Deutscher Gewerkschaftsbund

SHK und Minijob, bis zu welcher Grenze steuerfrei?

Hallo,
ich bin von Januar 2017 bis Ende September 2017 als studentische Hilfskraft an meiner Uni angestellt (10 Stunden pro Woche, was in etwa 370€ im Monat sind).
Außerdem habe ich Anfang März 12 Stunden im Einzelhandel gearbeitet (120€).
Zu April würde ich mir gern in einem Geschäft ein wenig Geld dazuverdienen, bin mir aber unsicher, wie viele Stunden (10€/Stunde) ich maximal arbeiten kann, ohne Steuern zu zahlen?
Ich habe gelesen, dass es während der Semesterferien und am Wochenende andere Regelungen gibt, was steckt da genau hinter?

Können Sie mir weiterhelfen?

Herzliche Grüße
Katharina

PS: Wie sieht es eigentlich mit Steuererklärungen für Studenten aus? Lohnt sich das wirklich, auch wenn man nicht so viel arbeitet, dass man Steuern zahlen muss?

Katharina: 14.03.2017 12:07:52 |
Tags:
  • RE: SHK und Minijob, bis zu welcher Grenze steuerfrei?

    Hallo Katharina,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Der Steuergrundfreibetrag beträgt 8820€/Jahr plus 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung. Du kannst also mindestens 9820€/Jahr steuerfrei verdienen.
    Ist dein Minijob pauschal versteuert, wird also nicht über deine Steuer-ID abgerechnet, kannst du das Gehaklt daraus noch obendrauf verdienen. Das Minijobeinkommen zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    Für Student_innen gibt es keine Sonderregeln im Steuerrecht, dieses gilt für alle gleich. Dennoch kann es sich für Student_innen lohnen, eine freiwillige Steuererklärung zu machen. Einmal, um eventuell zu viel eingezogene Steuern zurückzubekommen (das ist z.B. dann der Fall, wenn du mehr als einen Job und damit Steuereinzüge über die Lohnsteuerklasse 6 hast).
    Hast du keine Steuereinzüge, die du zurückbekomen möchtest, kannst du eine Steuererklärung dazu nutzen, um Ausbildungskosten als Verlust vorzutragen. Das kann sich später, wenn du mal mehr verdienst, lohnen. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inb

    Die besonderen Regelungen für Student_innen bei Arbeit in den Semesterfreien und ggf. am Wochenende betreffen nur die Sozialversicherung und haben mit Steuern nichts zu tun. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Beachte zudem die Einkommensgrenze in der gesetzlichen Familienversicherung, sie beträgt 425€/Monat (das entspricht ca. 508€/Monat brutto) ODER 450€/Minijob. Verdienst du mehr, musst du dich selbst studentisch kranken- und pflegeversichern (ca. 85-90€/Monat). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQz

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X21 oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße,
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 15.03.2017 16:35:04


  • RE: SHK und Minijob, bis zu welcher Grenze steuerfrei?

    Hallo,
    ich habe einen ähnlichen Fall und dazu ebenfalls eine Frage.
    Ich arbeite auch als SHK an der Uni (10 Stunden/Woche) und würde gern ab August für weitere 5-10 Stunden pro Woche einen zweiten Nebenjob annehmen. Sehe ich richtig, dass ich mir, solange ich den Steuergrundfreibetrag von 8820€ im Jahr nicht überschreite, eventuell abgezogene Steuern über eine Steuererklärung vollständig wiederholen kann?
    Was passiert, wenn ich die 20 Arbeitsstunden in einer Woche mal überschreite, also in beiden Jobs zusammen? Wirkt sich das auf irgendwas aus?

    Herzliche Grüße und danke
    Paula

    Paula: 16.05.2017 16:20:55


  • RE: SHK und Minijob, bis zu welcher Grenze steuerfrei?

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wie du richtig erkannt hast, liegt der Grundfreibetrag bei den Steuern aktuell bei 8.820 Euro. Zudem kannst du dein Einkommen aus abhängiger Beschäftigung im Jahr um 1.000 Euro Werbungskostenpauschale bereinigen. Du zahlst also erst für den Teil deines Verdienstes Einkommenssteuer, der 9.820 Euro übersteigt.
    Wenn dir dennoch vorher Steuern abgezogen wurden, kannst du diese mit einer Einkommenssteuererklärung zurück bekommen, die du bis zum 31. Mai des Folgesjahres einreichen musst. Dies macht insbesondere Sinn, wenn dir bei einem zweiten/dritten/etc. Job aufgrund der Lohnsteuerklasse VI viel abgezogen wurde. (Hintergrund: Der o.g. Freibetrag wird nur bei deinem ersten Job berücktsichtigt).

    Wenn es sich um einen Minijob oder um eine kurzfristige Beschäftigung handelt, gibt es auch die Möglichkeit der pauschalen Versteuerung. Hierbei wird das pauschal versteuerte Einkommen nicht mit bei der jährlichen Einkommenssteuer berücktsichtigt. Dafür kannst du Pauschalsteuern nicht zurück bekommen, falls du doch unterhalb des Freibetrages verdient haben solltest. Du solltest also im Zweifelsfall vorher mit deinen Arbeitgeber_innen sprechen, wie sie dich anmelden.

    Mehr zu Steuern auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​studium/​dein-job/​steuern

    Die 20 Stunden beziehen sich auf die Werkstudent_innenregelungen in der Sozialversicherung.
    Wenn du regelmäßig unter 20 Stunden arbeitest, werden aus deinem Einkommen nur Beiträge zur Rentenversicherung fällig. Ein gelegentliches geringfügiges schwanken ist meistens unproblematisch, solange du insgesamt unter 20 Stunden wöchentlich bleibst.
    Geprüft wird das ganze bei der Anmeldung deines Jobs. Die Arbeitgeber_innen müssen einschätzen, ob du während der Laufzeit über oder unter 20 Stunden wöchentlich mit allen Jobs arbeitest. Wenn absehbar ist, dass du es regelmäßig überschreitest, müssen sie dich als normale Arbeitnehmer_innen anmelden. In dem Fall werden einkommenabhängige Beiträge in allen Zweigen der Sozialverischerung fällig. Gleiches gilt, wenn während des laufenden Jobs absehbar wird, dass du regelmäßig mehr arbeiten wirst. Im Zweifelsfall frage bei deiner Krankenkasse mal nach, denn diese muss im Endeffekt entscheiden, wie sie dich versichert.

    Es gibt bei der 20 Stunden Regel einige Ausnahmen, wie die Arbeitszeit nachts, abends und am Wochenende. Diese Zeiten werden nicht betrachtet. Jedoch darf auch dadurch die Arbeitszeit über 20 Stunden im Zeitraum eines Jahres in nicht mehr als 26 Wochen überschritten werden.

    Mehr zu Werkstudent_innen auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 28.06.2017 14:18:35


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    S@W: 28.06.2017 14:19:09


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