Deutscher Gewerkschaftsbund

Studentin + Halbtagsstelle: zusätzlich 450€ Job möglich?

Hallo zusammen,

Im September beginne ich ein neues Arbeitsverhältnis (Festanstellung, Halbtags: 20h/Woche).
Weiterhin bin ich als Studentin eingeschrieben, da ich noch meine Bachelorarbeit anfertigen muss. Diese wird im Laufe meines 7. Semesters (Oktober 17-märz 18) von meinem Wohn- und Arbeitsort aus angefertigt.

Mir stellt sich nun die Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen ich grundsätzlich noch einer Tätigkeit auf Minijob Basis nachgehen dürfte? Betroffen ist der Zeitraum bis mein Studium abgeschlossen ist (also vor. März 2018).

Vielen Dank :)

Andrea: 15.08.2017 15:12:12 |
Tags:
  • RE: Studentin + Halbtagsstelle: zusätzlich 450€ Job möglich?

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Grundsätzlich kannst du neben einem Minijob eine reguläre Beschäftigung (auch im Werkstudent_innenstatus bzw. halbtags) ausüben. Der Minijob bleibt geringfügig (mit 3,7 Prozent Abgaben für die Rentenversicherung für dich als Arbeitnehmer_in), solange die Einkommensgrenze von 450 Euro monatlich eingehalten wird. Mehr zu Minijobs und ihren Kombinationsmöglichkeiten auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    Für deine feste Halbtagsanstellung greifen dann die Regeln des Werkstudent_innenstatus. Dieser besagt, dass du aus deinem Arbeitseinkommen lediglich in die Rentenversicherung (in Höhe von 9,35 Prozent für dich als Arbeitnehmer_in, deine Arbeitgeber_innen zahlen ebensoviel für dich ein) einzahlen musst, wenn dein Studium im Vordergrund steht. Davon wird ausgegangen, wenn du regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest. Es zählt dabei immer die gesamte Arbeitszeit aus allen Jobs, also auch aus dem aufzunehmendne Minijob.
    Abends und nachts, am Wochenende, in der vorlesungsfreien Zeit sowie im Rahmen einer kurzfristigen Tätigkeit darf auch mehr gearbeitet werden, wenn das Studium insgesamt noch im Vordergrund steht. Dafür wird die 26 Wochen Grenze heran gezogen:
    Im Zeitraum von einem Jahr (vom Ende der aufzunehmenden Tätigkeit her rückwärts betrachtet) darf in nicht mehr als 26 Wochen über 20 Stunden gearbeitet werden. Dabei werden alle Tätigkeiten mit mehr als 20 Wochenstunden Arbeitszeit betrachtet - unabhängig des Sozialversicherungsstatus. Ab Zeitpunkt des Überschreitens der Grenze würde volle Sozialversicherungspflicht eintreten. Mehr zu den Hintergründen, Ausnahmen und Regeln: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Falls der Minijob also so realisierbar ist, dass deine Arbeitszeit im Rahmen der o.g. Ausnahmen liegen in die 26-Wochen-Grenze nicht überschritten wird, gibt es mit dem Werkstudent_innenstatus deiner Festanstellung kein Problem.

    Es handelt sich beim Werkstudent_innenstatus nur um eine Einstufung in der Sozialversicherung. Du darfst als Student_in natürlich auch mehr arbeiten, müsstest dann aber paritätisch mit deinen Arbeitgeber_innen in alle Zweige der Sozialversicherung (SV) einzahlen. Das wären dann ungefähr 20 Prozent Abgaben für dich als Arbeitnehmer_in, wobei du dann über den Job versichert wärst und keine zusätzlichen Beiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung hättest. Aus den Beiträgen erhältst du (später) natürlich auch Leistungen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich in unserem Büro bei dir vor Ort beraten lassen ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2T ) oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 10.10.2017 17:21:49


Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.



Absenden

WIR IM SOCIAL WEB