Deutscher Gewerkschaftsbund

Werkstudententätigkeit und kurzfristige Beschäftigung

Hallo Zusammen,

ich fange ab 1.1.2018 eine neue Werkstudentenstelle an. Zur Zeit arbeite ich als "Minijobber" auf 450€ Basis und bin Familienversichert. Offiziell immatrikuliert bin ich bis Januar 2019.

In der neuen Werkstudentenstelle arbeite ich 19h/Woche und verdiene deutlich mehr als zuvor.

1. Frage: Ich müsste mich ab 1.1.2018 selbst versichern, da ich die Grenze von 450€ überschreite, richtig?

Ich würde gerne im Sommer wieder einzelne kurzfristige Beschäftigungen annehmen (nicht mehr als 70 Tage)

2. Frage: Ist das grundsätzlich möglich Werkstudententätigkeit und kurzfristige Beschäftigung zu kombinieren? Und falls ja, ergeben sich daraus (steuerliche) Nachteile für mich?

Vielen Dank für eure Antwort und das tolle Angebot hier.

Philipp: 30.11.2017 10:29:23 |
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  • RE: Werkstudententätigkeit und kurzfristige Beschäftigung

    Hallo Philipp,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    1. Ja, wenn dein Einkommen die Einkommensgrenze in der gesetzlichen Familienversicherung von 435€/Monat (das entspricht ca. 518€/Monat brutto) ODER 450€/Minijob überschreitet, musst du dich selbst studentisch kranken- und pflegeversichern (ca. 90€/Monat). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQz

    2. In der Sozialversicherung werden Werkstudent_innentätigkeit und kurzfristige Beschäftigung(en) getrennt betrachtet und sind problemlos kombinierbar. Solange du mit den kurzfristigen Beschäftigung(en) unter die Ausnahmeregelungen der 20h-Regel fällst (Überschreitung der 20h/Woche v.a. in den Semesterferien, am Wochenende oder abends/nachts möglich), bleibt dein Werkstudent_innenstatus erhalten.

    Steuerlich sind die Einkommen aus allen deinen Jobs relevant.
    In der Regel werden beide Jobarten über deine Steuer-ID abgerechnet, so dass du den jeweils zweiten davon über die ungünstige Lohnsteuerklasse 6 laufen lassen müsstest. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer, über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9000€/Jahr (plus ggf. 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
    Du kannst dann aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inb

    Es gibt bei kurzfristigen Beschäftigungen zwar auch die Möglichkeit der Pauschalversteuerung, diese beträgt aber 25% und kann nicht mit einer Steuererklärung zurück erstattet werden. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhU

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2s oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße,
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 11.01.2018 12:10:46


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