mit meinem Steuer? Es müsste Steuerklasse 1 und 6, habe ich recht?
3. Kann ich so machen, dass ich bei der HiWi-Job die Steuerklasse 6 haben und Werkstudent für 20 Std/Woche die Steuerklasse 1 haben?

Auf eine Antwort würde ich sehr dankbar!

Mit freundlichen Grüßen
Karina

Karina: 07.09.2018 11:02:40 |
Tags:
  • RE: HiWi-Job und Werkstudentin als ausländische Studierende

    Hallo Karina,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    1. Die 120-Tage-Regelung für dich als Nicht-EU-Studentin hat nichts mit der 20h-Regel zu tun.

    Jeder Tag mit über 4h Arbeitszeit gilt als ganzer Tag (bis 4h werden als halbe Tage gezählt). Hast du z.B. einen Nebenjob mit 15h/Woche, wo du an 3 Tagen in der Woche je 5h arbeitest, sind bereits nach 40 Wochen, also nach knapp 9 1/2 Monaten, die 120 Tage komplett aufgebraucht! Arbeitest du 16h/Woche an 2 Tagen mit je 8h, kannst du das ganze Jahr lang arbeiten, ohne die 120 Tage zu überschreiten.
    Wieviele Stunden du wöchentlich arbeiten darfst, hängt also an deren Verteilung. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQZ

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV). Hier geht es nur darum, wie du dort eingestuft wirst und welche Abgaben entsprechend fällig werden.

    Arbeitest du insgesamt nicht mehr als 20h/Woche, wirst du in der SV als Werkstudentin angemeldet. Das bedeutet, dass von deinem Gehalt nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversichern musst du dich dann selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Kosten: 9,3% RV vom Gehalt + eigene KV/PV

    Arbeitest du mehr als 20h/Woche, wirst du als Arbeitnehmerin voll sozialversicherungspflichtig angemeldet. Dann werden von deinem Gehalt anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt.
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt, keine weiteren Kosten für KV/PV.

    Hier zählt dein Hiwijob genauso mit hinein wie jeder weitere Job.
    Wenn du also bisher schon knapp 10h/Woche an der Uni arbeitest, aber den Werkstudent_innenstatus haben möchtest, kannst du nur noch gut 10 weitere Stunden pro Woche in einem anderen Job arbeiten.
    Arbeitest du mehr, kannst du nicht mehr als Werkstudentin angemeldet werden (das ist auch erlaubt, nur musst du eben anders angemeldet werden).
    Mehr hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi und hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Was auf welches Gehalt fällig wird, hängt davon ab, wieviel du im zweiten Job verdienen wirst. Bei über 450€/Monat fallen die oben genannten Abgaben nur auf den 2. Job an, beim Hiwijob ( = Minijob) bleibt alles wie bisher.
    Verdienst du in beiden Jobs nicht mehr als jeweils 450€/Monat, handelt es sich bei beiden um geringfügige Beschäftigungen/Minijobs. Diese werden in der Sozialversicherung (SV) zusammengerechnet. Kommst du dann insgesamt auf über 450€/Monat, entfällt der Minijobstatus für beide Jobs und die Abgaben werden auf beide Gehälter fällig. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    2. Wenn beide Jobs über deine Steuer-ID abgerechnet werden, wirst du einen davon über die ungünstige Lohnsteuerklasse 6 laufen lassen müssen. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9000€/Jahr (plus ggf. 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
    Du kannst dann aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inb

    3. Um Steuerabzüge möglichst niedrig zu halten, empfiehlt es sich, den Job mit dem niedrigeren Einkommen über die LSK 6 anmelden zu lassen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2t oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 10.09.2018 14:55:09


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