Deutscher Gewerkschaftsbund

Werkstudentenjob und Minijob gleichzeitig

Hallo,

wenn ich einen Minijob(450€) und einen Werkstudentenjob(500€) gleichzeitig habe, aber nicht mehr als 20h pro Woche arbeite, werde ich dann von der Familienversicherung (DAK) ausgeschlossen? Bzw. was passiert, wenn ich vergessen habe das anzugeben? Und ab wann habe ich mit steuerlichen Nachteilen zu rechnen?
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen! Danke!

Paul: 11.07.2018 16:13:01 |
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  • RE: Werkstudentenjob und Minijob gleichzeitig

    Hallo Paul,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Die Einkommensgrenze in der gesetzlichen Familienversicherung beträgt 435€/Monat (das entspricht ca. 518€/Monat brutto) ODER 450€/Minijob. Verdienst du mehr, musst du dich selbst studentisch kranken- und pflegeversichern (ca. 90€/Monat). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQz

    Hast du vergessen anzugeben, dass dein Einkommen gestiegen ist, musst du dich rückwirkend ab dem Monat selbst studentisch krankenversichern, ab dem dein Einkommen die Einkommensgrenze in der gesetzlichen Familienversicherung überschritten hat.

    Setz dich am besten so schnell wie möglich mit deiner Krankenkasse in Verbindung, damit die nachzuzahlenden Beiträge nicht immer weiter steigen.

    Zum Thema Steuern: Was für steuerliche Nachteile meinst du?
    Der Steuergrundfreibetrag beträgt 9000€/Jahr (plus ggf. 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung). Erst wenn du mehr verdienst, wird Einkommenssteuer fällig – und auch nur auf den Betrag, der deinen Freibetrag (plus ggf. Vorsorgeaufwendungen, Sonderausgaben oder höhere Werbungskosten) übersteigt. Der Einganssteuersatz liegt bei 14% und steigt mit der Höhe deines Einkommens. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQB

    Minijobs werden zudem in der Regel pauschal mit 2% versteuert. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden.
    Nur wenn dein Minijob über deine Steuer-ID abgerechnet wird, fällst du dort in Steuerklasse 6.
    Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9000€/Jahr (plus die Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
    Welche Variante für dich günstiger kommt, hängt davon ab, was du insgesamt verdienst und was du eventuell an Werbungskosten, Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen oder zusätzlichen Freibeträgen geltend machen kannst.
    Die Pauschalsteuer kannst du nämlich nicht mit einer Steuererklärung zurückbekommen, über die Steuer-ID zu viel eingezogene Steuern aber ggf. schon. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inb

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 12.07.2018 14:36:04


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