Deutscher Gewerkschaftsbund

Kombination von zwei Werkstudentenjobs

Hallo,
ich habe derzeit einen Werkstudentenjob mit 10 Arbeitsstunden pro Woche. Dieser Vertrag läuft noch bis Mitte August.
Nun würde ich gerne einen weiteren Werkstudentenjob an der Uni annehmen, im Rahmen dessen ich dann auch meine Abschlussarbeit schreiben könnte. Dieser Vertrag würde allerdings 15h pro Woche Arbeitszeit vorsehen.
Daher meine Frage, ob die für Werkstudentenverträge erlaubten 20h/ Woche pro Monat berechnet werden oder im Jahresrückblick. Denn da mein erster Vertrag Mitte August endet, würde sich im Jahresverlauf kein Problem ergeben, wohl aber, wenn die 20h pro Woche in keinem Monat überschritten werden dürfen.

Wäre es in letzterem Fall legitim, wenn ich meinen zweiten Arbeitgeber bitten würde, die vertraglich geregelte Stundenzahl bis August auf 10h pro Woche herabzusetzen und die zusätzlich gearbeiteten 5h pro Woche bis August auf einem Überstundenkonto zu belassen und erst ab August auszuzahlen?

Über eine kurze Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.
Ich bedanke mich und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Anna: 06.01.2018 21:02:54 |
  • RE: Kombination von zwei Werkstudentenjobs

    Hallo Anna,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Die 20h-Regel ist strikt und kann nicht über einen längeren Zeitraum ausgeglichen werden. Sie besagt, dass wer 20h wöchentlich arbeitet in der Sozialversicherung als Arbeitnehmer*in zählt. Ausnahmen hierbei gibt es nur, wenn das Arbeitsverhältnis entweder auf die vorlesungsfreie Zeit begrenzt ist oder aber der Teil der Arbeitszeit, der die 20h pro Woche übersteigt, auf Nacht- bzw. Wochenendarbeit entfällt (bei einer gesamten Vertragslaufzeit von maximal 26 Wochen; weitere Infos zum Werkstudent*innenstatus: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi).

    Zählst du in der Sozialversicherung als Arbeitnehmerin, so zahlst du prozentual von deinem Bruttolohn Sozialabgaben in die Renten-, Pflege-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung ein (die Anteile werden jeweils paritätisch von der arbeitgebenden und der arbeitnehmenden Seite gezahlt; bei der Krankenversicherung gibt es einen Zusatzbeitrag für Arbeitnehmer*innen). Wieviel in welchen Zweig der Sozialversicherung zu entrichten wäre, kannst du hier nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina.

    Doch auch wenn du innerhalb der 20h Regelung bleibst, zahlst du Beiträge in die Rentenversicherung (bei einem Einkommen von mehr als 450 € monatlich) und zahlst den pauschalen Beitrag in die studentische Kranken- und Pflegeversicherung ein (wie groß hier die Beitragsdifferenz ist hängt von deinem Bruttoverdienst ab - beitragsfrei sind nur Familienversicherte). In die Arbeitslosenversicherung musst du in diesem Fall aber nicht einzahlen.

    Es ist also möglich auch mehr als 20h pro Woche zu arbeiten, nur wären in diesem Fall die Abgaben in die Sozialversicherung andere. Weiterstudieren und deine Abschlussarbeit schreiben kannst du aber dennoch.

    Wer in der Sozialversicherung das studentische Erscheinungsbild behalten will, muss bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von höchstens 20h bleiben (zzgl. Ausnahmen). Dabei kannst du natürlich auch einen zweiten Arbeitsvertrag über 10h wöchentlich aushandeln und diesen dann nach Ende des anderen Arbeitsverhältnisses aufstocken.

    Überstunden sind ein heikles Thema. Diese sind zwar grundsätzlich abzugelten. Jedoch müssen Arbeitnehmer*innen das Ableisten der Überstunde wie auch, dass diese von dem/der Arbeitgeber*in angeordnet wurde, nachweisen. Du musst also Buch führen wann wieviele Überstunden abgeleistet wurden. Überstunden sind dabei prinzipiell Arbeitsstunden. Ob und wie diese dann auf die 20h Regel zählen, können Gewerkschaftsmitlgieder bei der Rechtsberatung erfragen. Ebenso ist zu schauen, inwiefern bei deiner Arbeitsstelle Überstunden angesammelt werden können. Hier lohnt es sich im Zweifel mit dem Personalrat der Hochschule zu sprechen. Mehr Informationen zum Thema Überstunden findest du hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQj.

    Eine weitere Möglichkeit ist es zu prüfen, ob du als Bachelorrandin/Masterrandin eingestellt werden kannst. Hierfür gibt es zwar sehr strenge Regeln (vor allem, dass du nur zum Zwecke der Erstellung deiner Abschlussarbeit im Unternehmen angestellt bist), jedoch wird der Verdienst sowie die Arbeitszeit dieser Beschäftigungsverhältnisse gesondert gehandhabt (zählt dann nicht auf die 20h Grenze). Mehr Informationen gibt es hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhT. Aufgrund der strengen Bestimmungen ist es aber zu prüfen, ob dieser Status in deinem Fall infrage kommt.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Schöne Grüße,
    Marco

    students at work

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    S@W: 14.02.2018 09:34:53


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