Deutscher Gewerkschaftsbund

Jobkombi: Werkstudentin und Hilfskraft

Liebes dgb-team,

ich strebe Ende des Jahres eine bestimmte Jobkombination an und habe, trotz einiger Nachforschung, nicht konkret herausfinden können, was bei dieser Kombination (an Abgaben etc) eintreten würde.

Ich bin Studentin in einem Masterstudiengang.

Zurzeit arbeite ich als Werkstudentin mit einem befristeten Vertrag (dieser läuft immer 3 Monate) 15 Stunden die Woche. Dabei verdiene ich im Monat mit allen Abgaben (Rente, Lohnsteuer etc) 940,-€ netto.

Ende des Jahres würde ich zusätzlich gerne eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft annehmen, bei der ich mir aussuchen könnte, wie viele Stunden im Monat ich arbeiten möchte.

Wenn ich pro Woche 15 Stunden als Werkstudentin und 5 Stunden als Hilfskraft arbeiten und somit insgesamt nicht mehr als 20 Stunden die Woche arbeiten würde, ändert sich dann etwas an meinen Abgaben?

Für Hilfe diesbezüglich und eine Auskunft wäre ich sehr dankbar! Liebe Grüße!

Carolin: 19.05.2017 18:43:54 |
Tags:
  • RE: Jobkombi: Werkstudentin und Hilfskraft

    Hallo Carolin,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Bei der Kombination der Jobs wie du sie schilderst kommen zwei verschiedene Dinge in Betracht. Einmal die Frage, ob du weiterhin unter die Werkstudent_innen-Regelung fällst, zum anderen ob es sich bei deinem Hilfskraftjob um eine geringfügige Beschäftigung (Minijob) handelt oder nicht.

    Zum ersten: Solange du nicht mehr als 20h/Woche arbeitest, behältst du in der Sozialversicherung den Status „Werkstudent_in“, was bedeutet, dass du nur rentenversicherungspflichtig bist, gleichzeitig aber deine Kranken- und Pflegeversicherung anderweitig abdecken musst (z.B. durch die studentische Pflichtversicherung). Wenn du regelmäßig mehr als 20h/Woche arbeitest, dann schätzt dich die Krankenkasse tendenziell als „dem Kreis der Beschäftigten“ zugehörig ein. Das heißt, du würdest voll sozialversicherungspflichtig und müsstest neben den Rentenbeiträgen auch Krankenversicherungs-, Pflegeversicherungs- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge zahlen. Das hätte aber auch zur Folge, dass du über die Beschäftigung krankenversichert bist.
    Von Seiten der Hochschule ist das übrigens egal, da kannst du so viel arbeiten wie du möchtest.

    Zum zweiten: Dein erster Job ist ein reguläre, befristete Teilzeitbeschäftigung mit voller Rentenversicherungspflicht da du über 850€ im Monat verdienst.
    Dein zweiter Job kann nun entweder ein Minijob, ein Midi-Job oder eine reguläre Beschäftigung sein. Verdienst du über 450€ aber unter 850€ handelt es sich um einen Midi-Job, du befindest dich in der Gleitzone und zahlst u.U. einen verminderten Rentenversicherungsbeitrag, darüber wird‘s eine reguläre Beschäftigung wie deine andere Tätigkeit. Unter 450€ ist es eine geringfügige Beschäftigung (entweder Minijob: http:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge oder kurzfristige Beschäftigung: http:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhU). Kurzfristige Beschäftigungen (befristet auf maximal 3 Monate bzw. 70 Arbeitstage) sind sowohl für Arbeitgeber_innen als auch für dich komplett sozialversicherungsfrei, bei Minijobs zahlt die Arbeitgeber_in Pauschalbeiträge und du einen Rentenversicherungsanteil von 3,7% (wobei du dabei volle Ansprüche erwirbst). Davon kannst du dich auch befreien lassen wenn du möchtest, die Arbeitgeber_in muss ihren Anteil dann trotzdem zahlen, du erwirbst aber keine Ansprüche.

    Was die Kombination der beiden Jobs angeht: Eine reguläre Beschäftigung kann mit genau einem Minijob kombiniert werden, jeder weitere würde den Status als Minijob verlieren. Gleiches würde gelten wenn beides Minijobs wären. Mehr dazu findest du auch auf der o.g. Minijob-Seite.

    Was die Steuern angeht, so werden prinzipiell alle deine Einkünfte zusammengerechnet und alles was über den derzeitigen Freibetrag von 8800€ + 1000€ Werbungskostenpauschale (Stand 2017) geht wird einkommenssteuerpflichtig (alles darunter bleibt steuerfrei). Ausnahme: Ein Minijob kann von dem_der Arbeitgeber_in auch pauschal mit 2% besteuert werden, er zählt dann nicht mit in dein jährliches Gesamteinkommen, diese Steuern kannst du dir allerdings auch nicht rückerstatten lassen, wenn du insgesamt unter dem Freibetrag bleibst. Mehr zu Steuern hier: http:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inb

    Nebenbei: Dass du immer nur einen 3-Monats-Vertrag bekommst musst du spätestens nach zwei Jahren oder der dritten Verlängerung nicht mehr akzeptieren, wende dich in dem Fall am besten direkt an deine Gewerkschaft. Mehr zum Thema Befristung findest du hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2z

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Valentin
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 14.06.2017 15:57:22


Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.



Absenden

WIR IM SOCIAL WEB