Deutscher Gewerkschaftsbund

studentische Hilfkraft - wie viele Stunden sinnvoll?

Hallo,

ich habe eine Stelle als studentische Hilfskraft an meinem Institut bekommen und mir wurden 43 Stunden monatlich angeboten. Dies würde bedeuten, dass ich knapp unter der 450-Euro-Grenze bin. Ich soll meinen Vorgesetzten mitteilen, wieviele Stunden ich monatlich höchstens bereit wäre zu arbeiten.
Ich überlege jetzt ob es sinnvoll ist über die 450-Euro-Grenze zu gehen. Beispielsweise 60 Stunden zu arbeiten, somit ca. 680 Euro monatlich verdienen.
Könnten Sie mir sagen, wie es dann mit Steuern und Krankenversicherung etc. laufen würde? Ich bin gesetzlich als Studentin versichert.

Vielen Dank!

Polly: 15.08.2017 12:41:31 |
Tags:
  • RE: studentische Hilfkraft - wie viele Stunden sinnvoll?

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Innerhalb der Minijobgrenze zahlst du als Studentin 3,7 Prozent Rentenversicherungsabgaben (RV). Ansonsten ist das Einkommen sozialversicherungsfrei.

    Verdienst du regelmäßig mehr als 450 Euro monatlich, greifen für Studierende meist du Regeln des Werkstudent_innenstatus. Dieser besagt, dass du aus deinem Arbeitseinkommen lediglich in die Rentenversicherung (in Höhe von 9,35 Prozent für dich als Arbeitnehmer_in, deine Arbeitgeber_innen zahlen ebensoviel für dich ein) einzahlen musst, wenn dein Studium im Vordergrund steht. Davon wird ausgegangen, wenn du regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest. Es zählt dabei immer die gesamte Arbeitszeit aus allen Jobs. Abends und nachts, am Wochenende, in der vorlesungsfreien Zeit sowie im Rahmen einer kurzfristigen Tätigkeit darf auch mehr gearbeitet werden, wenn das Studium insgesamt noch im Vordergrund steht. Dafür wird die 26 Wochen Grenze heran gezogen:
    Im Zeitraum von einem Jahr (vom Ende der aufzunehmenden Tätigkeit her rückwärts betrachtet) darf in nicht mehr als 26 Wochen über 20 Stunden gearbeitet werden. Dabei werden alle Tätigkeiten mit mehr als 20 Wochenstunden Arbeitszeit betrachtet - unabhängig des Sozialversicherungsstatus. Ab Zeitpunkt des Überschreitens der Grenze würde volle Sozialversicherungspflicht eintreten.
    Mehr zu den Hintergründen, Ausnahmen und Regeln: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Bis zur Grenze von 850 Euro wird nicht gleich dein gesamtes Einkommen zur Berechnung der Beiträge (bei Werkstudis: der RV-Abgaben) heran gezogen, sondern nur ein bestimmter Teil. Das nennt sich Gleitzone bzw. Midijob-Status. Wie groß dieser Anteil ist, kannst du mit unserem Gleitzonenrechner ausrechnen.
    Diesen und weitere Infos zu dem Midijob-Status hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhb

    Du hast, wie alle Steuerpflichtigen, einen jährlichen Grundfreibetrag von aktuell 8.820 Euro + 1.000 Euro Werbungskostenpauschale. Erst auf den darüber liegenden Teil deines Einkommens zahlst du Steuern.
    Mehr zu Steuern auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​studium/​dein-job/​steuern

    Für die richtige Anmeldung beim Finanzamt und in der Sozialversicherung sind deine Arbeitgeber_innen zuständig. Du musst diesen dafür die richtigen Angaben liefern, Nachweise erbringen (im Werkstudent_innenstatus beispielsweise die Immatrikulationsbescheinigung) und insbesondere auch Veränderungen bei weiteren Beschäftigungen mitteilen.
    Mehr zur Kombination von Beschäftigungen auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Solltest du BAföG beziehen, bedenke auch hier die Hinzuverdienstgrenze von 450 Euro monatlich. Bei höherem Einkommen findet eine Verrechnung mit deiner Fördersumme statt. Zudem musst du dein Einkommen dem BAföG-Amt immer melden. Mehr dazu hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhj

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich in unserem Büro bei dir vor Ort beraten lassen ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2S ) oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 10.10.2017 16:39:41


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