Deutscher Gewerkschaftsbund

Werkstudent und Geringfügige Arbeit

Hallo zusammen,
Ich hätte eine Frage bezüglich meiner Arbeitssituation. Ich bin in einer Firma als Werksstudent angestellt, während dem Semester arbeite ich einmal die Woche 8 Stunden, in den Semesterferien ist es unterschiedlich von 20 bis 40 Stunden je nach Absprache für die jeweilige Woche. Nun hat mich mein alter Arbeitgeber kontaktiert und nachgefragt ob ich wieder als Geringfügigbeschäftigte anfangen könnte. Sprich an den Tagen unter der Woche an denen ich nicht in der anderen Firma bin oder am Wochenende bzw Nachtschicht. Bei der Geringfügigenbeschäftigung werde ich auch nur unregelmäßig gebraucht. Da kann es vorkommen, das ich in einer Woche gar nicht arbeite und in der nächsten 2 mal. Würde das denn gehen? Und auf was muss ich außer meinem jährlichen Freibetrag noch achten?
lg Julia

Julia: 27.07.2017 08:19:27 |
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  • RE: Werkstudent und Geringfügige Arbeit

    Hallo Julia,
    vielen Dank für deine Anfrage.

    Grundsätzlich kannst du mehrere Jobs nebeneinander ausführen. Du solltest dabei mehrere Faktoren beachten.
    Erstmal solltest du auf einen jährlichen Grundfreibetrag aus allen Tätigkeiten (8820€+1000€ Werbekos-tenpauschale) achten, auf den darüberliegenden Teil deines Einkommens zahlst du Steuern.
    Wenn du zusätzlich zu einem Werkstudent_innenjob einen Minijob bei eine_r/m anderen Arbeitgeber_in aufnimmst, gibt es kein Problem. Minijob bleibt Minijob (mit 3,7 Prozent Abgaben für die Rentenversicherung für dich als Arbeitnehmer_in), der andere bleibt reguläre Beschäftigung (ggf. eingestuft als Midijob, je nach Gesamtarbeitszeit im Werkstudent_innenstatus oder voll sozialversicherungspflichtig). Minijobs haben eine Einkommensgrenze von 450 Euro monatlich. Mehr zu Minijobs und ihren Kombinationsmöglichkeiten auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    Im Werkstudent_innenstatus musst lediglich in die Rentenversicherung (in Höhe von 9,35 Prozent für dich als Arbeitnehmer_in, deine Arbeitgeber_innen zahlen ebenso viel für dich ein) einzahlen, wenn dein Studium im Vordergrund steht. Davon wird ausgegangen, wenn du regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest. Es zählt dabei immer die gesamte Arbeitszeit aus allen Jobs. Abends und nachts, am Wochenende, in der vorlesungsfreien Zeit sowie im Rahmen einer kurzfristigen Tätigkeit darf auch mehr gearbeitet werden, wenn das Studium insgesamt noch im Vordergrund steht. Dafür wird die 26 Wochen Grenze herangezogen: Im Zeitraum von einem Jahr (vom Ende der aufzunehmenden Tätigkeit her rückwärts betrachtet) darf in nicht mehr als 26 Wochen über 20 Stunden gearbeitet werden. Dabei werden alle Tätigkeiten mit mehr als 20 Wochenstunden Arbeitszeit betrachtet - unabhängig des Sozialversicherungsstatus. Ab Zeitpunkt des Überschreitens der Grenze würde volle Sozialversicherungspflicht eintreten. Mehr zu den Hintergründen, Ausnahmen und Regeln: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Du darfst als Student_in natürlich auch mehr arbeiten, müsstest dann aber paritätisch mit deinen Arbeitge-ber_innen in alle Zweige der Sozialversicherung (SV) einzahlen. Das wären dann ungefähr 20 Prozent Abgaben für dich als Arbeitnehmer_in, wobei du dann über den Job versichert wärst und keine zusätzlichen Beiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung hättest. Aus den Beiträgen erhältst du (später) natürlich auch Leistungen.

    Eine kurzfristige Beschäftigung, die parallel zu einem 450-Euro-Job, aber bei einer/m anderen Arbeitgeber_in ausgeübt wird, bleibt sozialversicherungsfrei. Allerdings können nicht bei der selben Arbeitgeberin eine kurzfristige Beschäftigung und ein 450-Euro-Job zeitgleich ausgeübt werden, beide Beschäftigungsverhältnisse wer-den dann zusammengerechnet. Auch können 450-Euro-Jobs und kurzfristige Beschäftigung beim selben Arbeitgeber nicht unmittelbar aufeinander folgen. Zwischen beiden Arbeitsverhältnissen muss mindestens ein Monat liegen.

    Eine kurzfristige Beschäftigung, die parallel zu einer regulären Beschäftigung ausgeübt wird, bleibt sozialversicherungsfrei, solange beide Beschäftigungen bei verschiedenen Arbeitgeber_innen ausgeübt werden

    Falls du in der Familienversicherung kostenlos mitversichert bist, bedenke bitte, dass es hier eine Hinzuverdienstgrenze von 450 Euro im Minijobstatus bzw. 425 Euro im Midijobstatus (+83,3 Euro Werbungskostenpauschale monatlich) gibt. In zwei Monaten darf das Einkommen auch über dieser Grenze liegen, was eine Kombination mit einer kurzfristigen Beschäftigung (zeitweise) möglich macht. Verdienst du regelmäßig mehr, musst du dich dann selber versichern, was du ggf. ja schon bist.
    Mehr dazu auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQz

    Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich in unserem Büro bei dir vor Ort beraten lassen ( http:/​/​jugend.dgb.de/​studium/​beratung/​vor-ort/​++co++5176b346-874b-11e7-8f57-525400d872​9f ) oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Kat
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 12.09.2017 13:12:17


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