Deutscher Gewerkschaftsbund

Minijob und Stelle als studentische Hilfskraft

Hallo,

ich übe seit 5 Jahren einen Minijob aus, bei dem ich monatlich ziemlich genau 450 Euro verdiene.
Nun beginne ich ab Dezmeber eine Stelle als studentische Hilfskraft an der Uni mit 10 Stunden pro Woche und einem Verdienst von ca. 440 Euro.

In den bisherigen Beiträgen gab es unterschiedliche Meinungen zum Thema, deswegen frage ich noch einmal konkret für meinen Fall.

Da ich in beiden Jobs unter 450 Euro verdiene, gelten beide als Minijobs. Zusammengerechnet verdiene ich aber mehr und befinde mich außerhalb der Gleitzone.
Was ändert sich nun für mich?
Was würde passieren, wenn ich in meinem bisherigen Job nur noch 200 Euro verdiene und somit in die Gleitzone falle?

Ich würde gerne wissen, ob sich mein Arbeitsverhältnis im bisherigen Minijob ändert und meine Chefin nun andere Abgaben zahlen muss?
Ich danke Euch sehr für Eure Hilfe!
Liebe Grüße
Elena

Elena: 13.11.2017 22:02:08 |
Tags:
  • RE: Minijob und Stelle als studentische Hilfskraft

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Minijobs haben eine Einkommensgrenze von 450 Euro monatlich. Innerhalb dieser Grenze zahlst du als Arbeitnehmer_in lediglich 3,7 Prozent in die Rentenversicherung (RV) ein. Bei mehreren Minijobs wird das Einkommen zusammengezählt. Kommst du durch die Kombination mehrerer Minijobs auf über 450 Euro, verliert die Gesamtheit dieser Jobs den Minijobstatus und wird als reguläre Beschäftigung betrachtet. Mehr zu Minijobs auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    Für Studierende greifen dann meistens die Regeln des Werkstudent_innenstatus. Dieser besagt, dass du aus deinem Arbeitseinkommen lediglich in die Rentenversicherung (in Höhe von 9,35 Prozent für dich als Arbeitnehmer_in, deine Arbeitgeber_innen zahlen ebensoviel für dich ein) einzahlen musst, wenn dein Studium im Vordergrund steht. Davon wird ausgegangen, wenn du regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest. Es zählt dabei immer die gesamte Arbeitszeit aus allen Jobs. Abends und nachts, am Wochenende, in der vorlesungsfreien Zeit sowie im Rahmen einer kurzfristigen Tätigkeit darf auch mehr gearbeitet werden, wenn das Studium insgesamt noch im Vordergrund steht. Dafür wird die 26 Wochen Grenze heran gezogen: Im Zeitraum von einem Jahr (vom Ende der aufzunehmenden Tätigkeit her rückwärts betrachtet) darf in nicht mehr als 26 Wochen über 20 Stunden gearbeitet werden. Dabei werden alle Tätigkeiten mit mehr als 20 Wochenstunden Arbeitszeit betrachtet - unabhängig des Sozialversicherungsstatus. Ab Zeitpunkt des Überschreitens der Grenze würde volle Sozialversicherungspflicht eintreten. Mehr zu den Hintergründen, Ausnahmen und Regeln: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Bis zur Grenze von 850 Euro wird nicht gleich dein gesamtes Einkommen zur Berechnung der Beiträge (bei Werkstudis: der RV-Abgaben) heran gezogen, sondern nur ein bestimmter Teil. Das nennt sich Gleitzone bzw. Midijob-Status. Wie groß dieser Anteil ist, kannst du mit unserem Gleitzonenrechner ausrechnen. Diesen und weitere Infos zu dem Midijob-Status hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhb

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich in unserem Büro bei dir vor Ort beraten lassen ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2s ) oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 28.11.2017 16:11:11


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