Deutscher Gewerkschaftsbund

Werkstudent und kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin als Werkstudent (mit der üblichen Regelung 20h/Woche während des Semesters) angestellt.
Im November 2016 schloss ich bei einer anderen Firma einen Vertrag über ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis, welcher bis zum 30.04.2017 befristet ist.
Jedoch wurde nur im November 2016 für ein paar Stunden gearbeitet.
Was gibt es diesbezüglich zu beachten?
Bekomme ich durch dieses kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis mehr Nachteile als Vorteile bzgl. meiner Tätigkeit als Werkstudent bzw. ist mein Status als solcher dadurch gefährdet?

Kevin: 14.03.2017 22:37:58 |
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  • RE: Werkstudent und kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis

    Hallo Kevin,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Student darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Student, solange du immatrikuliert bist.

    Anders sieht es beim Werkstudent_innenstatus innerhalb der Sozialversicherung aus. Hier ist relevant, wieviel du arbeirtsvertraglich vereinbart arbeitest, bzw. wieviel du tatsächlich arbeitest, falls es z.B. nur eine Mindeststundenzahl im Arbeitsvertrag gibt.

    Arbeitest du als Vollzeit immatrikulierter Student nicht mehr als 20h/Woche, wirst du in der SV als Werkstudent angemeldet. Das bedeutet, dass von deinem Gehalt nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV und AV). Krankenversichern musst du dich dann selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Kosten: 9,35% RV vom Gehalt + eigene KV/PV (studentisch ca. 85€/Monat oder "freiwillig" mind. 130€/Monat)

    Arbeitest du mehr als 20h/Woche, wirst du als Arbeitnehmer angemeldet. Dann werden von deinem Gehalt anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt.
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt, keine weiteren Kosten für KV/PV.

    Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudent. Außerdem profitierst du vom Anspruch auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV). Hier wird die Arbeitszeit aus allen Jobs (auch kurzfristigen Beschäftigungen) zusamengerechnet. Es gibt aber auch Ausnahmen, wonach du unter bestimmten Bedingungen mehr als 20h/Woche arbeiten kannst und trotzdem in der SV als Werkstudent angemeldet wirst. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn in einer (auf max. 26 Wochen befristeten) Beschäftigung die über die 20h/Woche hinausgehende Arbeitszeit aufs Wochenende, nachts oder die Semesterferien fällt. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Was bei dir zutreffen könnte, kann ich auf Basis deiner Angaben nicht einschätzen. Für deine korrekte Anmeldung sind deine Arbeitgeber_innen zuständig. Damit die dieser Verpflichtung auch nachkommen können, musst du immer allen deinen Arbeitgeber_innen deine jeweiligen anderen Jobs mitteilen. Was du bei der Kombination mehrerer Jobs sonst noch beachten soltest, kannst du hier nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​pWR oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße,
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 15.03.2017 17:07:38


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