Deutscher Gewerkschaftsbund

Arbeitsverhältnis neben dem Studium

Hallo liebes Team,

ich möchte gerne neben dem Studium möglichst flexibel im Schichtdienst im sozialen Bereich arbeiten.
Das bedeutet, dass ich möglicherweise einmal 60h im Monat arbeite, dann aber wieder vielleicht gar nicht und im nächsten nur 30h. Somit würde ich monatlich auch mal über die erlaubten 450€ bei einem Minijob kommen.

Deshalb suche ich nach einer Möglichkeit der Anstellung, die es mir erlaubt monatlich unregelmäßige Beträge zu verdienen (ich bekomme noch Bafög und hätte das mit den maximal 5400€ im Bewilligungszeitraum auch im Blick).

Ein maximales Jahreseinkommen von 2400€ würden für mich allerdings nicht in Frage kommen, da ich die Stunden hierfür meist schon relativ am Anfang des Jahres ausgeschöpft habe (beruht auf Erfahrungen aus fürheren Beschäftigungsverhältnissen).

Welche Beschäftigungsform (450€ minijob, kurfzristige Beschäftigung, Werkstudent etc.) würde es mir erlauben, flexible Beträge monatlich zu verdienen, mit einem höheren Jahreseinkommen als 2400€ und natürlich steuerfrei neben dem Studium zu arbeiten?
Viele Grüße
Ester :-)

Ester: 03.05.2017 20:28:44 |
Tags:
  • RE: Arbeitsverhältnis neben dem Studium

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wenn sich im Jahresdurchschnitt dein Einkommen so verhält, dass du monatlich nicht mehr als 450 Euro verdient hast, ist eine Anmeldung im Minijobstatus durchaus möglich. Es braucht dann ein Arbeitszeitkonto, auf dem du Minus- und Plusstunden sammelst. Es ist sogar möglich, dass du bis zu drei Monate komplett von der Arbeit freigestellt bist. Was nicht geht, ist das Arbeitsverhältnis künstlich in die Länge zu ziehen, um den Durchschnitt zu halten.
    In bis zu drei Monaten darf sogar unvorhergesehen mehr verdient werden. Dies ist beispielsweise bei einer spontanen Krankheitsvertretung möglich. So kannst du sogar im Jahresdurchschnitt mehr als 5.400 Euro im Minijobstatus verdient haben.
    Im Minijobstatus sind dann deinerseits nur 3,7 Prozent in die Rentenversicherung (RV) zu zahlen.
    Mehr zu Minijobs auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    Eine kurzfristige Beschäftigung ist möglich, wenn die Beschäftigung auf maximal 70 Tage bzw. 3 Monate im Jahr befristet ist. Diese Beschäftigung ist dann komplett sozialversicherungsfrei.
    Mehr zu kurzfristigen Beschäftigungen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhU

    Der Werkstudent_innenstatus ist nochmal ein bisschen was anderes, als die zuvor genannten geringfügigen Beschäftigungsarten:
    Studierende, deren Studium im Vordergrund steht, müssen aus ihrem Einkommen innerhalb dieses Status lediglich in der RV einkommensabhängige Beiträge (9,35 Prozent für die Arbeitnehmer_innen, andere Hälfte zahlen Arbeitgeber_innen) leisten. Davon wird ausgegangen, wenn regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich gearbeitet wird. Arbeitszeit nachts, am Wochenende und während der vorlesungsfreien Zeit findet dabei keine Betrachtung. Es wird jedoch stets die Arbeitszeit aus allen Beschäftigungsverhältnissen betrachtet.
    Dieser Status trifft also in der Regel auf teilzeitbeschäftigte Studierende zu, die mehr als geringfügig arbeiten. Eine Einkommensgrenze gibt es dabei nicht.
    Auch in diesem Status geht es um die regelmäßige Arbeitszeit. Inwiefern solche starken Schwankungen, wie du sie beabsichtigst, damit noch vereinbar sind, kann ich dir nicht sagen. Frage doch im Zweifelsfall bei deiner Krankenversicherung, die dich im Endeffekt versichern muss und dir eine Einschätzung geben kann.
    Mehr zu Werkstudent_innen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Wenn du regelmäßig mehr als 20 Stunden und auch nicht mehr im geringfügigen Status arbeitest, müssen du und deine Arbeitgeber_innen paritätisch in alle Zweige der Sozialversicherung einzahlen. Das wären dann circa 20 Prozent für dich als Arbeitnehmerin. Dafür wärst du auch über den Job versichert und erwirbst entsprechende Ansprüche.

    Beim BAföG gibt es in der Tat auch eine Hinzuverdienstgrenze von ca. 450 Euro monatlich. Hier wird der Durchschnitt bei schwankendem Einkommen auf den Bewilligungszeitraum gebildet. Wie dieser bei dir konkret aussieht, kannst du auf deinem Förderbescheid sehen.
    Mehr hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhj

    Die von dir angeführten 2.400 Euro gibt es im Steuerrecht als Übungsleiter_innenpauschale. Diese kann bei gelegentlichen lehrenden, erziehenden oder pflegenden Tätigkeiten für gemeinnützige oder öffentlich-rechtliche Träger genutzt werden. Das so verdiente Einkommen ist dann bis zu dieser Höhe nicht versteuerungspflichtig. Es kommt aber auf die tatsächliche Tätigkeit und den Träger drauf an, frage im Zweifelsfall beim zuständigen Finanzamt.

    Allgemein hast du steuerlich aber sowieso einen Grundfreibetrag von aktuell 8.820 Euro + 1.000 Euro Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung. Erst für den darüber liegenden Teil deines Einkommens zahlst du Steuern. Sollten dir vorab Lohnsteuern einbehalten worden sein, kannst du diese mit einer Einkommenssteuererklärung zurück bekommen, die du bis zum 31. Mai des Folgejahres einreichen müsstest.
    Mehr zu Steuern auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inb

    Was sich nun für dich am meisten lohnt bzw. die wenigsten Abzüge mit sich bringt, kann und darf ich nicht für dich entscheiden. Ich hoffe aber, dir ein paar Anhaltspunkte gegeben zu haben.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 16.05.2017 19:14:38


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