Deutscher Gewerkschaftsbund

zeitlich begrenzte Honorartätigkeit

Ich arbeite seit einiger Zeit in einem 450€-Job auf Honorarbasis. Ab September werde ich jedoch nicht mehr studieren und stattdessen eine Ausbildung anfangen, und dann wahrscheinlich auch aufhören, in meinem Nebenjob zu arbeiten.

Jetzt habe ich dieses Jahr allerdings schon 2 Monate etwas über 450€ verdient, was ich ja ausgleichen müsste, um nicht über die durchschnittlichen 450€/Monat zu kommen. Muss ich das bis September getan haben oder gleicht es sich durch die 4 Monate, die ich dann gar nichts in dieser Tätigkeit verdiene, sowieso wieder aus?

Oder wird dabei nur die Zeit, die mein Vertrag beim Nebenjob läuft, mitberechnet? Also dürfte ich bis September statt der jährlichen 5400€ nur 450*8 = 3600€ verdienen?
Dabei geht es mir vor allem um die Krankenversicherung.

Melanie: 03.05.2017 16:05:26 |
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  • RE: zeitlich begrenzte Honorartätigkeit

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Du sprichst ja zwei Regelungsbereiche an, in denen die 450 Euro Grenze relevant ist: 1.) im Minijobstatus und 2.) in der Familienversicherung. Ich beantworte das im Folgenden getrennt.

    zu 1.)
    Der Minijobstatus hat eine monatliche Einkommensgrenze von 450 Euro, damit er als geringfügig gilt. Wenn das eingehalten wird, muss seitens der Arbeitnehmer_innen lediglich ein Anteil von 3,7 Prozent in die Rentenversicherung (RV) gezahlt werden.
    Dabei ist es möglich, dass die Arbeitszeit flexibel gestaltet wird, solange im Jahr durchschnittlich nicht mehr als 450 Euro monatlich verdient wurde. Dementsprechend ist auch ein kürzerer Zeitraum anzulegen, wenn nicht ganze 12 Monate im Jahr gearbeitet wird. Es muss also durch die Monate der Beschäftigung geteilt werden, wenn du weniger als 12 Monate arbeitest.
    Bei dieser flexiblen Gestaltet des Verdienstes im Minijobstatus sind also recht große Schwankungen möglich. Es ist sogar möglich bis zu 3 Monate lang von der Arbeit befreit zu sein (also keine Arbeitsleistung zu erbringen und damit 0 Euro verdienen) und danach den Minijob wieder normal auszuführen. Jedoch darf der Minijob nicht künstlich in die Länge gezogen werden, nur um den Durchschnitt einzuhalten.
    Bis zu 3 Monate darf unvorhergesehen sogar noch mehr verdient werden. Dies darf aber wirklich nicht planbar sein, sondern muss beispielsweise im Rahmen einer Krankheitsvertretung geschehen.
    Mehr auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    zu 2.)
    Ich gehe davon aus, dass sich deine Fragen zur Krankenversicherung auf die kostenlose Mitversicherung in der Familienversicherung bezieht. Dort gibt es eine Hinzuverdienstgrenze im Minijobstatus von 450 Euro monatlich. Auch hier gilt, dass in zwei Monaten mehr verdient werden darf. Hierbei muss es sich nicht zwingend um ein unvorhergesehenes Ereignis handeln.
    Wenn du regelmäßig mehr verdienst, müsstest du dich selbst versichern und könntest problemlos wieder zurück in die Familienversicherung, so du die Voraussetzungen erfüllst (Hinzuverdienst und Alter).
    Mehr dazu auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQz

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 16.05.2017 17:23:24


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