Deutscher Gewerkschaftsbund

Minijob und WHK

Hallo liebes S@W Team,

Ich habe ein Problem: da ich mich im Zweitstudium befinde und deshalb kein Bafög bekomme habe ich mehrere Jobs aufgenommen. In meinem Job an der Uni als WHK verdiene ich etwa 340€ im Monat in meinen Minijob als Kellnerin verdiene ich eben je nach Bedarf der Gaststätte etwa 200-450€ im Monat. Da ich 25 bin, bin ich selbst versichert und jetzt besteht die Frage: wie verhält sich das Ganze? An der Uni zahle ich bereits Lohnsteuer, bei der Gaststätte bisher nicht und es gab einen Brief der Minijobzentrale, dass geprüft werden muss ob Mehrfachbeschäftigung vorliegt. Lässt sich dies nicht als „Werkstudent“ bezeichnen? Ich komme nie über 20h in der Woche in beiden Jobs zusammen. Ich verstehe das alles nicht, was soll man denn als Student machen, wenn man eben Geld braucht!?

Barbara A.: 04.05.2018 22:05:14 |
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  • RE: Minijob und WHK

    Hallo Barbara,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.
    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung, je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden.
    Da scheint es bei dir zu einem Fehler gekommen zu sein (deshalb vermutlich dir Prüfung). Für deine korrekte Anmeldung sind deine Arbeitgeber_innen zuständig. Damit die dich auch richtig anmelden können, bist du im Gegenzug verpflichtet, immer alles für deine Anmeldung relevante mitzuteilen, wie z.B. Abgabe deiner Immabescheinigung und andere Jobs (inkl. Umfang und Verdiensthöhe).

    Kombinierst du zwei Minijobs miteinander (Verdiensthöhe also nicht mehr als jeweils 450€/Monat), werden diese in der Sozialversicherung (SV) zusammengerechnet. Kommst du dann insgesamt auf über 450€/Monat, entfällt der Minijobstatus für beide Jobs. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge
    Das ist nicht verbotetenes, muss aber dann anders angemeldet werden.

    Solange du mit beiden Jobs zusammen insgesamt nicht mehr als 20h/Woche arbeitest, wirst du in beiden dann als Werkstudentin angemeldet. Hier fallen auf beide Gehälter je 9,3% Rentenversicherungsbeiträge an. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Zudem müssen dann auch beide Jobs über deine Steuer-ID abgerechnet werden, so dass du einen davon über die ungünstige Lohnsteuerklasse 6 laufen lassen müsstest. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9000€/Jahr (plus ggf. 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
    Du kannst dann aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inb

    Um den doch sehr hohen Steuereinzug über deine LSK 6 zu vermeiden, kannst du versuchen, beim zuständigen Finanzamt einen Übertrag eines Teils deines Freibetrags auf die LSK 6 zu beantragen. Schau mal hier unter "Freibeträge flexibel handhaben": https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQn

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X23 oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 14.05.2018 14:09:57


  • RE: Minijob und WHK

    Hallo,

    >>>> Um den doch sehr hohen Steuereinzug über deine LSK 6 zu vermeiden, kannst du versuchen, beim zuständigen Finanzamt einen Übertrag eines Teils deines Freibetrags auf die LSK 6 zu beantragen. Schau mal hier unter "Freibeträge flexibel handhaben"<<

    Könntest du mir bitte erklären wie das funktionieren würde? Ich müsste mit einem meiner Nebenjobs in die SK 6...aber das tut richtig im Portmonee weh, daher meine Frage: Was sind die voraussetzungen, diesen Antrag stellen zu können? Ich versteh die Anleitung auf der Seite des Finanzamtes nicht..Wäre euch dankbar.

    Kubilay: 11.07.2018 22:16:00


  • RE: Minijob und WHK

    Hallo Kubilay,

    da gibt es soweit ich weiß keine zwingenden Voraussetzungen. Stell einfach den Antrag (Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung) und das Finanzamt prüft, ob sie diesem stattgibt. Entweder es klappt oder eben nicht.

    Bleibst du im gesamten Jahr unterhalb der 9000€ Freibetrag plus ggf. 1000€ Werbungskosten pauschale oder kannst du eventuell höhere Werbungskosten, Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen oder zusätzlichen Freibeträgen geltend machen, kannst du zuviel eingezogene Steuerbn mit einer Steuererklärung wieder zurückbekommen. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inb

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

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    S@W: 12.07.2018 15:14:08


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