Deutscher Gewerkschaftsbund

zwei jobs

Hallo,

ich habe eine Frage die ich mir trotz aller Informationen noch nicht erklären konnte.

Ich habe ein Werkstudentjob und wollte jetzt an Wochenenden( d.h Fr,Sa,So Abends) noch Pizzataxi fahren. Nun zählen die Wochenendstunden auch in die 20/h Regelung mit oder wie melde ich mich am besten um als Student wenig Abgaben zu haben?

Danke im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
Yakulan

Yakulan: 15.08.2017 10:51:27 |
Tags:
  • RE: zwei jobs

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Der Werkstudent_innenstatus ist eine Regelung aus der Sozialversicherung. Dieser Status besagt, dass du aus deinem Arbeitseinkommen lediglich in die Rentenversicherung (in Höhe von 9,35 Prozent für dich als Arbeitnehmer_in, deine Arbeitgeber_innen zahlen ebensoviel für dich ein) einzahlen musst, wenn dein Studium im Vordergrund steht. Davon wird ausgegangen, wenn du regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest. Es zählt dabei immer die gesamte Arbeitszeit aus allen Jobs.

    Abends und nachts, am Wochenende, in der vorlesungsfreien Zeit sowie im Rahmen einer kurzfristigen Tätigkeit darf auch mehr gearbeitet werden, wenn das Studium insgesamt noch im Vordergrund steht. Dafür wird die 26 Wochen Grenze heran gezogen: Im Zeitraum von einem Jahr (vom Ende der aufzunehmenden Tätigkeit her rückwärts betrachtet) darf in nicht mehr als 26 Wochen über 20 Stunden gearbeitet werden. Dabei werden alle Tätigkeiten mit mehr als 20 Wochenstunden Arbeitszeit betrachtet - unabhängig des Sozialversicherungsstatus. Ab Zeitpunkt des Überschreitens der Grenze würde volle Sozialversicherungspflicht eintreten.
    Mehr zu den Hintergründen, Ausnahmen und Regeln:
    https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Es handelt sich dabei nur um eine Einstufung in der Sozialversicherung. Du darfst als Student_in natürlich auch mehr arbeiten, müsstest dann aber paritätisch mit deinen Arbeitgeber_innen in alle Zweige der Sozialversicherung (SV) einzahlen. Das wären dann ungefähr 20 Prozent Abgaben für dich als Arbeitnehmer_in, wobei du dann über den Job versichert wärst und keine zusätzlichen Beiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung hättest. Aus den Beiträgen erhältst du (später) natürlich auch Leistungen.
    Für die richtige Anmeldung beim Finanzamt und in der Sozialversicherung sind deine Arbeitgeber_innen zuständig. Du musst diesen dafür die richtigen Angaben liefern, Nachweise erbringen (im Werkstudent_innenstatus beispielsweise die Immatrikulationsbescheinigung) und insbesondere auch Veränderungen bei weiteren Beschäftigungen mitteilen.
    Mehr zur Kombination von Beschäftigungen auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Falls du in der Familienversicherung kostenlos mitversichert bist, bedenke bitte, dass es hier eine Hinzuverdienstgrenze von 450 Euro im Minijobstatus bzw. 425 Euro im Midijobstatus (+83,3 Euro Werbungskostenpauschale monatlich) gibt. In zwei Monaten darf das Einkommen auch über dieser Grenze liegen, was eine Kombination mit einer kurzfristigen Beschäftigung (zeitweise) möglich macht. Verdienst du regelmäßig mehr, musst du dich dann selber versichern, was du ggf. ja schon bist.
    Mehr dazu auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQz

    Solltest du BAföG beziehen, bedenke auch hier die Hinzuverdienstgrenze von 450 Euro monatlich. Bei höherem Einkommen findet eine Verrechnung mit deiner Fördersumme statt. Zudem musst du dein Einkommen dem BAföG-Amt immer melden. Mehr dazu hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhj

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 10.10.2017 16:17:02


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