Deutscher Gewerkschaftsbund

Zweitjob Komparse

Hallo liebes S@W-Team,

ich arbeite 16h pro Woche als Werkstudent in einem Unternehmen und wollte nun zusätzlich noch als Komparse einmal die Woche arbeiten. Ein Dreh dauert meist so um die 8h, womit ich dann über die magische 20h-Grenze komme. Diese Stundenzahl ist auf der Lohnsteuerbescheinigung der Komparserie aber gar nicht ausgewiesen, da man sowieso pauschal bezahlt wird, ob man nun 5 oder 8h da war.

Wie ist eure Einschätzung? Verliere ich meine Studenten-Privilegien (geringe Sozialversicherungsbeiträge), wenn ich zusätzlich noch als Komparse arbeite?

Vielen Dank und beste Grüße

Sebastian

Sebastian: 01.12.2017 17:59:57 |
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  • RE: Zweitjob Komparse

    Hallo Sebastian,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Grundsätzlich darfst du auch als Student so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Student, solange du immatrikuliert bist.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermitlung deines Status dort.

    Arbeitest du als Vollzeit immatrikulierter Student nicht mehr als 20h/Woche, wirst du in der SV als Werkstudent angemeldet. Das bedeutet, dass von deinem Gehalt nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV und AV). Krankenversichern musst du dich dann aber selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Kosten: 9,3% RV vom Gehalt + eigene KV/PV (studentisch ca. 90€/Monat) https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Arbeitest du insgesamt mehr als 20h/Woche, wirst du als Arbeitnehmer angemeldet. Dann werden von deinem Gehalt anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt.
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt, keine weiteren Kosten für KV/PV.

    Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudent!
    Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina
    Von einem "Privileg" sollten hier also eher die Arbeitgeber_innen sprechen, die für dich im Werkstudent_innenstatus weniger zahlen müssen. Für dich als Arbeitnehmer sind die höheren Sozialversicherungsabgaben nämlich auch mit Leistungen verknüpft, auf die du als Werkstudent keinen Anspruch hast (z.B. auf Krankengeld, wenn du mal länger krank werden solltest oder später ggf. Alg I).

    Mit der Lohnsteuer hat der Werkstudent_innnestatus im Übrigen gar nichts zu tun. Das Finanzamt interessiert sich nicht dafür, wievieol du arbeitest, nur dafür, wieviel du verdienst.
    Und zur Sozialversicherung müssen dich deine Arbeitgeber_innen korrekt (also im zutreffenden Status) anmelden. Diesen obliegt also quasi die Erstprüfung. Daher bist du verpflichtet, immer allen deinen Arbeitgeber_innen deine jeweiligen Jobs (inkl. Verdiensthöhe und wöchentlicher Arbeitszeit) mitzuteilen.

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße,
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 11.01.2018 16:13:27


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