Deutscher Gewerkschaftsbund

Vollzeitjob und Studium

Hallo zusammen,

Folgende Situation ist bei mir:
Ich bin Vollzeitstudent und mir fehlt nur noch eine Klausur und die Abschlussarbeit (ab Oktober beides) Aktuell mache ich ein Praktikum, das jetzt in eine Festanstellung münden soll ab diesem Monat. Ab Oktober, also zum Unistart, würde ich dann meine Stunden wieder reduzieren auf ca 15-20.
Meine Fragen jetzt:
1. Ist das rechtlich generell möglich, dass ich als Vollzeitstudent eingeschrieben bleibe und Vollzeit arbeite?
2. Wie sieht das sozialversicherungstechnisch aus? Da habe ich wohl nicht mehr zu befürchten, als volle Beiträge zu zahlen, oder?
3. Ich habe noch einen Minijob, der pauschal von meinem AG versteuert wird. Kollidiert das Vollzeitstelle bzw. Später mit Werkstudentenstelle? Ich bin ja wahrscheinlich sowieso voll beitragspflichtig in der SV und somit dürfte die 20h Grenze ja nicht zum Tragen kommen, wenn ich das richtig verstehe.

Vielen Dank schon mal für die Antwort!

VG

A: 04.05.2018 16:37:46 |
Tags:
  • RE: Vollzeitjob und Studium

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Student darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Student, solange du immatrikuliert bist.

    Arbeitest du während des Semesters Vollzeit, wirst du voll sv-pflichtig als Arbeitnehmer angemeldet. Dann werden von deinem Gehalt anteilig nicht nur Rentenversicherungsbeiträge (RV) eingezogen, sondern auch Beiträge in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV).
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt (anstatt 9,3% RV im Werkstudistatus), dafür keine weiteren Kosten für KV/PV.

    Die SV-Beiträge fallen auch nur auf das Gehalt aus sv-pflichtiger Beschäftigung (>450€/Monat) an. In der Kombi mit einem Minijob, wird dieser auch bei voller SV-Pflicht weiterhin nach Minijobregeln abgerechnet. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudent. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I).

    Wenn du dann ab Oktober deine Stunden so reduzierst, dass du insgesamt nicht mehr als 20h/Woche arbeitest, wirst du als Werkstudent angemeldet. Dann werden von deinem Gehalt nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversichern musst du dich dann selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Kosten: 9,3% RV vom Gehalt + eigene KV/PV (studentisch ca. 90€/Monat)

    Arbeitest du mit der (für sich betracht) Werkstudistelle und dem Minijob zusammen regelmäßig mehr als 20h/Woche, bleibt es bei voller SV-Pflicht als Arbeitnehmer.

    Mehr hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi und hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Beachte auch die Regelungen nach dem Arbeitszeitgesetz. Demnach darfst du nicht mehr als 8h/Tag (10hTag bei Ausgleich) und damit nicht mehr als 48h/Woche abhängig beschäftigt werden.
    Arbeitest du z.B. 40h/Woche, kannst du noch maximal 8h/Woche nebenbei arbeiten. Auch die gesetzlichen Pausen- und Ruhezeiten sind dabei einzuhalten. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQj

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2T oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 14.05.2018 13:59:32


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