Deutscher Gewerkschaftsbund

Studentische Hilfskraft und Teilzeitstelle

Liebes S&W-Team,
seit Oktober 2016 bin ich Student und studentisch pflichtversichert. Mit dem Studium habe ich eine Stelle als studentische Hilfskraft (<20h/Woche), pauschal 2% versteuert, angenommen. Da ich im kommenden Jahr jedoch recht viel Freizeit haben werde, überlege ich, zusätzlich eine 50%-Stelle anzunehmen. Ist die überhaupt möglich? Was bedeutet das für die Krankenversicherung? Macht diese Aufteilung überhaupt Sinn, oder wäre eine Vollzeitstelle plus möglichem 450€-Job sinnvoller?
Viele Grüße

Bastian: 07.05.2017 09:53:35 |
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  • RE: Studentische Hilfskraft und Teilzeitstelle

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Aufgrund der Pauschalversterung in Höhe von 2 Prozent gehe ich davon aus, dass es sich bei deiner Hilfskraftstelle um einen Minijob handelt. Grundsätzlich ist es neben einem Minijob problemlos möglich eine reguläre Beschäftigung auszuüben, wozu auch ein Teilzeitjob zählt. Der Minijob ist weiterhin nur in der Rentenversicherung (RV) mit 3,7 Prozent versicherungspflichtig. Mehr hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    Für die reguläre Beschäftigung gibt es dann eventuell die Möglichkeit des Werkstudent_innenstatus. Dieser besagt, dass du lediglich in die RV (in Höhe von 9,35 Prozent für dich als Arbeitnehmerin, deine Arbeitgeber_innen zahlen ebensoviel für dich ein) einzahlen musst, wenn dein Studium im Vordergrund steht. Davon wird ausgegangen, wenn du regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest. Abends und nachts, am Wochenende, in der vorlesungsfreien Zeit sowie im Rahmen einer kurzfristigen Tätigkeit darf auch mehr gearbeitet werden, wenn das Studium insgesamt noch im Vordergrund steht. Dafür wird die 26 Wochen Grenze heran gezogen: Im Zeitraum von einem Jahr (vom Ende der aufzunehmenden Tätigkeit her rückwärts betrachtet) darf in nicht mehr als 26 Wochen über 20 Stunden gearbeitet werden. Ab Zeitpunkt des Überschreitens der Grenze würde volle Sozialversicherungspflicht eintreten. Mehr zu den Regeln auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi
    Es handelt sich dabei nur um eine Einstufung in der Sozialversicherung. Du darfst als Studentin natürlich auch mehr arbeiten, müsstest dann aber paritätisch mit deinen Arbeitgeber_innen in alle Zweige der Sozialversicherung (SV) einzahlen. Wenn du als voll sozialversicherungspflichtig eingestuft wirst, zahlst du als Arbeitnehmer circa 20 Prozent von deinem Lohn in die Sozialversicherung ein, deine Arbeigeber_innen leisten die gleiche Summe. Du erwirbst natürlich auch entsprechende Ansprüche aus den Zahlungen. Auch bist du in diesem Falle über deinen Job versichert und sparst dir die Beiträge zur studentischen Kranken- und Pflegeversicherung.

    Bis zur Grenze von 850 Euro wird nicht gleich dein gesamtes Einkommen zur Berechnung der Beiträge (bei Werkstudis: der RV-Abgaben) heran gezogen, sondern nur ein bestimmter Teil. Wie groß dieser ist, kannst du mit unserem Gleitzonenrechner ausrechnen. Diesen und weitere Infos zu dem Midijob-Status hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhb

    Was für dich nun günstiger ist bzw. was dir wichtiger ist, kann und darf ich nicht für dich beurteilen. Ich hoffe aber, dir ein paar Anhaltspunkte für die Entscheidung gegeben zu haben.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich in unserem Büro bei dir vor Ort beraten lassen ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2D ) oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 24.05.2017 16:18:21


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