Deutscher Gewerkschaftsbund

Minijob + Minijob

Hallo liebes Team,

Ich arbeite momentan auf 450€ Basis und würde aber gerne einen zweiten Minijob ausüben, das wären also zwei 450€ Jobs mit denen ich zusammen auch über 450€ im Monat kommen würde.

Mein Arbeitgeber meinte, dass er mir keinen Werksstudentenjob anbieten möchte/kann, ist es dann überhaupt möglich beide Jobs auszuführen? Bzw. hätte es Auswirkungen auf meine Vertragsart aus der ersten Beschäftigung oder ließen sich alle Abgaben über den zweiten Job abführen?

Über die 20h Regelung und ab wann ich aus der Familienversicherung falle weiß ich Bescheid!

Vielen Dank für Eure Hilfe!

Jessica: 03.05.2017 19:32:03 |
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  • RE: Minijob + Minijob

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Im Minijobstatus gibt es, wie du richtiger Weise angesprochen hast, die Einkommensgrenze in Höhe von 450 Euro. Dabei werden alle Minijobs zusammengezählt.
    Wenn du durch die Kombination mehrerer Minijobs über 450 Euro kommst, gibt es gar keinen Minijob mehr und die Gesamtheit dieser Jobs wird als reguläre Beschäftigung betrachtet. Mehr zu Kombinationsmöglichkeiten auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    Wenn durch die Kombination mehrerer Minijobs der Minijobstatus entfällt, ist das erstmal nichts verbotenes oder dergleichen. Es ändert sich lediglich der Sozialversicherungsstatus, welcher durch deine Arbeitgeber_innen bei den Sozialversicherungsträger_innen geändert werden muss. Du musst dafür die entsprechenden Informationen an alle deine Arbeitgeber_innen geben.
    Mehr zur Kombination mehrerer Beschäftigungen hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Die dann "regulären" Beschäftigung kann bei Studierenden, die hauptsächlich studieren, im Werkstudent_innenstatus angemeldet werden. In diesem Falle werden nur die Abgaben zur Rentenversicherung (RV) fällig, die sich Arbeitgeber_innen und Arbeitnehmer_innen paritätisch teilen (für dich dann also 9,35 Prozent). Der Werkstudent_innenstatus setzt die von dir bereits erwähnte Grenze von 20 Arbeitsstunden pro Woche voraus.
    Arbeitest du regelmäßig mehr, wobei die Arbeitszeit aus allen Beschäftigungen zusammengezählt wird, müsstest du in alle Zweige der Sozialversicherung einkommensabhängig einzahlen.

    Die Abgaben erfolgen jeweils auf den einzelnen Job. Bis zur Grenze von 850 Euro wird nicht gleich das gesamte Einkommen zur Berechnung der Beiträge heran gezogen, sondern nur ein gewisser Teil Wie groß dieser Teil ist und wie hoch dementsprechend die Abgaben sind, kannst du mit unserem Gleitzonenrechner nachschauen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhb

    Der Werkstudent_innenstatus ist für deine Arbeitgeber_innen sogar günstiger, weil sie nur den o.g. Anteil zur RV zahlen müssen. Bei Minijobs zahlen die Arbeitgeber_innen eine höhere Pauschale in der Sozialversicherung. Dass dein Arbeitgeber meint, er könne dir solch einen Status nicht anbieten, verwundert mich sehr. Ihr schließt ja erstmal einen Arbeitsvertrag ab und dann erfolgt aufgrund deiner individuellen Eigenschaften (Studium, Verdienst, Arbeitszeit, etc.) die entsprechende Einstufung in der Sozialversicherung. Dafür gibt es Kriterien die zu entsprechenden Personengruppenschlüssel führen, welche an die Sozialversicherungsträger gemeldet werden. Das sind aber alles die Pflichten deiner Arbeitgeber_innen, du musst nur die entsprechenden Infos liefern und auch Änderungen sofort mitteilen.

    Mehr zu Werkstudent_innen hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 17.05.2017 09:50:14


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