Deutscher Gewerkschaftsbund

Vollzeit-Praktikum auch in die Vorlesungszeit rein?

Moin Leute,

ich studiere im 1. Semester im Master Wirtschaftsinformatik. Ich möchte dazu in der vorlesungsfreien Zeit ein Vollzeitpraktikum absolvieren. Die Vorlesungszeit beträgt 8 Wochen, d.h. ich werde nicht sozialversicherungspflichtig, da ich eine kurzfristige Beschäftigung ausübe. Nun ergibt sich die Frage, wie das eigentlich ist, wenn ich das Vollzeitpraktikum noch einen Monat weiter mache. In meinem konkreten Fall heißt das, dass ich im Februar und März 2019 das Praktikum mache und es gerne noch den ganzen April weitermachen würde.

Das wäre wahrscheinlich ziemlich unsinnig, da ich für den April dann sozialversicherungspflichtig werden würde, oder?

Viele Grüße,

Lucas

Lucas: 10.09.2018 22:09:52 |
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  • RE: Vollzeit-Praktikum auch in die Vorlesungszeit rein?

    Hallo Lucas,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Aktuell liegt die zeitliche Begrenzung für eine kurzfristige Beschäftigung bei 3 Monaten bzw. 70 Tagen im Jahr. Gesetzlich wurde diese Ausweitung der kurzfristigen Beschäftigung zwar bis zum 31.12.2018 begrenzt, laut Medienberichten hat die große Koalition aber bereits eine unbefristete Verlängerung dieser Regelung beschlossen. Genaueres, vor allem rechtsicheres wird man aber erst sagen können, wenn das auch gesetzlich beschlossen ist.

    Sollte das also tatsächlich gesetzlich beschlossen werden, fiele dein freiwilliges Praktikum unter die Regelungen für kurzfristige Beschäftigung, egal, ob es 2 oder 3 Monate dauert.

    Sollte das nicht gesetzlich beschlossen werden, also wieder die alte Regelung mit der Begrenzung auf 2 Monate bzw. 50 Tage im Jahr gelten, wäre dein freiwilliges Praktikum von Anfang an nicht mehr kurzfristig, auch die ersten beiden Monate nicht, wenn drei Monate geplant sind. Die Regelungen für die kurzfristioge Beschäftigung greifen dann nur, wenn das Praktikum tatsächlich nicht länger als auf 2 Monate befristet ist. Entscheidet ihr euch währendessen ggf. spontan, das Praktikum zu verlängern, entfällt die Sozialversicherungsfreiheit aufgrund kurzfristiger Beschäftigung zu dem Zeitpunkt, an dem klar ist, dass das Praktikum längern dauern wird. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhU

    Aber keine Panik, die Sozialversicherung ist gar nicht so schlimm. Ich gehe mal davon aus, dass es sich um ein freiwilliges Vollzeitpraktikum mit >450€/Monat Vergütung handelt (bei unter 450€/Monat würden sonst die Regelungen für Minijobs greifen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge). "Worst case" wäre dann volle Sozialversicherungspflicht. Das bedeutet, dass von deiner Vergütung Beiträge in die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (RV, KV, PV, AV) abfegührt werden würden. Insgesamt wären das ca. 20% und du würdest Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I) erwerben. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina
    Krankenversichert wärst du über das Praktikum, nach Beendigung kannst du problemlos wieder in die gesetzliche Familienversicherung zurückwechseln.
    Sollte deine Vergütung unter 850€/Monat betragen, würden die Sozialversicherungsbeiträge zudem nach Midijobregeln für dich günstiger berechnet werden. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhb

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 11.09.2018 15:13:12


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