Deutscher Gewerkschaftsbund

Werkstudentenjob + Tutorenjob

Hallo ab Januar arbeite ich 20h/Woche als Werkstudentin und werde dann im April bis August 4h/Woche als Tutorin an der Uni arbeiten.
Ich wundere mich welche Auswirkungen das auf die Sozialversicherung/Steuern hat - die Beschäftigung an der Uni ist ja nur temporär und ich bin mir nicht sicher ob dann die 20h Regel greift. Bzw. gibt es dann Ausnahmen?

Vielen Dank!

Alex: 27.12.2017 14:52:24 |
  • RE: Werkstudentenjob + Tutorenjob

    Hallo Alex,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wenn du in beiden abhängigen Beschäftigungen zusammen auf über 20h pro Woche kommst, so hast du in der Sozialversicherung nicht mehr das studentischer Erscheinungsbild. Ausnahmen hierbei gibt es, wenn der Teil der Arbeit, der die 20h pro Woche überschreitet entweder nachts oder am Wochenende gearbeitet wird (und das Beschäftigungsverhältnis auf 26 Wochen begrenzt ist) oder aber wenn die Tätigkeit auf die vorlesungsfreie Zeit beschränkt ist ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi).

    Wer über 20h wöchentlich arbeitet und keine der Ausnahmen geltend machen kann, gilt in der Sozialversicherung ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina) als Arbeitnehmer*in und muss Beiträge prozentual vom Bruttolohn in die Rentenversicherung ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQI), Krankenversicherung ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQz), Pflegeversicherung ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQ4) und Arbeitslosenversicherung ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQe) abführen.

    Der Unterschied im Vergleich zum studentischen Erscheinungsbild ist dabei, dass die Kranken- und Pflegeversicherung keine Pauschalen mehr sind, sondern im Falle des sozialversicherungsrechtlichen Erscheinungsbilds als Arbeitnehmer*in prozentual vom Lohn abgezogen in der Regel paritätisch von Arbeitgeber*in und Arbeitnehmer*in gezahlt, bei Krankenversicherung gibt es für Arbeitnehmer*innen einen Zusatzbeitrag, die Unfallversicherung wird vom/von der Arbeitgeber*in gezahlt). Ebenso sind in diesem Falle Beiträge in die Arbeitslosenversicherung zu entrichten.

    Beträgt die Arbeitszeit in der abhängigen Beschäftigung wieder höchstens 20h pro Woche, so besteht das studentische Erscheinungsbild erneut (mit den Konsequenzen: keine Beiträge in die Arbeitslosenversicherung, bei Bestehen der Voraussetzungen ist die studentische Kranken- und Pflegeversicherung möglich).

    Zu den Steuern: Im Jahre 2018 gibt es einen Einkommenssteuerfreibetrag von 9.000 €. Für abhängig Beschäftigte kommt noch die Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 € hinzu. Erst wenn du über diese Beträge hinaus verdienst, musst du Einkommenssteuer zahlen - und dann auch nur für den Teil des Einkommens, der die Freibeträge übersteigt. Mehr Infos hierzu: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQB.

    Hast du jedoch zwei Beschäftigungsverhältnisse, wird in der Regel eins in der Lohnsteuerklasse 6 eingruppiert werden. Hierfür werden monatlich Steuern abgezogen, auch wenn du gar nicht über den Einkommenssteuerfreibetrag im Jahr kommst. Solltest du mit deinem Einkommen den Einkommenssteuerfreibetrag nicht überschreiten, so kannst du diesen auch auf beide Beschäftigungsverhältnisse aufteilen.

    Ebenfalls kann eine geringfügige Beschäftigung (z.B. ein Minijob) pauschal versteuert werden. Hierbei werden 2 Prozent des Einkommens direkt einbehalten (die der/die Arbeitgeber*in auf dich umlegen kann und die man auch durch die Steuererklärung nicht erstattet bekommt). Allerdings gilt dann der Minijob bereits als versteuert. Mehr Informationen zur Pauschalbesteuerung sowie zur Splittung von Freibeträgen gibt es hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQn.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich in unserem Büro bei dir vor Ort beraten lassen ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​p1M) oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Schöne Grüße,
    Marco

    students at work

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    S@W: 12.02.2018 10:14:55


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