Deutscher Gewerkschaftsbund

Werkstudent über 20 Stunden während Bachelorarbeit

Hallo ihr Lieben,

ich hätte gerne gewusst, ob ihr Erfahrung damit habt, wie die KV es handeln, wenn man bereits alle Prüfungsleistungen abgelegt hat und nur noch für die Bachelorthesis eingeschrieben ist. Meine Hochschule hat mir bescheinigt, dass ich keine Prüfungen mehr schreibe und auch für keine Kurse angemeldet bin, sozusagen in der "vorlesungsfreien Zeit" bin. Ist es möglich mehr als 2 Monate am Stück über 20 Stunden zu arbeiten und trotzdem den Werkstudentenstatus vor der KV zu behalten?

LG

T3amiara: 03.07.2017 23:22:30 |
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  • RE: Werkstudent über 20 Stunden während Bachelorarbeit

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Grundsätzlich ist es so, dass die Hochschulausbildung beim Werkstudent_innenstatus mit dem Ablauf des Monats als beendet angesehen wird, in dem du vom Gesamtergebnis der Prüfungsleistung offiziell schriftlich unterrichtet worden bist.
    Wenn du also die Bachelorthesis noch abgeben musst oder diese verteidigen musst, kannst du dein Gesamtergebnis ja eigentlich noch nicht haben. Demnach wäre der Werkstudent_innenstatus eigentlich noch anzuwenden.

    Innerhalb des Werkstudent_innenstatus werden ja nur Beiträge zur Rentenversicherung (RV) fällig, solange das Studium zeitlich überwiegt. Davon wird ausgegangen, wenn du regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest. Es zählt dabei immer die gesamte Arbeitszeit aus allen Jobs. Abends und nachts, am Wochenende, in der vorlesungsfreien Zeit sowie im Rahmen einer kurzfristigen Tätigkeit darf auch mehr gearbeitet werden, wenn das Studium insgesamt noch im Vordergrund steht. Dafür wird die 26 Wochen Grenze heran gezogen: Im Zeitraum von einem Jahr (vom Ende der aufzunehmenden Tätigkeit her rückwärts betrachtet) darf in nicht mehr als 26 Wochen über 20 Stunden gearbeitet werden. Dabei werden alle Tätigkeiten mit mehr als 20 Wochenstunden Arbeitszeit betrachtet - unabhängig des Sozialversicherungsstatus. Ab Zeitpunkt des Überschreitens der Grenze würde volle Sozialversicherungspflicht eintreten.
    Mehr zu den Hintergründen, Ausnahmen und Regeln: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Was also durchaus möglich wäre, ist eine kurzfristige Beschäftigung, die auf maximal 3 Monate bzw. 70 Tage im Jahr befristet sein kann. Für diese werden keinerlei Sozialversicherungsabgaben fällig. Auch könntest du in der studentischen Krankenversicherung mit ihren recht günstigen Beiträgen bleiben. Mehr zu kurzfristigen Beschäftigungen auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhU

    Es handelt sich dabei nur um eine Einstufung in der Sozialversicherung. Du darfst als Student_in natürlich auch mehr arbeiten, müsstest dann aber paritätisch mit deinen Arbeitgeber_innen in alle Zweige der Sozialversicherung (SV) einzahlen. Das wären dann ungefähr 20 Prozent Abgaben für dich als Arbeitnehmer_in, wobei du dann über den Job versichert wärst und keine zusätzlichen Beiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung hättest. Aus den Beiträgen erhältst du (später) natürlich auch Leistungen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich in unserem Büro bei dir vor Ort beraten lassen ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2P ) oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 08.08.2017 15:33:46


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