Deutscher Gewerkschaftsbund

Hiwi + Werkstudent, geht das?

Hallo,
ich bin zur Zeit als HIWI an meiner Uni angestellt. Dabei beträgt der wöchentliche Stundenumfang 5 Stunden.
Nun habe ich die Möglichkeit zusätzlich als Werkstundent zu arbeiten.
Geht das so ohne weiteres? Wie sieht es dabei mit den erlaubten Stunden pro Woche (ich glaube es sind 20 Stunden pro Woche?) aus? Muss ich mich zusätzlich krankenversichern? Habe ich viele Abgaben?
Noch als Info am Rande: Ich bin noch über meine Eltern privatversichert.

Ich hoffe sehr, dass Sie mir weiter helfen können.
Viele Grüße,
David

David: 23.11.2017 09:35:12 |
Tags:
  • RE: Hiwi + Werkstudent, geht das?

    Hallo David,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Student darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Es gibt keine Einkommensgrenze und die wöchentlich mögliche Arbeitszeit wird durch das Arbeitszeitgesetz auf 48h/Woche (8h/Tag, 10h/Tag bei Ausgleich, max. 6-Tage-Woche) beschränkt. Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) - dazu weiter unten mehr.
    Welche Auswirkungen welche Jobkombi in den unterschiedlichen Bereichen BAföG, Steuern und Sozialversicherung hat, hängt maßgeblich vom Umfang der einzelnen Beschäftigungen, der Jobart(en) und der jeweiligen sowie gesamten Einkommenshöhe ab.
    Was du grundsätzlich beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du schonmal hier nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Ich gehe davon aus, dass dein Hiwijob ein Minijob ist (unter 450€/Monat). Diesen kannst du problemlos mit einem Werkstudijob kombinieren. Je nachdem, ob deine gesamte regelmäßige Wochenarbeitszeit (Minijob + Werkstudijob) über oder unter 20h/Woche liegt, wirst du in der Sozialversicherung in der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (über 450€/Monat) unterschiedlich angemeldet:

    Arbeitest du als Vollzeit immatrikulierter Student nicht mehr als 20h/Woche, wirst du in der SV als Werkstudent angemeldet. Das bedeutet, dass von deinem Gehalt nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV und AV). Krankenversichern musst du dich dann selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Kosten: 9,35% RV vom Gehalt + eigene KV/PV (ggf. auch über private KV).

    Arbeitest du mehr als 20h/Woche, wirst du als Arbeitnehmer angemeldet. Dann werden von deinem Gehalt anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt.
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt, keine weiteren Kosten für KV/PV und du bist in der gesetzlichen KV pflichtversichert (eine der wenigen Ausnahmen, wie du während des Studiums in die gesetzliche wechseln kannst).

    Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudent. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I).

    Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit (einzelne Spitzen spielen in der Regel keine Rolle) und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.
    Mehr hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi und hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina
    Auf deinen Status als Student innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Student, solange du immatrikuliert bist.

    Die regelungen zum Minijob sind unabhängig vom Studierendenstatus, genauere Infos findest du hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    Zur Familienversicherung: Die Einkommensgrenze in der gesetzlichen Familienversicherung beträgt 425€/Monat (das entspricht ca. 508€/Monat brutto) ODER 450€/Minijob. Verdienst du mehr, musst du dich selbst studentisch kranken- und pflegeversichern (ca. 85-90€/Monat). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQz
    Da du aber privat versichert bist, gelten die gesetzlichen Regelungen aus dem Sozialrecht nicht. Bei privaten Krankenversicherungen handelt es sich um privatrechtliche verträge - es gilt, was vereinbart wurde. Ob es also sowas wie eine Einkommensgrenze oder andere Voraussetzungen bei eurer PKV gibt, musst du dort direkt erfragen (oder im Versicherungsvertrag nachlesen).

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inT oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße,
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 20.12.2017 13:26:21


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